~~~
Geschichte
Die Kirche entstand im 16. Jahrhundert. Der Bau dieser Kirche ist das Ergebnis von Wundern bei einem Bildstock mit einer hölzernen Pieta. Dieser Bildstock steht seit ca. 1490. Das erste Wunder geschieht 1504. Nach einem Kampf in der Nähe dieser Kapelle mit einer hölzernen Vesperfigur, erhält Nikolaus Lemmerer aus Melkendorf in Oberfranken eine Vision. Der Mann ist schwer verletzt und liegt anschließend fast vollständig gelähmt ein Jahr im Bett. In großer Not betet er zu Maria. In einer Nacht erhält er eine Vision. Er hört sagen: Bringe eine Kerze zum Bildstock mit dem Marienbild bei den Weinbergen von Dettelbach, dann wirst du gesund. Der Mann ist gehorsam. 1505 kommt er in Dettelbach an, zündet die Kerze an und ist sofort geheilt. Dieser Mann erhält eine weitere Vision, eine Kerze zum Rathaus zu bringen, um den versammelten Ratsherren von seinem wundersamen Vorfall zu erzählen. Er gehorcht erneut. Durch die Heilung wird die wundersame Kraft des Marienbildes in der weiten Umgebung bekannt. Nach dem Wunder kommt eine hölzerne Kapelle zum Bildstock. 1506 kommt eine neue Kapelle.
Seit Beginn des Wallfahrtsortes gibt es Wallfahren aus vor allem nahen Orten. Organisierte Wallfahren gibt es bereits im Jahr 1506 unter anderem aus Bibergau, Euerfeld, Kitzingen, Mainsondheim und Prosselsheim.
Lorenz von Bibra (1459-1519), Fürstbischof von Würzburg (1495-1519), beschließt im Jahr 1506, eine Steinkapelle bauen zu lassen. Sein Nachfolger Konrad II. von Thüngen (ca. 1466-1540), Fürstbischof von Würzburg (1519-1540), führt die Arbeiten fort. Im Jahr 1511 werden die vielen Gebetserhörungen in einem Wunderbuch von Johannes Trithemius/Johannes von Trittenheim (1462-1516) niedergeschrieben. Als Ursache für die Wallfahrten wird oft ein Gelübde aufgrund der Gefahr von Epidemien, insbesondere der Pest, Hungersnöten, Kriegen, Schmerzen, Viehkrankheiten oder Kopfkrankheiten angegeben. Gläubige pilgern auch nach Dettelbach, um Maria für das Überleben eines Wolfsangriffs, den Verzehr giftiger Pflanzen, die Heilung von entzündeten Augen oder das Überleben eines Sturzes zu danken.
Sobald die Kirche fertig ist, beginnt etwas später die Reformation und Pilgerfahrten werden von den protestantischen Machthabern verboten. Niemand will und darf Pilgerfahrten begleiten. Danach kommt ein Bauernkrieg (1524-1526) und Pilgerfahrten sind wieder nicht möglich.
Im Jahr 1608 lässt Julius Echter von Mespelbrunn Pläne für eine neue Kirche anfertigen. Die heutige Kirche wird gebaut. Diese Realisierung erfolgt in den Jahren 1610-1613 und der Initiator ist Julius Echter von Mespelbrunn (1545-1617), Fürstbischof von Würzburg (1573-1617). Julius Echter von Mespelbrunn ist während der Gegenreformation aktiv, um Katholiken wieder ein aufgehelltes Gefühl zu geben, ihren Glauben zu bekennen, und er versucht, Menschen vom Protestantismus wieder zum Katholizismus zu bekehren. Im Jahr 1585 besucht Julius Echter von Mespelbrunn den Wallfahrtsort Dettelbach und er ordnet im Jahr 1586 an, dass die Menschen der Stadt Dettelbach zum katholischen Glauben zurückkehren. Die Bewohner tun dies nicht massenhaft und viele von ihnen besuchen die nahegelegene protestantische Kirche. Dies hat zur Folge, dass etwa 70 Familien die Stadt verlassen müssen. Im Jahr 1590 ereignet sich ein besonderer Vorfall; eine von Dämonen besessene Frau wird auf unerklärliche Weise geheilt. Dieser Vorfall rückt den katholischen Glauben bei vielen wieder in den Fokus. Die Wallfahrten nehmen erneut zu.
Das Portal der Wallfahrtskirche, 1612/1613 vom Bildhauer Michael Kern/Michael III (1580-1649) geschaffen. Der Engel Gabriel und Maria werden unter anderem dargestellt.
Am 8. September 1613 wird die Kirche von Eucharius Sang (1556-1620), Weihbischof von Würzburg (1597-1620), geweiht.
Seit 1616 sind Franziskaner für die Wallfahrten in Dettelbach aktiv und dafür hat Julius Echter von Mespelbrunn gesorgt.
Julius Echter von Mespelbrunn gibt den Bau des Klosters in Auftrag. Im Jahr 1620 ist das Kloster für die Franziskaner fertiggestellt und wurde von Johann Gottfried I. von Aschhausen (1575-1622), Fürstbischof von Bamberg (1609-1622) und von Würzburg (1617-1622), geweiht. Die Wallfahrtskirche ist dann eine Klosterkirche geworden.
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618–1648) kamen 1631 schwedische Truppen nach Dettelbach und plünderten das Kloster. Ordensleute flohen, und einige von ihnen wurden getötet. Das Gnadenbild und die Kirche blieben verschont.
Die schwedischen Soldaten werden im Jahr 1634 bei Nördlingen besiegt und Ferdinand III. (1608–1657), König von Ungarn (1625–1657), König von Böhmen (1627–1657) und später Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (1637–1657), besucht den Wallfahrtsort Dettelbach. Er schenkt Maria Kostbarkeiten als Dank für den Sieg über die Schweden. Nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges (1648) lebt die Wallfahrt nach Dettelbach wieder auf.
In der Kirche hängen 25 Gemälde von Wundern, die 1660 angebracht wurden.
Am 19. Juli 1679 gründeten die Franziskaner die Bruderschaft mit dem Namen “Maria der Schmerzen Bruderschaft”.
Der barocke Altar wird in den Jahren 1688-1690 erbaut.
Johann Philipp II von Greiffenclau-Vollrath (1652-1719), Fürstbischof von Würzburg (1699-1719), Herzog von Franken (1699-1719) schenkt im Jahr 1701 einen silbernen Thron für das Gnadenbild, eine Monstranz und einen Kelch.
Während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) in Europa plündern Soldaten aus Preußen im Jahr 1762 die Stadt Dettelbach und das Kloster. Noch mehr Unglück gibt es im Jahr 1770 mit einer Hungersnot.
Bildhauer Agostino Bossi (1740-1790) fertigt einen neuen Gnadenaltar. Seit 1778 steht die Gnadenstatue in einer Glasvitrine in einem Rokoko-Altar. Der Gnadenaltar befindet sich an der Stelle, wo früher der Bildstock gestanden hat.
Aufgrund politischer Umwälzungen im Jahr 1807 mussten Katholiken leiden und Wallfahrten verschwanden fast vollständig. Erst 1826 erlaubte Ludwig von Bayern (1786-1868), König von Bayern (1825-1848), dass die Franziskaner weiter bestehen und neue Mitglieder aufnehmen durften.
Während der Periode 1890-1895 finden Veränderungen in der Kirche statt. Es kommen neue Malereien und barocke Altäre machen Platz für neugotische Ausführungen.
Im Jahr 1892 erhält der Wallfahrtsort Dettelbach Besuch von Prinz Ludwig Leopold Joseph Maria Aloys Alfred (1845-1921). Später ist er der letzte König von Bayern (1913-1918).
Während des Zweiten Weltkriegs (1939–1945) finden keine Wallfahrten nach Dettelbach statt. Ab 1945 lebt die Wallfahrt wieder auf. Anschließend erfolgen schrittweise Renovierungen. Diese werden am 6. September 1992 feierlich abgeschlossen, wobei Paul-Werner Scheele (1928–2019), Bischof von Würzburg (1979–2003), anwesend ist.
Seit 2008 gibt es ein Pilger-Museum.
Das Bistum Würzburg beschließt im Jahr 2017, dass die Wallfahrten nicht mehr von den Franziskanern geleitet werden. Die Pfarrei übernimmt die Aufgaben und ein Büro kommt ins Kloster.
Wallfahrtsort
Der Wallfahrtsort umfasst Wallfahrtskirche, ehemaliges Franziskanerkloster und Kreuzweg mit Friedhof.
Die Wallfahrtskirche trägt den Namen “Maria im Sand”. Das Gnadenbild “Maria im Sand” ist eine kleine Pietà mit der trauernden Gottesmutter. Bisweilen ist auch die Bezeichnung Maria in vineis (Maria im Weinberg) gebraucht worden, da in der Umgebung starker Weinbau betrieben wird.
Im Zentrum der Wallfahrtskirche steht das Gnadenbild. Es ist eine kleine Pieta hinter Glas. Die Orgel ist imposant, darunter viele Szenen aus der Geschichte des katholischen Glaubens.
Im Kloster ist ein Pfarrbüro untergebracht.
Jährlich kommen viele Gruppen von Pilgern zum Wallfahrtsort und außerdem viele einzelne Pilger. Insgesamt besuchen über 10.000 Pilger die Kirche, wenn die Kirchenbesucher hierbei mitgezählt werden, ist die Zahl der Interessierten auf Jahresbasis ein Vielfaches von 10.000.
In der Nähe des Wallfahrtsortes gibt es Übernachtungsmöglichkeiten.
Der Wallfahrtsort liegt am “Fränkischen Marienweg”. An dieser Route sind Kapellen und Kirchen zu besuchen, wo Gemälde, Fresken und Bilder mit Maria zu sehen sind.
Die Wallfahrtskirche ist täglich geöffnet.
ERHÄLTLICHKEIT
Dettelbach liegt im Nordwesten Bayerns, in der Region Kitzingen.
Die Wallfahrtskirche “Maria im Sand” liegt am östlichen Stadtrand von Dettelbach.
Die Adresse des Wallfahrtsortes ist Wallfahrtsweg 18, 97337 Dettelbach.
Aktuelle Informationen finden Sie auf www.pfarreiengemeinschaft-dettelbach.de.
ERLEBNIS
Wenn ich bei Dettelbach ankomme, fahre ich an den Stadtrand, denn dort ist das Wallfahrtsort von “Maria im Sand”.
Der Besuch des Wallfahrtsortes beginnt mit dem Aufschieben eines großen Tores und dann stehe ich vor der Kirche. Was für eine Fassade! Die Vorderseite ist reich mit wunderschönen Statuen geschmückt. Hoch über der Eingangstür steht Maria mit ihrem Kind auf dem linken Arm. Zwei Engel sind zu ihren Füßen dargestellt und zwei weitere Engel krönen die Gottesmutter. Darunter befindet sich ein Bild des Besuchs der Heiligen Drei Könige. Sie geben Geschenke an das Neugeborene, das schon Geschenke annehmen kann. Mutter Maria und Ziehvater Josef schauen zu. Links von mir steht das Kloster. Dann gehe ich in die Wallfahrtskirche.
Wenn ich eintrete, habe ich nicht sofort einen guten Überblick über das Ganze. Es ist ein Durchschreiten und das Kommen zu einem großen Altar, auf dem das Gnadenbild steht. Dies bildet den Mittelpunkt der Wallfahrtskirche. Das Gnadenbild ist das Vesperbild mit der trauernden Mutter Gottes. Maria ist in einem glasschrein platziert. Sie hat ihren toten Sohn auf dem Schoß. Hierbei kommt Leid zum Ausdruck. Dies zieht mich zu Maria. Bei Ihr kann ich mich mit dem, was mich bedrückt, anvertrauen. Das Bild ist klein und misst gut 40 cm. Viele goldene Strahlen kommen von dieser Darstellung und zwei Engel scheinen Wache zu halten.
In der Wallfahrtskirche sehe ich bestimmt 20 Bilder von wundersamen Ereignissen; dort hängen viele Votivbilder, die meist als Darstellungen gemalt sind. Ein Gemälde mit der Darstellung des Engels Gabriel, der Maria besucht, finde ich sehr schön, und dann halte ich es für einen geeigneten Moment zu beten.
Nach dem Besuch der Kirche möchte ich das Kloster besuchen, aber leider ist es geschlossen. Danach ist eine Besichtigung geplant und hinter der Kirche komme ich zu einem großen Kreuz. Dahinter liegt der Friedhof, wo viele ewig ruhen.
Als letztes besuche ich das gegenüber dem Wallfahrtsort gelegene Hotel/Restaurant und wähle einen Tisch aus. Anschließend kommen die Bilder meines Besuchs zurück in Gedanken. Was für ein reicher Ort an Geschichte und Erlebnissen das ist.
UMGEBUNG
Von Würzburg abzureisen, um nach Dettelbach zu fahren, bedeutet, sich 20 km ostwärts zu bewegen.
Die Entfernung des romantischen Rothenburg ob der Tauber nach Dettelbach beträgt 60 km in nördlicher Richtung.
Nach einem Besuch des Wallfahrtsortes Heroldsbach bedeutet das Marienheiligtum in Dettelbach eine Reise von 60 km in westlicher Richtung.
Von Nördlingen nach Dettelbach zu fahren, bedeutet 132 km nach Norden zu fahren.
~~~








