Geschichte
Das Heiligtum von Maria Luggau entstand im 16. Jahrhundert. Im Jahr 1513 hatte Helena, eine fromme, arme Bäuerin, im Schlaf eine Vision, in der Maria ihr auftrug, eine Kirche bauen zu lassen. Diese Kirche ist der Ort, um Sie zu ehren. Helena sah jedoch keine Möglichkeit, eine Kirche zu bauen. Sie sagte sich, dass sie wissen wolle, ob die Vision Wirklichkeit sei. Dazu zündete sie auf freiem Feld eine Kerze an und wenn die Flamme drei Tage und Nächte weiterbrannte, glaubte sie, dass die Vision aus dem Himmel kam. Die Kerze brannte weiter, obwohl ein stürmischer Wind wehte. Nach der Vision war dies das zweite Wunder, das Helena erlebte. Sie war von der Echtheit der Vision überzeugt und kaufte eine Pieta von der Schmerzensmutter. Dieses Bild trug Helena von Tür zu Tür durch das Dorf, um Unterstützung von den Bewohnern zu erhalten. Mit der erhaltenen Unterstützung wollte sie eine Kirche errichten. Zu ihrer großen Enttäuschung erhielt sie nur Ablehnungen, Spott und Hohn. Die Dorfbewohner sahen Helena als Hexe an und sie landete im Gefängnis. Die Richter urteilten und sprachen ausdrücklich aus, dass Helena unschuldig sei. Anschließend wurde Helena freigelassen.
Helena fängt an zu arbeiten und richtet 1514 eine einfache Kapelle ein, nämlich einen kleinen Bildstock. Das von ihr gekaufte Bild bekommt dort einen Platz. Während des Baus kommt ein wahnsinniger Dorfbewohner zur Kapelle und entwendet das Bild. Zum Glück bringt der seltsame Mann das Bild zurück. Es wird erzählt, dass er durch das Bild die Geisteskraft zurückerhalten hat. Dieses Ereignis spricht sich im Dorf herum und die Menschen finden es sehr wundersam.
Helena erhält durch den Grafen von Ortenburg einen Fürsprecher. Der Graf reist nach Maria Luggau, um zu sehen, ob die zu bauende Kirche bereits fertiggestellt ist. Jedoch erfährt er großen Widerstand in der Bevölkerung, da die Menschen wenig für Helena übrig haben. Der Graf bricht auf. Unterwegs erschrickt sein Pferd vor einem Gewitter, der Graf verheddert sich im Steigbügel und wird vom Tier mitgeschleift. Plötzlich steht das Pferd still und dadurch ist der Graf gerettet. In diesem Vorfall sieht er ein Zeichen des Himmels und kehrt nach Luggau zurück. Dort sorgt er für die baldige Realisierung der Kirche und der erste Stein wird im Mai 1515 gelegt. Jedoch ist die Kirche durch den großen Zustrom von Pilgern bald zu klein.
Eine neue, gotische Kirche wurde im Jahr 1536 fertiggestellt und mit dem Titel “Maria Schnee” eingeweiht.
Im Jahr 1591 übernehmen die Franziskaner die Organisation der Wallfahrten und tun dies bis 1628. Im Jahr 1593 lässt der Graf von Ortenburg beim Gotteshaus ein Kloster bauen. Im Jahr 1594 lässt Francesco Barbaro (1546-1616), Patriarch von Aquileia (1593-1616), in Maria Luggau eine Pfarrei gründen. Im Jahr 1635 übernehmen die Serviten die Wallfahrtsorganisation von den Franziskanern, die 1628 abgereist sind. Im Jahr 1640 zerstört ein Großbrand das Kloster.
Im Jahr 1730 wird die Kirche erneuert und der Barockstil kommt im Inneren deutlich zum Ausdruck. Mit dem Bau eines neuen Klosters wird 1733 begonnen. Dies ist das heutige Bauwerk.
Im Jahr 1736 zerstörte ein großes Feuer die Wallfahrtskirche. Ein neues Gotteshaus kommt, aber dann im Barockstil. In dieser Kirche wird im Jahr 1749 der heutige Hauptaltar aufgestellt.
Die Fresken in der Kirche wurden in der Zeit von 1740 bis 1772 angebracht.
Im Jahr 1834 kommt das Gemälde des venezianischen Malers Cosroe Dusi (1808-1859), Maria Himmelfahrt, in der Wallfahrtskirche auf dem Hochaltar. Darunter wird die alte Pieta-Statue stehen.
Im Jahr 1913 wird das Gnadenbild nach Zustimmung des Vatikans durch Balthasar Kaltner (1844-1918), Bischof von Gurk in der Periode 1910-1914, gekrönt.
Vor der Kirche kommt im Jahre 1958 eine große Pieta-Statue auf den Platz vor der Kirche.
Im Jahr 1980 findet eine umfassende Restaurierung der Kirche statt.
Am 3. April 1986 wird die Wallfahrtskirche mit Genehmigung von Papst Johannes Paul II. (1978-2005) zur Basilika erhoben.
Wallfahrtsort
Auf ungefähr 1200 Meter über dem Meeresspiegel liegt Maria Luggau im Süden Kärntens. Eine wunderschöne Basilika ist schon von weitem zu sehen. Zuerst komme ich zur Kapelle, um Kerzen anzuzünden.
Das Gemälde des Hochaltars heißt “Mariä Himmelfahrt”. Hier steht auch die alte Pieta-Figur.
Im Seitenaltar der Basilika befinden sich der Heilige Lukas und die Marienstatue mit Jesus aus dem Jahr 1520.
Die Fresken an der Decke zeigen die Geschichte von Maria Luggau. Bei der Basilika gibt es einen Gang mit Votivbildern als Dank an die Gottesmutter.
Seit 1958 steht auf dem Platz vor der Basilika eine weiße Pietà von Konrad Campidell.
Im jährlichen Pilgersaison, das von Mai bis Oktober dauert, besuchen über 50.000 Pilger das Heiligtum.
ERHÄLTLICHKEIT
Der Wallfahrtsort liegt im Süden Österreichs, in Kärnten, und dies wenige Kilometer von der Grenze zu Italien entfernt.
Die Adresse ist: Maria Luggau 26, 9644 Maria Luggau.
Auf www.maria-luggau.at sind aktuelle Informationen zu finden.
ERLEBNIS
Für den Besuch der Basilika komme ich in den Klostergarten. Dort sind eine Quelle mit Wasser für gute Gesundheit und eine Kapelle. Hier ist der Ort für ein Dankgebet.
Anschließend komme ich zu einem Ehrenbogen, der den Zugang zum Platz vor der Basilika ermöglicht. Auf diesem Platz wurde eine große, weiße Pietà aufgestellt. Bevor ich die Basilika betrete, gehe ich in die Kapelle, um eine Kerze anzuzünden. Über den Kerzen hängt auch ein schönes Bild von Maria.
In der Basilika verweile ich lange. Was gibt es hier viel Schönes zu sehen. Gemälde, Skulpturen, Fresken, und alle diese Dinge ergeben ein wunderschönes Interieur. Lange schaue ich auf das Gemälde über dem Hauptaltar, das die Aufnahme Mariens in den Himmel zeigt. Was für ein schönes Kunstwerk ist das.
Ich nehme auf einer Bank Platz und lasse das Wunder der Basilika auf mich wirken. Ich denke an das Geschenk, das ich hier erleben darf. Die Geschichte der armen Bäuerin Helena kommt mir in den Sinn. Was ist seitdem an diesem Ort alles geschehen …
Veröffentlicht: 12. November 2022
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