Geschichte
In der Periode 1425-1428 wurde Vicenza schwer von einer Pestepidemie heimgesucht. Am 7. März 1426 erschien Maria der Bäuerin Vincenza Pasini (1356-1431) und die zweite Erscheinung fand am 1. August 1428 statt.
Es ist der 7. März 1426 … Vincenza Pasini steigt den Hügel Monte Berico hinauf. Sie bringt ihrem Mann, der in einem Weinberg arbeitet, etwas zu essen. Zwischen den Weinstöcken steht ein Holzkreuz, und dort kniet Vincenza nieder, um zu beten. Plötzlich sieht sie eine Dame, die in einem Lichtkreis gehüllt ist. Die Dame beruhigt sie und sagt: “Hab keine Angst, Vincenza. Ich bin Maria, die Mutter des Erlösers, der am Kreuz gestorben ist, um die Menschen zu retten. Sag den Bewohnern von Vicenza, dass sie hier eine Kirche zu meinen Ehren bauen sollen, wenn sie von der Seuche, die sie befällt, befreit werden wollen. Wenn die Menschen nicht gehorchen, wird mein Sohn streng mit ihnen sein, und dann wird alle Hoffnung auf Befreiung von der Pest vergeblich sein.” Dann nimmt Maria das Kreuz aus dem Boden und zeichnet die Umrisse des gewünschten Heiligtums. Anschließend sagt Maria: “Jeder, der diese Kirche an meinen Feiertagen und jedem ersten Sonntag im Monat aufmerksam besucht, wird als Geschenk Gottes eine Fülle von Gnaden der Barmherzigkeit und den Segen meiner mütterlichen Hand empfangen.” Dann ist die Erscheinung verschwunden. Vincenza eilt zu ihrem Mann und erzählt von der Erscheinung Mariens. Frau und Mann gehen zum Bischof von Vicenza und erzählen ihm, was Maria gesagt hat. Sie sagen dies auch den Bewohnern der Stadt. Doch weder der Bischof noch andere glauben ihnen. Das Paar geht schwer enttäuscht nach Hause. Vincenza und ihr Mann erzählen nichts mehr von den Erscheinungen. Vincenza betet weiterhin täglich zur Lieben Frau, und die Bewohner der Stadt leiden weiterhin unter der Pest.
Dann sind es zwei Jahre später. Die Pest fordert immer noch täglich Opfer. Vincenza geht weiterhin jeden ersten Sonntag im Monat nach Monte Berico. Sie betet zur Lieben Frau und bittet sie, die Pest verschwinden zu lassen. Ihre Bitte wird nicht erhört. Am 1. August 1428 erscheint Maria wieder Vincenza und bringt ihr dieselbe Botschaft. Wieder geht Vincenza in die Stadt und sagt den Menschen, denen sie begegnet, was Maria will. Nun glauben ihr die Bewohner von Vicenza, weil die Pest nicht verschwunden ist. Der Bischof von Vicenza, Pietro Emiliani, der Bischof von 1409 bis 1433 ist, hört sie an und lässt sich überzeugen. Einige Wochen später legt der Bischof den Grundstein und der Ort wird der Madonna von Monte Berico geweiht. Anschließend verschwindet die Pest. Einige Monate später sind die Bauarbeiten an der Kirche abgeschlossen und die Epidemie ist vollständig verschwunden.
Die Stadtverwaltung von Vicenza hat die zwei außergewöhnlichen Ereignisse untersucht. Im Jahr 1430 wurde in einer notariellen Urkunde von den Erscheinungen berichtet. Unmittelbar nach den Erscheinungen von Maria an Vincenza Pasini entstanden Wallfahrten zum Monte Berico.
Mit der ältesten der beiden Kirchen ist der Bau begonnen im Jahre 1428 und dies ist kurz nach den Erscheinungen. Binnen 3 Monaten ist die Kirche realisiert und dies durch hart arbeitende Menschen aus Vicenza. Sie sind dankbar weil Maria sie befreit hat von der Pest. Die heutige Fassade ist gemacht im Jahre 1860.
Im Jahre 1431 verstirbt Vincenza Pasini. Sie ruht in der Krypta des Altars in der Kirche.
Im Jahre 1429 wurde die seelsorgerische Betreuung des Heiligtums vom Stadtrat den Brüdern des Ordens der Heiligen Birgitta anvertraut. Im Jahre 1435 mussten die Geistlichen auf Anordnung von Papst Eugen IV. (Gabriele Condulmer 1383-1447, Papst von 1431 bis 1447) weichen, da sich die Brüder auf ihre ursprünglichen Werke beschränken mussten. In diesem Jahr übergab die “Magnifica Comunitas Vicentiae” das Heiligtum mit Kirche dem Orden der Serviten. Im Jahre 1576 erhielt Andrea Palladio (Andrea di Pietro della Gondola, 1508-1580) den Auftrag, die Kirche auszubauen. Im 17. Jahrhundert fand ein Umbau statt.

Die Marienstatue, die Mutter der Barmherzigkeit, mit Menschen unter ihrem Mantel ist bereits 1430 in diesem Wallfahrtsort. Diese Statue wurde am 25. August 1900 feierlich gekrönt von Giuseppe Melchiorre Sarto (1835-1914), dem Patriarchen von Venedig (1896-1903) und späteren Papst Pius X. (1903-1914).
Die andere, größere Kirche wurde in den Jahren 1688-1703 erbaut. Der Architekt ist Carlo Borella aus Vicenza.
Am 2. August 1928 wurde anlässlich des 500-jährigen Bestehens der Erscheinungen ein neuer monumentaler Altar aus Carrara-Marmor geweiht. In der Nische ist ein rundes, silbernes Medaillon mit den Abbildungen Marias und der Seherin eingelassen. Zwei Engel halten dieses Medaillon.
Im Jahr 1983 wurde die Kuppel neu gestrichen.
Wallfahrtsort
Der Schrein in Vicenza heißt “Schrein Unserer Lieben Frau von Monte Berico” und liegt auf einem Hügel südwestlich der Stadt. Eine 700 m lange Säulengalerie mit 150 Triumphbögen verbindet die Stadt mit dem Schrein. Zu Fuß führt der Weg leicht ansteigend zum Schrein. In der Galerie sind Fresken von 15 Geheimnissen Mariens ausgestellt. Auf halbem Weg durch die Galerie, an der Ecke des ersten und zweiten Teils, bietet sich ein weiter Blick auf die Basilika.
Auf dem Hügel sind zwei Kirchen aneinander gebaut. Die große, barocke Basilika ist eine besondere Sehenswürdigkeit mit vielen Statuen, Fresken und Gemälden.

In der Basilika sind viele Kunstwerke zu bewundern, wie “Das Abendmahl des Heiligen Gregor des Großen” aus dem Jahr 1572 von Paolo Veronese (1528-1588).
In der Basilika ist auch eine Pieta vorhanden. Sie ist ein Meisterwerk aus dem Jahr 1500 von Bartolomeo Montagna (±1450-1523). Die große Leinwand zeigt die tiefbetrübte Maria und ihren toten Sohn. Bei dieser Darstellung stützt Maria mit der rechten Hand den Kopf Jesu und die linke Hand liegt auf dem rechten Arm ihres Sohnes. Maria Magdalena starrt auf die Wunden Jesu. Auch der Evangelist Johannes und der Heilige Petrus sind dargestellt.
Das Gemälde, das Maria mit Kind und die 4 Evangelisten zeigt, zieht viele Blicke auf sich. Über dem Kopf der Muttergottes bilden Engel eine Krone, mit einer weißen Taube in der Mitte. Das Kunstwerk wurde 1580 von Alessandro Maganza (1556-1630) geschaffen.
Ein anderes Kunstwerk ist das Altarbild von Pietro Gagliardi (1809-1890). Das Thema gibt die 7 Stifter des Ordens der Ordensdiener Mariens wieder. Die Heiligsprechung der Stifter war im Jahr 1888. Maria hält in der rechten Hand das schwarze Gewand eines Stifters und die linke Hand zeigt die Regeln, denen sie folgen müssen.
Außerhalb der Kirche befindet sich der Kreuzgang mit Spitzbögen und in der Mitte ist ein Brunnen platziert. An den Kreuzgang ist das Kloster angebaut und einige Zellen sind sichtbar.
ERHÄLTLICHKEIT
Vicenza liegt zwischen den Städten Verona und Venedig im Norden Italiens. Das Heiligtum von Monte Berico liegt südlich der Stadt an der Viale X Giugno 87.
Auf www.monteberico.it sind aktuelle Informationen zu finden.
ERLEBNIS
Am Rande von Vicenza, schräg hinter dem Bahnhof, gehe ich zum Monte Berico. Eine lange Kolonnade mit Triumphbögen macht nach etwa 350 Metern eine Rechtskurve. Nach wiederum gleicher Entfernung angekommen, stehe ich nach 192 Stufen vor der Basilika, die auf dem Gipfel des Hügels liegt.
In der Basilika zeugen zahlreiche Votivgaben von Dankbarkeit für Heilungen und Schutz durch die Gottesmutter. In dieser schönen Umgebung zieht besonders das Altarbild mit der Heiligen Familie mit Engeln auf der Flucht nach Ägypten meine Aufmerksamkeit auf sich. Es wurde von Francesco Menageot (1744-1816) gemalt. Das Gemälde ist ein Geschenk der Stadt Vicenza an das Heiligtum Monte Berico im Jahr 1796. Lange verweile ich vor dem Gemälde der Erscheinung Marias an Vincenza Pasini. Hier findet die Geburt dieses Heiligtums statt.

Bevor ich die Kirche verlasse, berühre ich hinter dem Chor, anderen Pilgern folgend, das runde, silberne Medaillon mit den Abbildungen von Maria und Vincenza Pasini.
Neben der Basilika befindet sich der große Beichtsaal von 1971. Im Kiosk des Klosters gibt es ein Geschäft mit Devotionalien. Was wird hier alles angeboten! Es ist jetzt Zeit, einige Artikel zu kaufen, um sie an Freunde zu verschenken und etwas für mich selbst aufzubewahren.
Bevor ich abfahre, gehe ich auf den Platz vor der Basilika. Am Rande dieses Platzes (Piazzale della Vittoria) hat jeder Pilger einen Panoramablick auf die Ebene mit der Stadt Vicenza und den Bergen der Venetischen Voralpen.
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