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Zimmer

Wallfahrtsorte in Deutschland – Amberg

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Geschichte
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Treppe zum Wallfahrtskirche in Amberg

Die Geschichte der Wallfahrt beginnt in der Zeit 1633/1634. Zwei Ereignisse sind von Bedeutung, nämlich ein Krieg und eine Epidemie, unter denen die Bevölkerung leidet. Durch den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) wütet ein Konflikt um die Hegemonie des Heiligen Römischen Reiches in Europa und in Amberg und Umgebung wütet eine Pestepidemie. Dieser schwarze Tod fordert viele Opfer. Die Bevölkerung von Amberg wendet sich mehrmals an die Mutter Gottes und bittet um Hilfe. Wenn Hilfe kommt, wird als Dank jährlich eine Wallfahrt veranstaltet.

Caspar Hell (1592-1634), Rektor des Jesuitenkollegs (1629-1634), schenkt das Gnadenbild Maria Hilf, eine Kopie des Bildes des Malers Lucas Cranach (1472-1553), das sich in Innsbruck befindet. Am 3. September 1634 kommt die Abbildung auf den über 500 Meter hohen Berg, der später Mariahilfberg genannt wird. Wenige Monate später ist die Pest vollständig verschwunden. Das Jahr 1634 ist dann der Beginn des Wallfahrtsortes. Das Bild kommt in den Turm der Burg, der als Kapelle eingerichtet wird. 1641 kommt eine Dankkapelle und ein kleiner Wallfahrtsort entsteht. Nach einem Brand im Jahr 1646, bei dem das Bild gerettet wird, kommt der Wiederaufbau. 1651 ist die Einweihung der Kapelle. Bald ist das kleine Gebäude zu klein für die zunehmende Anzahl von Besuchern. Dies liegt auch an den vielen Gebetserhörungen.

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Hochaltar mit Gnadenbild in der Wallfahrtskirche zu Amberg

1696 beginnt die Arbeit an der heutigen, barocken Kirche auf dem Gelände, wo sich einst die Burg befand. Der Entwerfer des Gebäudes ist Wolfgang Dientzenhofer (1648-1706). Georg Peimbl (1696-1702) überwacht den Bau, der von 1696 bis 1702 dauert. Er wird vom Franziskaner Philipp Plank (1660-1720) unterstützt. Ab 1702 wird der Fertigstellung und Einrichtung Vorrang eingeräumt. Der Italiener Giovanni Battista Carlone (ca. 1640-ca. 1718) fertigt die Verzierungen des marmornen Hochaltars im Zeitraum 1702-1707 an. Paolo d’Allio (Paolo d’Aglio, 1655-1729), ebenfalls Italiener, bringt Dekorationen an der Decke des Mittelschiffs, der Seitenkapellen und des Chors an. Die Deckenfresken werden 1717-1718 von Cosmas Damian Asam (1686-1739) gemalt. Am 6. September 1711 findet die Einweihung der Kirche statt, die dann noch nicht ganz fertig ist. Der Kirchturm wird 1726 erbaut. Die Steintreppe ist von 1859.

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Fresken mit Orgel in der Wallfahrtskirche in Amberg

In der Periode 1976-1981 gab es umfangreiche Renovierungen.

Im Jahr 2007 verschwinden die Franziskaner nach langem Aufenthalt in Amberg. Die Nachfolge wird von polnischen Franziskanern angetreten.

Wallfahrtsort
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Inneneinrichtung der Wallfahrtskirche in Amberg

Die Wallfahrtskirche ist Maria Hilfe geweiht und ist ein Ausdruck der Gegenreformation.

In der Kirche sind viele Statuen, Fresken und Gemälde zu sehen.

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Gemälde mit dem Besuch Marias bei ihrer Cousine Elisabeth in der Wallfahrtskirche zu Amberg
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großer Stein als Erinnerung an die Weihe der Kirche im Jahre 1711

Die Fresken an der Decke, die die Geschichte darstellen, sind die Pestepidemie im Jahre 1634, die Ankunft des Gnadenbildes im Jahre 1634, die Rettung des Bildes bei einem Brand im Jahre 1646, die Einweihung der Wallfahrtskirche im Jahre 1711 und Gläubige auf Wallfahrt zum Mariahilfberg.

Die Bilder in den Seitenkapellen und Kapellenaltären zeigen Szenen aus dem Neuen Testament und stellen Heiligenleben dar. Eine Seitenkapelle zeigt den Besuch Marias bei ihrer Cousine Elisabeth und ein anderer Altar zeigt die Heilige Familie. Im linken Altar steht die Unbefleckte Empfängnis Marias im Mittelpunkt.

Ein großer Gedenkstein erinnert an die Weihung der Kirche und darauf steht “Zur Erinnerung an die Weihe unserer “Maria Hilf Kirche” am 6. September 1711″.

Die Wallfahrtskirche ist täglich geöffnet.

ERHÄLTLICHKEIT

Die Adresse der Wallfahrtskirche: Auf dem Mariahilfberg 3, D-92224 Amberg.

Aktuelle Informationen finden sich auf www.amberg-st-martin.de und eine andere Quelle ist
www.mariahilfberg-amberg.de

ERLEBNIS

Der Wallfahrtsort liegt auf einem Berg und um dorthin zu gelangen, hilft Maria. Am “Mariahilfberg” deckt die Flagge die Ladung. Selbst die letzten Meter gehen bergauf, denn die Wallfahrtskirche zu betreten, erfordert noch einige Stufen zu nehmen.

Die Kirche ist ein Ausdruck des Glaubens. Fast jeder Meter ist genutzt durch Gemälde, Skulpturen und Fresken. Was für ein beeindruckendes Interieur! Hier wurde viel Arbeit geleistet, um das Schöne noch schöner zu machen.

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gekrönt Gnadenbild in der Wallfahrtskirche zu Amberg

Die Wallfahrtskirche ist eine echte Marienkirche. Hier wird die Muttergottes oft abgebildet. Hier wird sie unter anderem gekrönt und ihre Mutter Anna ist bei ihr, ebenso wie ihre Nichte Elisabeth. Der Hochaltar zeigt das Gnadenbild, das vollständig mit Gold umrahmt ist. Maria und Jesus sind gekrönt und die Mutter hält ihr nacktes Kind mit beiden Händen. Das kleine Jesuskind schaut zu Maria und sie schaut zu mir… Unter dem Gnadenbild stehen die Jahreszahl “1654” und die Worte “bitte für uns”.

Beim Bewundern der Fresken wird mein Nacken auf die Probe gestellt; so viele Deckenmalereien sind zu sehen. Was für Darstellungen! Hier ist selbst die Trauung von Maria und Josef abgebildet.

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Fresko der Vollziehung der Ehe zwischen Maria und Josef in der Wallfahrtskirche zu Amberg

Als nächstes werde ich das Innere der Kirche weiter besichtigen. Was für eine Fülle von Kunstwerken hat dieser Raum! Welch Handwerkskunst!

In der Wallfahrtskirche finde ich ein Bildchen und darauf steht auch ein Gedicht. Wenn ich den Text übersetze, entsteht:
”O Maria hilf, o Maria hilf!
Oh Maria hilf mir doch!
Ein armer Sünder kommt zu dir.
Lass mich leben und sterben, ich werde nicht zugrunde gehen,
Lass mich nicht im Todsünde sterben.
Steh mir bei im letzten Kampf,
O Mutter der Barmherzigkeit!”

Ein großer Felsbrocken erinnert an die Einweihung der Wallfahrtskirche. Wie viel Arbeitskraft wird benötigt, diesen Felsbrocken zu bewegen?

Zuletzt besuche ich die Grabkapelle. Dort hängt ein Foto von Bischof Oswald Hirmer (1939-2011) aus Südafrika, der hierher gekommen ist, um zu beten, zu singen und zu lachen.

UMGEBUNG

Von Nürnberg nach Amberg sind es 72 km nach Osten.

Das Verlassen von Regensburg, um nach Amberg zu gelangen, bedeutet eine 70 km Reise nach Norden.

Vom Wallfahrtsort Marienweiher nach dem Ort von Amberg zu reisen, beinhaltet, 112 Kilometer nach Süden zu gehen.

Die Wallfahrtsstätte Heilbrünnl (Roding) verlassen, um in den Marienort Amberg zu gelangen, bedeutet eine Verlagerung um 63 km nach Nordwesten.

Die tschechische Stadt Pilsen zu verlassen, um nach Amberg zu gelangen, bedeutet, 136 km westwärts zu fahren.

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Datum der Erstveröffentlichung: 15. Mai 2025
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