Geschichte
Die Ortschaft Gietrzwald war jahrelang deutsches (preußisches) Gebiet und trug damals den Namen Dietrichswalde. Um 1352 wurde in Dietrichswalde eine Holzkapelle zu Ehren der Jungfrau Maria erbaut. Die Kapelle wurde während der Schlacht von Grunwald/Tannenberg am 15. Juli 1410 zwischen preußischen einerseits und litauischen und polnischen Streitkräften andererseits zerstört.
Im 15. Jahrhundert werden nach der Schlacht bei Grunwald/Tannenberg viele Pilger in einem neu errichteten, kleinen Marienheiligtum empfangen. Das Bildnis Unserer Lieben Frau ist vermutlich aus dem Jahr 1425. Es ist eine Steinkapelle. Später wurde dieser Ort mehrmals erweitert. Ende des Jahres 1500 wurde das erweiterte Heiligtum von Johann Wilde (1438-1532), Weihbischof und Titularbischof (1495-1532), geweiht, der ab 1499 bis 1532 Weihbischof von Ermland war.
Ab 1500 ist der 8. September der jährliche Feiertag Unserer Lieben Frau von Gietrzwald. 1568 wird von der Marienverehrung berichtet. Es ist die Rede von Wundern und wundersamen Begebenheiten. Zeugen haben hierüber Meldungen gemacht und Erklärungen abgelegt. Ab diesem Jahr ist das Heiligtum offiziell der Geburt Mariens geweiht. Am 29. September 1580 wurde der Hauptaltar von Marcin Kromer/Martin Cromer (1512-1589), Fürstbischof von Ermland (Warmia) von 1579-1589, geweiht. Das damalige Gnadenbild der Maria aus dem Jahr 1425 wird im Hauptaltar aufgestellt.
Untersuchungen deuten darauf hin, dass das Gnadenbild von Mutter Maria und ihrem Kind Ende des 16. Jahrhunderts entstanden ist, der Maler jedoch unbekannt ist. Die Darstellung gehört zur Kategorie der Ikonen byzantinischen Einflusses.
Während der Erscheinungen liegt der Ort in Nordostdeutschland. Diese Erscheinungen geschehen zwei polnischen Kindern und anderen deutschen Bürgern von Dietrichswalde. Im Jahr 1807 wird das Dorf Dietrichswalde (Gietrzwald) vom französischen Heer Napoleons angegriffen und geplündert.
Im Jahr 1877 hat Gietrzwald mit dem “Kulturkampf” (Kulturkampf) in der Periode von 1872-1879 von Otto Eduard Leopold von Bismarck (1815-1898), Reichskanzler des Deutschen Kaiserreichs (1871-1890), zu kämpfen. Es ist ein Kampf der Regierung gegen die katholische Kirche. Ziel ist es, die katholische Kirche verschwinden zu lassen. Deutsche Truppen besetzen dann Dietrichswalde (Gietrzwald). Die Region besteht hauptsächlich aus Familien, deren Mitglieder in der Land- und Viehwirtschaft arbeiten.
Einige Kilometer nordöstlich von Gietrzwald liegt das Dorf Nowy MLyn. Hier leben die 13-jährige Augustyna (Justyna) Szafryńska (1864) und die 12-jährige Barbara Stanislawa Samulowska (1865-1950). Beide Kinder wachsen in armen Familien auf und erhalten eine katholische Erziehung. Die beiden Mädchen sehen Maria mehrmals. Während der Erscheinungszeit sind die beiden Seherinnen oft getrennt, um sich nicht gegenseitig beeinflussen zu können. Zwei Frauen geben an, 1877 auch Maria und Josef gesehen zu haben. Es sind die 23-jährige Katarzyny Wieczorkówny (1853-1897) und die 48-jährige Elzbiety Bilitewskiej (1828-1903). Ihre erzählten Erfahrungen weichen von den anderen beiden Mädchen ab. Daher werden nur die erzählten Ereignisse von Augustyna (Justine) Szafryńska und Stanislawa Barbara Samulowska ernst genommen.
In Gietrzwald erscheint Maria im Jahr 1877, und zwar von Juni bis September. Die Erscheinungen beginnen am 27. Juni 1877 und enden am 16. September desselben Jahres. Maria spricht die Kinder auf Polnisch an. Weshalb erscheint Sie hier? Die Antwort ist nicht sofort zu geben. Maria sagt, dass die Menschen beten sollen und macht sich, wie auch in Lourdes im Jahr 1858, als die Unbefleckte Empfängnis bekannt. Die beiden Mädchen sagen, mehr als 160 Visionen gehabt zu haben.

Am 27. Juni 1877 findet die erste Erscheinung statt. Am Morgen sieht ein Franziskaner des Klosters in Przasnysz eine helle Wolke. Diese treibt von Częstochowa nach Warmińska/Warmia, in der Nähe von Gietrzwald. Diese Wolke ist schöner als die Sonne. Später stellt sich heraus, dass viele andere die Wolke auch gesehen haben und die Worte “Warmińska Częstochowa”. An diesem Tag kehrt Justyna Szafryńska mit ihrer Mutter aus der Kirche zurück. Sie hat gerade ihre Prüfung “Katechismus der Erstkommunion” erfolgreich bestanden. Dadurch darf sie in Zukunft zur Kommunion gehen. Das Mädchen sieht eine in weiß-gelb gekleidete Frau mit einem Kindlein und denkt, dies seien Maria und Jesus. Maria trägt auf dem linken Arm ihr Söhnlein. Nach einigen Minuten steigen Maria und Kind gen Himmel. Die Mutter von Justyna sieht die Erscheinung nicht.
Ein Tag später, am 28. Juni 1877, ereignete sich die zweite Erscheinung. Sowohl Justyna Szafryńska als auch Barbara Samulowska sahen die Erscheinung einer “Schönen Dame”. Die Erscheinung befand sich über einer Esche, nahe der Kirche. Die Dame saß mit ihrem Söhnchen auf einem Thron. Engel umgaben sie und krönten Maria. Der kleine Jesus hielt einen Ball mit einem Kreuz darauf.
Der dritte Erscheinung ereignet sich zwei Tage nach der zweiten Erscheinung, nämlich am 30. Juni 1877. Zum dritten Mal sieht Justyna Szafryńska die Mutter Gottes und sie fragt Sie, was Sie verlangt. Die Antwort ist, dass die Kinder jeden Tag den Rosenkranz beten.
Nach der dritten Erscheinung befragt Priester Augustyn Weichsel (1830-1909) jedes Mädchen einzeln nach den Erscheinungen. Er kommt zu dem Schluss, dass ihre Aussagen immer gleich sind. Der Priester möchte jede Form von Täuschung über die Erscheinungen ausschließen. Augustyn Weichsel gelangt zu der endgültigen Erkenntnis, dass die Erscheinungen der Gottesmutter echt sind. Auch der deutsche Historiker, Priester und Theologe Franz Hipler (1836-1898), ein hochrangiger Mitarbeiter des Bistums Ermland, ist an der Untersuchung der Ereignisse bei den beiden Seherinnen beteiligt.
Die vierte Erscheinung findet am 1. Juli 1877 statt. Dies ist ein besonderer Tag, da junge Kinder im Dorf ihre Erste Heilige Kommunion empfangen. Während des Gebets fragt Justyna die Erscheinung: “Wer sind Sie?” Die Antwort lautet: “Ich bin die Allerseligste, unbefleckte Empfängnis, die Jungfrau Maria.”.
Am 3. Juli 1877 ist die 5. Erscheinung. Die Kinder fragen Maria, ob die Kranken geheilt werden, die hierher kommen. Maria antwortet mit der Vorhersage, dass ein Wunder geschehen wird und danach Heilungen stattfinden. Maria sagt auch: “Ich werde in den nächsten zwei Monaten hier sein. Auch die Kranken sollen den Rosenkranz beten.”
Die 6. Erscheinung findet am 28. Juli statt. Maria erhält die Frage, was es bedeutet, wenn jemand ein falsches Versprechen gibt. Die Erscheinung sagt, dass diese Person dann den Himmel nicht verdient. Der Teufel hat diese Person dazu verleitet, eine falsche Aussage zu machen.
Im August 1877 sagt Maria, dass der Teufel die Kinder täuschen will. So gibt es Anwesende bei den Erscheinungen der Mädchen, die sagen, Maria auch zu sehen. Später erzählt Maria den Kindern, dass dies das Werk des Teufels ist.
Am 8. September 1877 erscheint Maria in wunderschoenem Licht und viele Engel begleiten Sie. Sie segnet die Quelle, die einige zehn Meter hinter der Kirche liegt und auch segnet Sie das bei einem grossen Baum niedergestellte Wasser. Es ist der Tag der Mariengeburt und etwa 50.000 Menschen sind in Gietrzwald anwesend.
Die Seher fragen Maria auch, ob die katholische Kirche in Polen die Freiheit zurückerlangt. Das Land ist teilweise von Deutschen besetzt, die nichts von der katholischen Kirche halten, und teilweise von Russen. Militäreinheiten von Alexander II. Nikolajewitsch von Russland (1818–1881) aus der Familie Romanow, Zar von Russland (1855–1881), sind der katholischen Kirche in Polen sehr abgeneigt.
Die feierliche Einweihung der Marienkapelle findet am 16. September 1877 statt. An diesem Tag enden die Erscheinungen Mariens den beiden Mädchen.
Der Bischof setzt eine Kommission ein, die den Auftrag hat, die Erscheinungen der beiden Mädchen zu untersuchen. Die beiden Seherinnen geben den Kommissionsmitgliedern stets ehrliche, genaue Antworten und zeigen sich unschuldig. Die Untersuchung ergibt, dass die Erscheinungen der beiden Mädchen frei von Betrug und Lügen sind. Die Untersuchungskommission erklärt 1877, dass die Ereignisse in Gietrzwald/Dietrichswalde echt sind. Die offizielle, kirchliche Anerkennung erfolgt erst ein Jahrhundert später, nämlich 1977.
Naarmate er meer verschijningen zijn, wordt het aantal bezoekers aanzienlijk groter tot zelfs over de 10.000 op zondagen. Dit in weerwil van de atheïstische overheid en media. De Duitse (Pruisische) overheid werkt pelgrims tegen naar Gietrzwald/Dietrichswalde te gaan.
Während der Erscheinungen ähnelt die politische Situation der in Marpingen, wo Maria 1876 zu Besuch ist. Am 1. Juli 1877, der fünften Erscheinung, stellt Justina in Gietrzwald/Dietrichswalde derselben Erscheinung dieselbe Frage wie die Sehenden in Marpingen am 4. Juli 1876: “Wer sind Sie?” Auch dann lautet die Antwort: “Ich bin die selige Frau ohne Erbsünde, die unbefleckte Empfängnis.”
Barbara Samulowska, eine der Seherinnen, macht eine geistliche Ausbildung in Polen. Anschließend geht sie 1885 ins Kloster in der Rue du Bac in Paris, wo sie 1889 ihre Profess ablegt. 1895 reist sie zu Missionsarbeit nach Guatemala. Sie arbeitet im Seminar und im Krankenhaus als Oberin. Barbara stirbt 1950, nachdem sie ein Jahr krank war. Sie war 66 Jahre lang Ordensfrau, davon 54 Jahre in der Mission.
Aufgrund der Zunahme von Pilgern ist die Kirche zu klein geworden. Der deutsche Architekt Arnold Güldenpfenning (1830-1908) entwirft einen Umbau und eine Vergrößerung der Kirche. Die Arbeiten werden in den Jahren 1878-1884 ausgeführt. Dies geschieht zur Zeit von Augustyn Weichsel (1830-1909), Pfarrer in Gietrzwald (1869-1909).
Im Jahr 1945 übernehmen Augustiner die Verwaltung des Heiligtums und kümmern sich auch um die seelsorgerische Betreuung.
Am 10. September 1967 findet die Krönung des Gnadenbildes von Maria und Kind durch Stefan Wyszynski (1901-1981), Erzbischof von Warschau (1948-1981) und Kardinal (1957-1981) statt. Die Krönung erfolgt mit goldenen Kronen. Anwesend ist auch Karol Józef Wojtyla (1920-2005), Erzbischof von Krakau (1964-1978) und Kardinal (1967-1978), der 1978 Papst Johannes Paul II. wird. Zehntausende Gläubige sind gekommen, um die offizielle Veranstaltung zu besuchen. Der Kunstmaler des Gemäldes ist unbekannt. Es wird angenommen, dass das Kunstwerk Anfang des 18. Jahrhunderts in Polen entstanden ist.
Im Jahr 1970 und zwar am 2. Februar wurde die Kirche von Paul VI., Papst von 1963 bis 1978, geboren in Italien als Giovanni Battista Enrico Antonio Maria Montini (1897-1978), zum Basilica erhoben. Bei dieser Zeremonie waren etwa 70.000 Gläubige anwesend, darunter Karol Józef Wojtyla.
Am 11. September 1977, 100 Jahre nach den Erscheinungen, hat die katholische Kirche die Erscheinungen der Gottesmutter in Gietrzwald als echt anerkannt. Dies geschieht durch Józef Drzazga (1914-1978), Bischof von Ermland (1972-1978). Die feierliche Feier in Gietrzwald wird von Karol Józef Wojtyla geleitet. Durch die Anerkennung ist das Dorf ein offizieller Wallfahrtsort geworden.
Im Jahr 1991 verlässt das bekannte Gnadenbild von Gietrzwald einmalig die Basilika und fährt in das nahegelegene Olsztyn. Dies geschieht, als der polnische Papst Johannes Paul II. dort zu Besuch kommt.
In 1997-2007 entsteht ein Kreuzweg mit 14 Stationen. Dies wurde durch viele Spenden aus Polen und dem Ausland ermöglicht.
Die Stiftung "Freunde des Heiligtums Unserer Lieben Frau von Gietrzwald" wurde im Jahr 2003 gegründet. Ziel dieser Organisation ist die Unterstützung von unter anderem kulturellen, sozialen und karitativen Werken. Ebenso werden Maßnahmen zur Bekämpfung und Vorbeugung von Alkoholismus und anderen Suchterkrankungen unternommen.
Im Jahr 2005 begann der Seligsprechungsprozess der Seherin Barbara Stanislawa Samulowska.
Am 27. Juni 2007 weihte Wojciech Ziemba (1941-2001), Erzbischof von Ermland (2006-2016), den Kreuzweg ein. Die Skulpturen der Stationen wurden vom Bildhauer Jan Stepkowski (1952-2011) geschaffen.
Wallfahrtsort
Die Heiligstätte ist umgeben von Wäldern und liegt schön in einer hügeligen Landschaft. Am 27. Juni wird der Erscheinungen Marias gedacht.
Pilger kommen hauptsächlich nach Gietrzwald, um Bilder von Maria zu sehen und die wundersame Quelle zu besuchen. Bedeutende religiöse Monumente sind der Erscheinungsort Mariens und der Kreuzweg auf dem Hügel nahe der Quelle. Auch ein Rosenkranzweg wurde zur Quelle in einer von Bäumen gesäumten Allee angelegt. Der Ort der Erscheinungen ist eine Kapelle; sie ist die bekannteste in der ganzen Region.
Die Basilika der Geburt der Heiligen Jungfrau Maria zeigt viele Darstellungen der Gottesmutter. Das Gnadenbild ist die Abbildung von Maria mit Kind im Aufbau des Tabernakels des Hochaltars. Die Basilika ist innen stark bemalt an Decken und Wänden. In der Kirche stehen viele Skulpturen, wie die des Heiligen Antonius, der Kreuzabnahme Jesu, der Mutter vom Rosenkranz, des Heiligen Josef und vier Evangelisten an der monumentalen Kanzel.
Das ursprüngliche Gnadenbild ist das Gemälde von Maria und dem Kind, das von Millionen von Pilgern begrüßt und dabei viel gebetet wurde. Das Kunstwerk ist mit Öl auf Leinwand gemalt und ist 122 Zentimeter hoch. Das Gemälde zeigt die gekrönte Maria und das Kind. Maria trägt einen blauen Umhang mit Kapuze, der mit goldenen Bändern besetzt ist, auf denen verschiedene farbige Steine angebracht sind. Das Kind ist rot gekleidet und sitzt auf dem linken Arm seiner Mutter. In der linken Hand hält Jesus ein Buch und er macht eine segnende Geste. Über Maria und Jesus sind zwei Engel dargestellt. Sie halten ein Band, auf dem steht “AVE REGINA COELORUM AVE DOMINA ANGELORUM”. Dies bedeutet auf Latein “gegrüßt Königin der Himmel, gegrüßt Herrin der Engel”. Das Gnadenbild ist gekrönt und mit Silber bedeckt, wodurch vom ursprünglichen Bild weniger zu sehen ist.
Auf dem Anwesen gibt es zwei Gebäude, in denen Devotionalien erhältlich sind, und dort gibt es auch etwas zu trinken und zu essen.
In Gietrzwald gibt es ein kommunales Kulturzentrum, das das ganze Jahr über geöffnet ist. Hier erhalten Sie touristische Informationen.
ERHÄLTLICHKEIT
Gietrzwald liegt nicht weit von der großen Stadt Olsztyn (Allenstein), im Nordosten Polens, am Fluss Gilawka an der südlichen Grenze des Ermlands. Das Heiligtum hat den offiziellen Namen:
Sanktuarium der Gottesmutter von Gietrzwałd (Heiligtum Unserer Lieben Frau von Gietrzwałd).
Adresse: Koscielna 4, 11-036 Gietrzwald.
Weitere Informationen finden Sie unter: www.sanktuariummaryjne.pl und www.catholicshrinebasilica.com.
ERLEBNIS
Zweimal habe ich den Wallfahrtsort in Gietrzwald besucht, nämlich im Jahr 2012 und 2024. Meine Erfahrungen beider Wallfahrten sind im Folgenden dargelegt.
Während der Fahrt nach Gietrzwald denke ich oft an meinen Vater und meine Mutter, denn heute ist ihr Hochzeitstag. Heute wäre ihr Jahrestag, aber sie sind schon seit Jahren im Himmel. Dort ist also heute ein Fest. Straßenarbeiten, Staus, Umleitungen und mehr als 10 Stunden Fahrt im Regen haben zu Verzögerungen auf meiner Route zum polnischen Heiligtum geführt. Da ich meinem Ziel nicht mehr fern bin, sind die Regenwolken fortgezogen und die Straße ist plötzlich ganz trocken. Nach vielen Stunden unterwegs ist es Zeit, ein Hotel zu suchen, etwas Warmes zu essen, ein wenig spazieren zu gehen und noch einige Kapitel in einem Buch über Maria zu lesen. Etwas später sind diese vier Wünsche in Erfüllung gegangen. Es scheint, als hätten himmlische Kräfte dies schnell arrangiert.
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück, fahre ich nach Gietrzwald und freue mich darauf, das Marienheiligtum “Sanktuarium Maryjne” zu besuchen.
Bei der Ankunft in Gietrzwald gehe ich zuerst zur Basilika und bei meinem Eintritt fällt mir auf, dass kaum noch ein Platz frei ist. Auf der letzten Bank kann ich mich setzen und ich schaue voller Bewunderung auf Wandmalereien, Altäre, Skulpturen und Gemälde des Kreuzwegs, die die Wände bedecken. Jedes Fenster zeigt Glasmalereien und die Decken sind vollständig bemalt. Die Kanzel ist aus besonders schöner Holzschnitzerei gefertigt. Als die Feier vorbei ist, gehe ich nach vorne und komme zum Hauptaltar. In etwa vier Metern Höhe sehe ich das bekannte Bild von Maria mit Kind. Dieses gesegnete Kunstwerk ist beleuchtet. Minutenlang beobachte ich den Altar und bin beeindruckt von der Stille in diesem Raum, obwohl Dutzende von Pilgern anwesend sind. Um dieses Kunstwerk zu sehen, kommen viele Pilger nach Gietrzwald. Etwas später möchte ich eine Kerze anzünden. Leider wird das hier nicht gelingen, denn Kerzen gibt es nicht. Ich muss mich mit Kerzenlichtern begnügen und das ist für mich unecht. Einige Münzen stecke ich in den Schlitz für brennende Lichter. Absichten habe ich immer, wie für eine etwas ältere Freundin, einen Freund mit gesundheitlichen Problemen und eine gute Bekannte, die mit ihrer Verfassung ständig an einem seidenen Faden hängt. Als ich meine Worte an Maria gerichtet habe, nehme ich wieder Platz in der letzten Bankreihe. So habe ich eine gute Sicht auf das Innere der Basilika. Ich falte die Hände und beginne zu beten. Während meines Betens kommen mir viele Gedanken. Gute Bekannte, Familienmitglieder und die meisten davon sind tot. Ich sehe meine verstorbenen Eltern wieder, ebenso wie eine liebe Tante, die nicht mehr lebt. Ich denke an meine jetzigen Freunde und Freundinnen. Wie dankbar bin ich, dass ich mich von guten Menschen umgeben fühle. Plötzlich kommen mir Gedanken an Maria und ich sehe sie in dieser Basilika.
In der Basilika besuche ich etwas später am Tag noch eine Eucharistiefeier auf Polnisch. Da ich kein Polnisch spreche, kann ich die Messe trotzdem recht gut verfolgen durch meine Kirchenbesuche in den Niederlanden und in Flandern. Die festen Rituale einer Feier sind mir bekannt und dadurch ist das Ganze nachvollziehbar. Im Kirchengebäude sind über 100 Besucher, darunter etwa zwanzig Mädchen und Jungen, die in Weiß gekleidet sind. Ich nehme an, dass sie kürzlich ihre Erstkommunion empfangen haben. Einige Kirchgänger machen Fotos von den jugendlichen Besuchern. Wenn ich jetzt mit hohem Einsatz wetten könnte, dann gehe ich davon aus, dass die Fotografen Eltern der Kinder sind. Leider wird hier kein Glücksspiel betrieben. Gewohnheitsgemäß stehe ich beim Evangelium auf, mache drei Kreuze und tue immer noch eine Zugabe mit einem großen Kreuzzeichen. Während der Predigt sehe ich den Priester heftig gestikulieren und für nonverbale Kommunikation verdient er eine Eins. Etwas später gehe ich zur Kommunion. Fast jeder geht nach vorne und kniet auf der Kommunionbank. Ich folge den Polen. Sie strecken ihre Zunge heraus. Das tue ich nicht und halte meine Hand hoch. Der Priester scheint sich darum nicht zu kümmern. Blitzschnell entscheide ich mich, meinen Mund zu öffnen und eine für mich noch nie dagewesene große Hostie wird mir auf die Zunge gedrückt. So läuft das hier...
In der Basilika sehe ich auf einem Seitenaltar, auf halber Höhe des Gebäudes, ein Foto von Seherin Barbara Samulowska. Es gibt auch ein Foto von Johannes Paul II., dem polnischen Papst. Er kniet in dieser Kirche vor dem Bild von Maria und dem Kind. Während seines Besuchs wurde das gerahmte Meisterwerk aus dem Altarretabel genommen und auf etwa einem Meter Höhe aufgestellt. Dadurch steht der Papst Auge in Auge mit Maria.
Neben der Basilika gibt es zwei kleine Läden, wo viele mit Andachtsinventar verbundene Artikel zum Kauf sind. Für einen guten Freund kaufe ich ein Buch über die Heiligtum auf Englisch geschrieben und für mich eine ähnliche Ausgabe auf Deutsch. Daneben nehme ich ein Dutzend Postkarten und ein Bild von Maria auf Holz mit. Dieses Letzte bekommt einen Platz in einem bedeutungsvollen Marienzimmer bei mir zu Hause. Im anderen kleinen Laden werden kalte und warme Getränke angeboten. Ein Becher mit Kaffee kommt gelegen. Wenn der Kaffeebecher keine Flüssigkeit mehr hat, gehe ich zum Verkaufsraum. Häufig ist hier Papst Johannes Paul II. abgebildet auf Tafeln, kleinen Bildern und Büchern. Dieser polnische Papst ist hier unermesslich populär. Im Laden sehe ich einen Schrank mit Marienbildern stehen. Die Darstellungen sind von verschiedener Größe und Preis. Wenn das Gesicht von Maria vielsagend ist, gefällt es mir. Ein Bild von etwa 40 Zentimetern Höhe sagt mir viel. Das Gesicht ist freundlich und Maria steht auf einer Schlange. Ich bezahle, lasse das Bild gut einpacken, denn Maria muss wohl ganz bleiben; sie hat schon genug gelitten. Im kleinen Laden kaufe ich noch zwei leere Flakons mit Abbildungen von Gietrzwald. Die eine Flasche ist für meinen großen Maria-Freund und die andere geht zu meiner sehr gläubigen Fräulein der ersten Klasse der Grundschule. Sie plagt sich mit der Gesundheit und ich glaube, dass ich ihr mit dem Wasser von hier helfe.
Anschließend gehe ich zur Quelle und nehme die Fläschchen mit, um sie mit besonderem Wasser zu befüllen. Wenn dies geschehen ist, bringe ich das Wasser zum Auto und lege das Bild und die gefüllten Fläschchen sicher auf die Rückbank. Dann nehme ich eine mitgebrachte Kiste mit leeren Flaschen und lasse diese an der Quelle mit Wasser füllen. Dieses Wasser bekommt noch Destinationen, sobald ich wieder zu Hause bin.
Nach meinen Aktivitäten mit den Fläschchen gehe ich zurück zur Basilika. Beim Betreten höre ich, dass der Rosenkranz gebetet wird. Es sind 20 Anwesende mit Perlenketten. In der letzten Bank nehme ich Platz und sehe noch ein gutes Dutzend Pilger eintreten. Meiner Meinung nach sind es alles Polen und die Bestätigung kommt, als ich später die Kennzeichen der Autos sehe, die beim Kirchengebäude stehen. Je länger ich in der Basilika bin, desto mehr sehe ich vom Inneren. Details bemerke ich mehr und mehr, wie Bilder in Glasmalerei, Altarbilder und Deckenmalereien. Dieses Kirchengebäude ist ein Juwel an Schönheit und Geschichte.
Na het bidden van de rozenkrans ga ik opnieuw naar de bron en denk ik aan de verschijningen van Onze Lieve Vrouw. Hier is Maria geweest in 1877 en hebben de zieners Haar ontmoet. Nu ik hier sta, bevind ik me op heilige grond. Wat moet een ontmoeting met Maria een hemelse gewaarwording zijn. Dan neem ik plaats op een trede bij de bron en kijk naar het Mariabeeld dat vlakbij staat met rozenkransen en kaarsen. Wat hangt er een serene sfeer. Hoe moet dat wel niet in 1877 zijn geweest ... Het is nu het moment om te bidden en daarvoor neem ik de tijd. Wat later maak ik een wandeling en ga bij de bron de heuvel op om de kruisweg te bezoeken. Elke statie heeft een eigen kapelletje. Links en rechts van de kapelletjes staan grote, zware platen, waarop de namen van de sponsors met hun land zijn vermeld. Het valt me op dat veelvuldig “USA” is te lezen.
Nachdem ich Maria noch einmal begrüßt habe, danke ich Ihr für meinen Aufenthalt in Gietrzwald. Mit einem warmen Gefühl gehe ich heimwärts.
UMGEBUNG
In der Umgebung von Gietrzwald gibt es viele Seen, Wälder und grüne Felder. Fahrrad- und Wandermöglichkeiten sind hier reichlich vorhanden. Die größere Stadt Olsztyn (Allenstein) liegt 20 km östlich. Den Besuch der Hafenstadt Gdańsk bedeutet, 150 km nordwestlich zu fahren. Um nach Elbląg zu gelangen, sind es 92 km in nordwestlicher Richtung. 23 km westlich von Gietrzwald liegt die Stadt Ostróda.
Der Marienwallfahrtsort Krosno/Krossen liegt 60 km nördlich von Gietrzwald.
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