TRIBERG
Geschichte
Im Jahre 1644 ereignet sich eine besondere Heilung an einer großen Tanne, an dem Ort, wo sich heute die Wallfahrtskirche befindet. An diesem Baum hängt ein Marienbild, gemalt auf Pergament. Neben diesem Baum entspringt eine Quelle aus den Felsen. Dann beginnt die Wallfahrt “Maria in der Tanne” ... In jenem Jahr kommt die 7-jährige Barbara Franz mit ihrer Mutter zum Baum, als sie auf dem Weg ins Dorf Schonach sind. Auf dem Boden liegt ein mit Maria bemaltes Pergamentpapier. Barbara hebt es auf und nimmt es mit nach Hause, obwohl ihre Mutter dies missbilligt. Zu Hause stellt Barbara das Papier zu einem Gottesbild. Drei Tage später bekommt Barbara jedoch Augenschmerzen und es droht Erblindung. Ihre Eltern sind sehr beunruhigt, da ärztliche Hilfe vergeblich ist und die Augenkrankheit zunimmt. Betend wird Gott um Hilfe gebeten. Während eines Traumes hört Barbara eine Stimme, die vollständige Heilung verspricht, wenn sie das bemalte Papier zum Tannenbaum zurückbringt. Darin sehen ihre Eltern ein göttliches Zeichen. Barbara geht mit ihren Eltern zum großen Tannenbaum und das Papier mit der Marienmalerei kehrt zum Stamm zurück. Die drei Familienmitglieder beten und Barbaras Augen werden mit Wasser aus der Quelle gewaschen. Sofort lassen die Augenschmerzen von Barbara nach und nach zwei Tagen ist sie vollständig geheilt. Barbara wartet viele Jahre, um offiziell von ihrer Heilung zu berichten, denn erst 1706 erzählt sie unter Eid die gemachte Erfahrung. Dies tut sie dem damaligen Wallfahrtsdirektor Johann Baptist Degen (+1730). Dabei sind auch Barbaras Ehemann und ein Protokollant anwesend. Das Gespräch findet im Pfarrhaus in Triberg statt.
Im Jahr 1645 ereignet sich ein weiteres Wunder. Friedrich Schwab ist 68 Jahre alt und teilweise gelähmt. Er ist auf Wallfahrt zum Tannenbaum. Zweifellos hat er etwas von der Heilung von Barbara Franz gehört. Im Gebet verspricht er, eine aus Holz geschnitzte Marienstatue zu schenken, wenn er geheilt wird. Anschließend wäscht er sich mit Quellwasser am Baum und ist sofort geheilt. Im selben Jahr erfüllt er sein Gelübde und stellt aus Dankbarkeit eine kleine Statue an den großen Tannenbaum. Die kleine Statue ist 18 Zentimeter groß und aus Lindenholz geschnitzt. Nach einer kurzzeitigen Verehrung der kleinen Statue für einige Jahre lässt das Interesse nach und verschwindet gänzlich.
Etwa 40 Jahre später gibt es wieder ein bemerkenswertes Ereignis. Im Jahr 1692 hören drei Soldaten aus Tirol eine engelhafte Lobpreisung. Etwas später treffen sie einen alten Mann, der ihnen erzählt, dass einige Jahre zuvor, an derselben Stelle, ein Müller aus Triberg namens Adam Fröhlich ebenfalls solch einen Gesang wahrgenommen hat. Der alte Mann erzählt den Soldaten von der Aufstellung einer Marienstatue im Jahr 1645. Die Soldaten werden neugierig und gehen am nächsten Morgen auf Erkundungstour. Sie finden das kleine Bildnis, Maria in der Tanne, das überwuchert am Baum liegt. Daher kommt der Name “Maria in der Tanne”. Die Soldaten reinigen das kleine Bildnis, besorgen ein Tuch und bauen ein Dach über das kleine Bildnis. Sie bringen die Inschrift an: “Heilige Maria, Schutzpatronin der Soldaten, bitte für uns.” Dies hat zur Folge, dass Menschen aus der Umgebung dort zum Beten kommen. Von da an nimmt das Interesse an der großen Tanne wieder zu.
Es passiert noch mehr …
Im Jahr 1692 wird ein Bauer aus Schönwald von einem immer größer werdenden Geschwür im Hals geheilt. Der Bürgermeister von Triberg wird Zeuge der Heilung. Im Jahr 1694 findet eine weitere bemerkenswerte Heilung statt. Der Soldat Gabriel Maurer, der sich seit Jahren nur mit Krücken fortbewegen kann, kommt zum Marienbild am Tannenbaum. Er betet und verspricht, nach Heilung und Militärdienstzeit in den Kapuzinerorden einzutreten. Er verlässt den Baum, ruht sich später aus und schläft ein. Nach dem Aufwachen bemerkt er eine Veränderung an den Beinen. Er steht auf und kann ohne Krücken gehen. Im Jahr 1696 tritt er ein, wird in Triberg Wallfahrtsbruder und dient 35 Jahre als Mesner.
Nach Gabriels Heilung von Maurer finden noch viele Heilungen durch den Besuch von Maria am Tannenbaum statt. Die Bekanntheit des Wallfahrtsortes wächst, und viele Pilger kommen jedes Jahr zu Besuch.
Die erste, hölzerne Kapelle wird 1695 gebaut. 1697 wird, nach einer bischöflichen Untersuchung der Heilungen, der Wallfahrtsort genehmigt und eine neue Wallfahrtskapelle errichtet. 1699 beginnt der Bau der heutigen Wallfahrtskirche, die 1705 fertiggestellt ist. 1697 wird, nahe der Kirche, ein Küsterhaus realisiert.
Die Einrichtung der Kirche wird von Joseph Anton Schupp (1664-1729) aus dem nahe gelegenen Villingen besorgt. Im Jahr 1703 liefert er die beiden Seitenaltäre. Im Jahr 1705 baut er Hauptaltar und Kanzel. Baumeister Peter Geiger ist mit der Arbeit im Jahr 1705 fertig. Das neben der Kirche gelegene Pfarrhaus ist von 1710.
Markgräfin Franziska Sibylla Augusta von Sachsen-Lauenburg (1675-1733), Regentin von Baden-Baden (1707-1727), hat das Antependium, das reich verzierte Tuch für den Altar, im Jahr 1708 gestiftet. Dies als Dank für die Heilung ihres Sohnes Ludwig Georg Simpert von Baden-Baden (1702-1761). Das versilberte Kunstwerk wurde vom Augsburger Silberschmied Lorenz Biller (+1726) angefertigt.
In festlicher Weise wird die Kirche im Jahre 1716 eingeweiht. Dies geschieht durch Konrad Ferdinand Geist von Wildegg (1662-1722), der Bischof des Bistums Konstanz in der Zeit von 1693 bis 1722 ist.
Im Jahr 1751 kommt der Leichnam der Heiligen Serena von Spoleto (+291) nach Triberg. Dies geschieht auf Initiative von Johann Franz Meinrad von Pflummern (1706-1780), der von 1740 bis 1777 Obervogt in Triberg ist. Der Gebeine der Märtyrerin befinden sich in einer Reliquienurne des rechten Seitenaltars der Heiligen Anna. Die Urne ist mit einem farbenfrohen, hölzernen Deckel bedeckt. Der Anna-Altar hat eine besondere, 18. Jahrhundert gemalte Darstellung von Johann Georg Glückher (1653-1731) aus Rottweil.
Im Jahr 1808 wird die Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche in Triberg.
Seit 1814 steht in der Wallfahrtskirche ein steinerner Taufstein. Dieser wurde 1620 angefertigt und stammt aus der alten, verschwundenen Stadtkirche in Triberg.
Im Jahr 1945, am Ende des Zweiten Weltkriegs (1940-1945), wird die Wallfahrtskirche schwer beschädigt. Wiederherstellungsarbeiten und die Renovierung des Innenraums sind 1953 abgeschlossen.
Ab 1959 war die Wallfahrtskirche keine Pfarrkirche mehr, da im Zentrum von Triberg eine neue Stadtkirche errichtet wurde, die Mariä Himmelfahrt geweiht ist.
In der Silvesternacht von 1999 auf 2000 wird in den Kirchturm eine neue Uhr in Betrieb genommen. Im Jahr 2000 wird der Chor verändert und ein neues Altarbild steht vorne im Chor von Elmar Hillebrand (1925-2016) aus Köln. Auch der Ambo ist von ihm.
Wallfahrtsort
Der Wallfahrtsort in Triberg besteht aus der Wallfahrtskirche “Maria in der Den”, dem Mesnerhaus und dem Pfarrhaus.
In der Wallfahrtskirche steht hinter dem Gnadenbild ein Teil des Tannenbaumsstammes, mit dem so viel passiert ist. Die Pilger kommen hierher, um das Bildnis der Gottesmutter zu sehen und davor zu beten. Auch der Hochaltar von 1705 des Bildhauers Joseph Anton Schupp ist es wert, genau betrachtet zu werden. Vor diesem Altar steht ein kleiner Altar, und dieses Kunstwerk stammt vom Bildhauer Elmar Hillebrand aus dem Jahr 2000. Das Innere der Wallfahrtskirche ist größtenteils im Barockstil gehalten. Barock ist die europäische Stilperiode, die in Italien beginnt und in Europa von etwa 1600 bis etwa 1750 dauert. Barock zeichnet sich durch viele Formen und Ausdrücke starker Gefühle aus.
Die Wallfahrtskirche hat eine besonders schöne Innenausstattung und liegt an einem Hügel.
ERHÄLTLICHKEIT
Triberg liegt am Rande des Schwarzwalds, unweit der großen Stadt Freiburg im Breisgau, im Bundesland Baden-Württemberg. Die Wallfahrtskirche liegt an der alten Straße nach Schonach, nahe den Triberger Wasserfällen.
Die Adresse der Wallfahrtskirche ist:
Pastorei “Maria in der Tanne”,
Clemens-Maria-Hofbauerstraße 17,
78098 Triberg.
Auf www.pfarrgemeinde-triberg.de sind aktuelle Informationen zu finden.
ERLEBNIS
Triberg ist eine Gemeinde mit rund 5000 Einwohnern und ist nicht nur für die Wallfahrtskirche bekannt. In Triberg befindet sich auch das “Schwarzwaldmuseum” aus dem Jahr 1936, mit unter anderem Schwarzwalduhren, Kostümen aus Zeiten der Trachten, Holzschnitzereien, Handwerkerwerkstätten, Bergwerksstollen, Musikautomaten und der größten und kleinsten Kuckucksuhr der Welt. Auch die größten Wasserfälle Deutschlands sind hier zu besichtigen.
Von Triberg geht es bergauf und nach etwa 200 Metern empfängt die Wallfahrtskirche die Pilger. Das barocke Innere der Kirche ist eine wahre Schönheit mit dem besonderen Gnadenbild. Dieses Bild steht in einer goldenen Nische im Altar, dahinter der Stamm des Tannenbaums, an dem einst eine Marienmalerei auf Papier gehangen hat. Hier sind wundersame Heilungen geschehen.
Mir wird gesagt, dass die Reliquienkapelle der Heiligen Serena an Feiertagen geöffnet wird. In der Kirche sehe ich auch Kanonenkugeln, die an der Wand befestigt sind.
In der Kirche sehe ich auch eine Broschüre liegen, um Geld zu sammeln, denn die Wallfahrtskirche ist es wert, erhalten zu werden.
Außerhalb der Kirche, an einem Geländer, sehe ich Ortsnamen und die von Marienerscheinungen, wie die von Fatima, Lourdes und Paris. Was für ein Pilgerkirche eine Perle im Schwarzwald ist.

Veröffentlicht am 3. Dezember 2021
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