Maria-
Zimmer

Wijnandsrade – Lourdesgrotte

Im Süden der niederländischen Provinz Limburg liegt das Dorf Wijnandsrade und dort kann man in der Domäne des Schlosses eine Mariengrotte besichtigen. Das Schloss wurde nach Umbauten im 16. Jahrhundert realisiert. Bewohner waren in den vergangenen Jahrhunderten unter anderem Adlige und Geistliche. Die Jesuitenpatres wohnten im Schloss in der Zeit von 1872 bis 1910, und dann gab es auch ein Seminar. Sie wurden aufgrund der ungünstigen Regelungen für Geistliche des “Kulturkampfes” (1872-1879) aus Deutschland ausgewiesen und kamen nach Wijnandsrade. Im Jahr 1928 nutzten Kapuzinerpatres das Schloss. Sie werden auch Minoriten genannt und gehören einem franziskanischen Orden an, dessen Mitglieder in Schwarz gekleidet sind.

Im Jahr 1990 ist die Stiftung zur Erhaltung des Schlosses Wijnandsrade Eigentümer des Anwesens. Nach der Restaurierung wurden Teile für geschäftliche Aktivitäten wie Büros und Gastronomie vermietet.

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Zugangstor an der Vorderseite des Schlosses von Wijnandsrade

Die Geschichte der Grotte beginnt im Dezember 1873. Seit diesem Monat ist Joseph Schmidt vom deutschen Jesuitenorden schwer krank. Ärzte sehen keine Chance auf Heilung. Im Februar 1874 zieht der deutsche Priester Wilhelm Nikolaus Eberschweiler (1837-1921) SJ (Societas Jesu, Jesuitenorden) nach Lourdes. Er ist auch Rektor des “Juniorats”, ein Zwischenjahr vom Noviziat zur philosophischen Ausbildung. Der Priester nimmt Wasser aus dem französischen Wallfahrtsort mit. Bei seiner Rückkehr gibt er das Quellwasser seinem kranken Mitbruder. Der Bruder trinkt davon und wäscht sich auch mit dem Wasser. Drei Tage danach ist der Geistliche wieder ganz gesund und dies ist eine übernatürliche Heilung. Aus Dankbarkeit für die himmlische Heilung wird eine Grotte gebaut, in der sich eine Marienstatue befindet. In der Zeit von 1906 bis 1912 ist Schmidt auch Rektor des St. Ignatius-Kollegs in Valkenburg.

Die Höhle wird “Maria auf dem Motte” genannt, denn die Höhle steht auf einem Motte und dies ist ein abgeflachter, angelegter, erdener Hügel. Die Mariengrotte gehört mit dieser zu Maastricht zu den ältesten Grotten in den Niederlanden. Unter dem Bildnis von Maria stehen die Worte “AVE MARIA”.

Die Grotte wird 1998 restauriert, und das in Absprache mit dem Eigentümer, der Stiftung zur Erhaltung von Schloss Wijnandsrade, denn die Mariengrotte steht auf dem Gelände des großen Komplexes. Die Restaurierung der Grotte ist eine Initiative von Peter Jozef Marell (1917-2007). Er hat zu seinem 80. Geburtstag (1997) einen Wunsch, nämlich die gründliche Renovierung der Grotte, und dieses Geschenk wurde realisiert. Die Restaurierung erfolgt durch den Einsatz von drei Familienmitgliedern der Marells, nämlich Peter Jozef Marell, seiner Tochter Ria Marell (1945) und Neffen Math Marell (1940). Der Zugang zur Mariengrotte ist durch ein Gitter abgesperrt, um Vandalismus vorzubeugen. Es wird eine neue Darstellung der Lieben Frau von Lourdes angebracht, da das vorherige Bild gestohlen wurde. Das neue Marienbild ist aus einer bestimmten Gummisorte aus verarbeiteten Autoreifen gefertigt und ist daher witterungsbeständig.

Im Jahr 2022/2023 wurde die Mariengrotte erneut renoviert und diesmal von den “Freunden von Wijnandsrade”, wobei der Text “Ave Maria” unter der Grotte zum Vorschein kam.

Diese detaillierten Informationen wurden Ria Marell mit großem Dank erhalten.

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Mariengrotte in Wijnandsrade

Das Schloss mit dazugehörigen Ländereien sind ein Reichsmuseum.

Die Mariengrotte ist täglich zugänglich, vorausgesetzt, das Schlosstor ist geöffnet. Über den ersten Burghof geht es rechts zum zweiten Platz und nach etwa 25 Metern auf der linken Seite ist die Grotte zu sehen.

Adresse: Opfergeltstraat 2-3, 6363BW Wijnaarderade.

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Datum der ersten Veröffentlichung: 16. Mai 2024
Datum der letzten Änderung: 31. Januar 2026
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