Geschichte
Seit dem 13. Jahrhundert gibt es Wallfahrten in der Umgebung von Todtmoos.
Im Jahr 1255 erscheint Maria dem Priester Dietrich von Rickenbach. Sie trägt ihm auf, eine Holzkapelle zu bauen. Später wird an dieser Stelle die heutige Kirche errichtet. Im Jahr 2022 wurde auf dem Marienplatz in der Nähe der Kirche eine Statue von ihm aufgestellt.
In alten Pilgerbüchern sind verschiedene Wunder aufgezeichnet, die auf Fürsprache von Unserer Lieben Frau von Todtmoos geschahen. Diese Wunder betreffen unter anderem Schutz vor Hungersnot, Gewitter, Notfällen, Kriegsgefahr, Pandemien und Heilungen von Kranken. Auch wird von der Auferweckung von Kindern aus dem Tod berichtet.
Die erste Steinkapelle wordt gebaut auf dem Schönbühl im Jahr 1268 unter dem Schutz und der Finanzierung des schwäbischen Grafen Rudolf von Habsburg (1218-1291), dem ersten König des Heiligen Römischen Reiches und König von Deutschland (1273-1291). Durch die zunehmende Zahl von Gläubigen wird im Jahr 1300 eine Erweiterung der Kapelle erforderlich.
Im Jahr 1471 wird die Bruderschaft gegründet, nämlich die Todtmooser Maria Himmelfahrt-Bruderschaft zum Trost der armen Seelen.
Eine neue, größere Kirche wird in der Periode 1627-1632 errichtet. Dies ist ein Teil des heutigen Kirchengebäudes. Das Hauptportal wird im Jahr 1627 eingeweiht. Über dem Tor ist das Wappen von Abt Blasius II. Münster (1572-1638) angebracht, der das Oberhaupt des Klosters St. Blasius im Schwarzwald (1625-1638) ist. Neben dem Wappen sind die Büsten der Heiligen Benedikt und Blasius befestigt.
Gegenüber der Kirche kommen ein Pfarrhaus und Kloster im Jahre 1733. Der Baumeister ist der Österreicher Johann Michael Beer von Bleichten (1700-1767). Dies geschieht unter strenger Aufsicht von Franz II (Johann Georg) Schächtelin (1680-1747), Benediktinerabt des Klosters Sankt Blasien (1727-1747). In der Periode 1757-1758 macht Lorenz Pfluger (1719-1772) einen neuen Hochaltar.
Im Jahr 1759 zieht das Gnadenbild, eine Pieta aus ± 1390, vom Seitenaltar zum neuen Hochaltar um. Das Wallfahrtsort ist dann eine der meistbesuchten Marienorte in der weitläufigen Region bis nach Frankreich und in die Schweiz hinein.
Die Wallfahrtskirche wurde auf dem Schönbühlberg in den Jahren 1770-1778 unter der Leitung von Fürstabt Martin Gerbert, Klostername Franz Dominik Bernhard Gerrbert (1720-1793), erweitert. Architekt ist Franz Joseph Salzmann (1724-1786).
Ein Rückschlag für den Wallfahrtsort ereignet sich, als Joseph II. (Josephus, Benedictus, Joannes, Antonius, Michael, Adamus, 1741–1790), Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1767–1790), Reformen durchführt und die Ausübung des Glaubens unterbindet. Er verbietet 1783 auch die Bruderschaft und beschlagnahmt deren beträchtliches Vermögen. Auch Wallfahrten sind nicht mehr erlaubt. Diese Situation dauert bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts an.
Im Jahr 1901 restauriert der Kunstmaler Victor Mezger (1866-1936) Deckenmalereien von Phasen über das Leben von Maria.
Eine weitere Vergrößerung des Kirchengebäudes erfolgt 1927-1928, und zwar nach einem Entwurf von Fritz (Friedrich) Hirsch (1871-1938).
Unter Pfarrer Karl Schnorr (+1988) wird das Innere der Kirche restauriert. Dies findet in den Jahren 1952-1966 und im Jahr 1977 statt. Schnorr ist 40 Jahre Pfarrer in Todtmoos und 1978 wird er zum Ehrenbürger von Todtmoos ernannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945) restauriert der Kunstmaler Manfred Arnold Schmid (1911-2009) den Barockstil in der Kirche.

Im Jahr 1987 übernehmen Mitglieder des Ordens des Heiligen Paulus, als Eremiten lebende Mönche, die Verwaltung und Organisation des Wallfahrtsortes. Die “Pauliner” betreuen bis heute die Pilgerfahrten und den Marienwallfahrtsort. Sie wohnen in der großen Pfarrei gegenüber der Kirche.

1988 ist die Renovierung des Äußeren der Kirche erfolgreich abgeschlossen worden.
Todtmoos ist nicht nur ein Wallfahrtsort, sondern auch ein Klimakurort und eine Lebkuchenstadt.
Wallfahrtsort
Der Ort Todtmoos zählt ungefähr 2500 Einwohner und liegt auf über 800 Meter Höhe.
Das Innere der Kirche “Unserer Lieben Frau von Todtmoos” ist reich mit Elementen der Barockzeit geschmückt.
Das Gnadenbild “Unsere Liebe Frau” (Onze-Lieve-Vrouw) steht über dem Hochaltar. Es ist eine Pietà, vermutlich aus dem Jahr 1390. Nur die Köpfe von Maria und Jesus sind sichtbar, weil die Darstellung durch einen Brand beschädigt wurde.
In der rechten Seitenkapelle befindet sich ein Wandgemälde, das die Entstehung der Wallfahrt darstellt. Von der Erscheinung Marias für Priester Dietrich von Rickenbach im Jahre 1255 wurde ein Gemälde angefertigt, das in der rechten Seitenkapelle angebracht ist.
In der Kirche sind große Fresken vorhanden, darunter von der Erscheinung Marias vor Pilgern, der Verkündigung des Engels Gabriel an Maria, dass sie schwanger von Jesus wird, der Geburt Jesu und dem Besuch Marias bei ihrer Cousine Elisabeth.
In der Kirche steht auf einer Erhöhung eine Marienstatue. Darunter steht der deutsche Text: “Maria von Todtmoos lässt niemand hilflos” mit den Jahreszahlen 1268-2018. Auf Niederländisch bedeutet dies: ”Maria van Todtmoos laat niemand hulpeloos”. Seitenkapellen sind dem Blasius, Anna, der Herabnahme Jesu vom Kreuz und dem Tod Mariens gewidmet. Dieses letzte Kunstwerk stammt aus dem Jahr 1775 vom Barockmaler Johann Anton (Antonius) Morath (1718-1783). Maria ist von den Aposteln umgeben und ein Engel erscheint.
Die Wallfahrtskirche ist täglich geöffnet.
ERHÄLTLICHKEIT
Todtmoos liegt im Bundesland Baden-Württemberg, mitten im Schwarzwald.
Die Adresse der Wallfahrtskirche ist: Kirchbergstrasse 10, 79682 Todtmoos.
Für aktuelle Informationen konsultieren Sie bitte “www.se-todtmoos-bernau.de”.
ERLEBNIS
Die Wallfahrtskirche liegt an einem Hügel mit Blick auf die weite Umgebung. Die Kirche ist ein wunderschönes Gebäude, das an einem stattlichen Ort an einem Bergbach liegt. Das Hauptportal der Wallfahrtskirche ist geräumig mit einer zierlichen Eingangstür, darüber steht das Jahr 1627.
Beim Betreten der Kirche treffe ich einen Priester und wir kommen ins Gespräch über dieses Heiligtum. Beim Abschied nimmt er eine Karte aus dem Marienraum von mir an und sagt, dass er das Medium besuchen wird. Er ermutigt mich, viele Fotos zu machen und schöne Texte zu schreiben, denn etwas Publizität ist willkommen.
Beim Bewundern des Kircheninneren komme ich zum Hochaltar. Der Blickfang ist das Gnadenbild der lieben Frau, das hier eine Pietà darstellt. Maria schaut sehr traurig auf ihren Sohn. Von beiden ist nur der Kopf sichtbar. Am unteren Teil des Altars steht der deutsche Text “Maria von Todtmoos lässt niemand hilflos” und dies bedeutet auf Niederländisch “Maria van Toodtmoos laat niemand hulpeloos”. Auch hier zeigt sich, dass Maria Auge hat für jeden. In der Wallfahrtskirche ist zu sehen, dass die liebe Frau mehr als einen Mantel hat. Sie verfügt über eine besonders schöne Kleidersammlung.
Die Seitenaltäre zeigen bewegende, gemalte Szenen und in der Kirche gibt es viele Erklärungen über die hilfsbereite Mutter des Schwarzwaldes. Auch über die Geschichte der Kirche und die Wallfahrten gibt es viel zu lesen. Votivgaben zeugen von Dankbarkeit und Gemälde sind an den Wänden befestigt.
Nach dem Verlassen der Wallfahrtskirche ist es mit der unmittelbaren Umgebung Bekanntschaft zu machen. Im Aufgang zur Kirche stehen viele Verkaufsstände. Alle diese kleinen, hölzernen, Gebäude sind geschlossen und dann bekomme ich Vorstellungen von der Zeit von damals. Einst waren hier geschäftige Verkäufer von Andenken.
Ungefähr 100 Meter von der Kirche entfernt befindet sich eine Bäckerei mit Café. Die Spezialität des Unternehmens Zimmermann sind Kuchen und “Lebkuchen” gibt es reichlich. Im Schaufenster stehen sogar Fotos, wie Papst Franziskus den besonderen Kuchen entgegennimmt. Wie reagiert der Papst, nachdem er den originalen Todtmooser Kuchen probiert hat?
UMGEBUNG
Die Ortschaft Feldberg mit dem höchsten Punkt des Schwarzwaldes von 1493 Metern liegt 27 km von Todtmoos entfernt. Die Stadt Freiburg im Breisgau liegt 50 km nördlich von Todtmoos und für den Besuch des Wallfahrtsortes Triberg sind es 78 km. Die Schweizer Stadt Basel liegt 56 km südlich. Um das französische Colmar zu besuchen, sind es 110 km nach Westen.
Veröffentlicht: 24. Mai 2024













