Geschichte
Werl ist eine alte Hansestadt und hat seit 1218 Stadtrechte. Pilgerfahrten gibt es in Werl schon im Jahr 1661.
Bevor die Marienwallfahrten beginnen, wird bereits ein Bild verehrt, nämlich das Heilige Kreuz von Werl. Dies geschieht seit dem 13. Jahrhundert. Die Verehrung findet ein abruptes Ende durch die Zerstörung des Kreuzes im Jahr 1583, als Anhänger der Reformation während des Bildersturms viele katholische Ausdrucksformen entfernen und zerstören. Das Kreuz wird 1938 wiedergefunden und 1953 in der Kirche wieder aufgestellt.
Im Jahre 1669 wurden Kirche und Kloster geweiht.
Das Gnadenbild wurde um 1180 im Rheinland oder Westfalen geschaffen und der Künstler ist unbekannt. Es stand zuerst in der Kirche St. Maria zur Wiese in Soest. Ab etwa 1313 ist die Darstellung dort und verschwindet durch die Einführung der Reformation im Jahr 1531. Viel später taucht das Bild wieder auf und am 2. November 1661 unternimmt das Bild eine feierliche Prozession nach Werl. Für die Ankunft des Gnadenbildes haben sich vor allem Maximilian Heinrich von Bayern (1621–1688), Fürstbischof und Erzbischof-Kurfürst von Köln in der Zeit von 1650 bis 1688, und Hermann Brandis (1612–1676), Bürgermeister von Werl, eingesetzt. In der Basilika ist hier ein Gemälde davon zu sehen.
Im Laufe der Jahre 1661-1863 verzeichnet das Mirakelbuch zahlreiche Gebetserhörungen und Wunder, die bei oder durch das Gnadenbild geschehen.
In Werl wird auch eine Vesperbild verehrt; es ist eine Pieta aus ca. 1700. Diese Darstellung hat den Namen “Muttergottes in der Not” (Mutter Gottes in Not).
Aufgrund der Zunahme von Pilgern wird eine neue Kirche in den Jahren 1786-1789 gebaut und 1861 erweitert. Dies ist die heutige, alte Wallfahrtskirche. Einige Jahre später ist die Kirche wieder zu klein und es wird der Plan gefasst, ein zweites, größeres Gotteshaus zu bauen.
Kapuziner sind in der Pilgerstätte in der Periode 1645-1836 aktiv. Seit 1849 begleiten und organisieren Franziskaner die Pilgerfahrten in Werl.
Die heutige Wallfahrtskirche wurde in den Jahren 1903-1905 erbaut. Der Architekt ist Wilhelm Sunder-Plassmann (1866-1950). Am 4. April 1904 ist die Grundsteinlegung und die Einweihung erfolgt am 1. Juli 1905. Die Maße der Basilika sind: Länge 64,5 Meter, Breite 25 Meter und Höhe 48 Meter.
August Wäscher (1881-1960) fertigte die Reliefs des Kreuzwegs an, der 1909 realisiert wurde.
Am 13. August 1911 ist die Krönung des Gnadenbildes. Dies geschieht durch Antonius Hubert Fischer (1840-1912), Kardinal und Erzbischof von Köln (1902-1912). In der Basilika hängt von dieser denkwürdigen Tatsache ein Gemälde.
Am 16. Oktober 1953 wurde die Kirche von Papst Pius XII., Papst in der Zeit von 1939-1958, geboren als Eugenio Maria Giuseppe Giovanni Pacelli (1876-1958), zur Basilika erhoben.
1961 Renovierung der Basilika.
Wallfahrtsort
Werl ist seit Jahrhunderten eine Wallfahrtsstadt. Der große Marienort besitzt eine Wallfahrtsbasilika mit dem Namen “Mariä Heimsuchung”. Neben der Basilika, am Vorplatz, steht rechts die alte Wallfahrtskirche. Vorne auf dem Platz befindet sich ein Denkmal, das an die Kapuziner erinnert, die von 1645 bis 1836 hier tätig waren.
Die Basilika steht an einem großen Platz und hat zwei Türme.
Das Gnadenbild ist Maria als “Trösterin der Betrübten”. Die Darstellung zeigt eine auf einem Thron sitzende Maria, und sie hat ihr Kind auf dem Schoß. Dieses Bild trägt den Namen “Sitz der Weisheit” (Lateinisch: Sedes Sapientiae). Maria hat in der rechten Hand einen Apfel, und dieser verweist auf Eva im irdischen Paradies.
Im linken Seitenschiff der Kirche befinden sich Gemälde von Georg Anton Waller (1861-1934) über die 7 Freuden Mariens und die Krönung Unserer Lieben Frau.
Im Gnadenort gibt es viele Liebesbeweise an Maria und schmücken viele Votivgaben die Wände und Vitrinen.
Neben der Basilika gibt es einen Klostergarten und Übernachtungsmöglichkeiten für Pilger im Kloster.
Ein Geschäft mit Devotionalien steht neben dem Heiligtum, auf der Straßenseite.
Nach Werl werden viele Wallfahrten organisiert. Spezielle Wallfahrten gibt es für Radfahrer (“Velo Maria”) und Motorradfahrer (Moto-Maria), die ihre Fortbewegungsmittel segnen lassen können. Auch gibt es eine Wallfahrt für “Oldtimer” mit ihren Insassen, auch dann können die älteren Autos gesegnet werden.
Jährlich kommen mehr als 100.000 Pilger zum Marienwallfahrtsort Werl. Viele Besucher sind im Mai, Anfang Juli, um Maria Heimsuchung zu ehren, und am 15. August, wenn Mariä Himmelfahrt gefeiert wird. Die vielen Pilger bringen Kerzen zu Ehren der Gottesmutter mit.
Die Basilika ist täglich geöffnet.
ERHÄLTLICHKEIT
Werl liegt im Westen von Deutschland und gehört zum Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Wallfahrtsort liegt mitten im Zentrum von Werl. Die Adresse lautet: Walburgisstraße 37, 59457 Wallfahrtsstadt Werl. Das Pilgerbüro befindet sich in der Walburgisstraße 41.
Auf www.wallfahrt-werl.de sind aktuelle Informationen zu finden.
ERLEBNIS
Nach “Altötting” und “Kevelaer” ist “Werl” der dritte Marienwallfahrtsort in Deutschland, habe ich gehört. Jährlich kommen hier über 100.000 Pilger. Diese Marienstadt hat auch überregionale Bekanntheit und Pilger kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch zum Beispiel aus Belgien, den Niederlanden, Österreich, Polen und der Schweiz. Der Wallfahrtsort ist auch ein Ort für Pilger auf ihrem Weg nach dem spanischen Santiago de Compostela. Dieses Heiligtum werde ich besuchen und bin sehr daran interessiert, dort die Gottesmutter zu treffen.
Wenn ich ins Zentrum von Werl komme, sehe ich ein Kunstwerk auf dem Markt stehen. Brüder tragen das Gnadenbild in Prozession. Was für eine Handwerkskunst, schießt es mir durch den Kopf.
Dan bezoek ik de oude bedevaartkerk. Daar ben ik onder de indruk van het mooie dat getoond wordt.
Links in der Kirche steht der Marienaltar mit Bildnis. Die Mutter Gottes trägt ihr Söhnchen im Arm und in der linken Hand hält sie ein Zepter.
In dieser Kirche steht auch eine Fatima-Statue.
Anschließend fahre ich zur neuen Wallfahrtskirche, die den Titel Basilika erhalten hat. Längere Zeit verweile ich vor dem Gnadenbild. Was für eine Geschichte hat diese Abbildung gemacht! Ich danke Maria für den Besuch dieses Wallfahrtsortes.
Wenn ich beide Kirchen miteinander vergleiche, finde ich, dass das alte Gebäude mehr Wärme ausstrahlt und Wärme nährt mein Glauben an Maria.
UMGEBUNG
Neben dem Wallfahrtsort bietet das historische Werl noch mehr auf religiösem Gebiet, wie die “Kapelle Mariä Heimsuchung” von 1680 in der Schützenstraße und die “Kapelle Muttergottes in der Not” von 1900 an der Ecke Liebfrauenstraße und Unnaer Straße. Daneben gibt es in und um Werl zahlreiche Möglichkeiten zum Wandern und Radfahren.
Von der Marienwallfahrtsstätte Werl nach Werl zu fahren, bedeutet 57 km nach Westen zurückzulegen.
Aus der Bistumsstadt Paderborn nach Werl zu fahren ist 70 km westwärts zu fahren.
Von der großen Stadt Dortmund ist Werl nach 39 km in ostwärtiger Richtung zu erreichen.
Die Altstadt von Münster verlassen, um nach Werl zu fahren, hat sich 67 km nach Süden bewegt.
Veröffentlicht: 19. Juni 2024
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