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Geschichte
Der Entstehung des Wallfahrtsortes Maria Eck liegt eine Legende zugrunde. Holzfäller nehmen in Nächten wichtiger Marienfeiertage Lichtstrahlen vom Himmel wahr. Diese Strahlen landen auf dem Hügel. Die Holzfäller sehen in den Strahlen einen göttlichen Beweis, eine Wallfahrtskirche zu Ehren der Muttergottes zu bauen. Etwas später entsteht eine kleine Kapelle, die auf dem Gelände der heutigen Kirche steht. Diese Kapelle existiert während eines Großteils des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648). Die Kapelle steht auf dem Gelände, das zu einem größeren Gebiet gehört, das zwischen 1618 und 1624 von Sigismund Dullinger (1576-1634), Abt des Benediktinerklosters Seeon (1609-1634), erworben wurde. Im Jahr 1621 unternimmt Abt Sigismund Dullinger den ersten Schritt für eine Marienstätte. Im Jahr 1626 sorgt er für eine bessere Kapelle mit dem Titel “Maria Hilf”. Die Stätte erhält dann den Namen “Maria Egg” und die Bezeichnung “Maria Eck” ist von späterem Datum.
Die erste Phase der jetzigen Wallfahrtskirche Maria Eck wurde 1636 von Benediktinermönchen erbaut, die eine Kapelle ersetzte. Im Jahr 1642 folgte die nächste Bauphase mit der Grundsteinlegung für den Neubau von Mittelschiff und Turm.
Seit 1651 wird auch der Rosenkranz gebetet und gibt es Prozessionen bei Marienfeiertagen.
Das Kloster wurde 1730 erbaut.
Im Jahr 1803 wird das Kloster aufgrund staatlicher Bestimmungen, die für Katholiken ungünstig sind, geschlossen. Ein Großteil der kirchlichen Einrichtung wird verkauft oder zerstört. Im Jahr 1806 ist geplant, die Kirche komplett abzureißen. Soldaten sind auf dem Weg nach Maria Eck, und unter ihnen befindet sich der Pfarrer von Siegsdorf, Josef Lechner (1766-1832). Die Bauern aus der Umgebung versammeln sich und wehren sich gegen die Soldaten. Sie stürmen auf sie los, und die Soldaten fliehen. Der Priester und ein Helfer werden von den Bauern festgenommen und von ihnen kräftig geschlagen.
Im Jahr 1810 wurde die Wallfahrtskirche und das umliegende Gelände an Privatpersonen versteigert. Diese Versteigerung wurde einen Monat später wegen des Widerstands der lokalen Bevölkerung rückgängig gemacht. Pilger beten vor der Kirche. Am 30. Juni 1813 wurde die Kirche erneut geweiht und am 11. Dezember desselben Jahres kehrte das Gnadenbild in die Kirche zurück. Dies geschah nach der Vermittlung von Kronprinz Ludwig (1786-1868), dem späteren König Ludwig I. von Bayern (1825-1848).
Im Jahr 1826 wurde in 12 Tagen eine Straße, die Wallfahrtsstraße, zwischen dem Ort Siegsdorf und dem Wallfahrtsort angelegt. Mehr als 1400 Arbeiter und etwa 400 Wagen wurden dafür eingesetzt.
Im Jahr 1884 richten die Franziskaner vergeblich eine Bitte an die bayerische Regierung, kirchliche und schulische Aktivitäten in Maria Eck auszuüben. Einige Jahre später gelingt es Pater Lorenz Totnan Seehuber (1828–1901), die Genehmigung für Gottesdienste und Schulen zu erhalten. Er kauft den Komplex für 85.000 Mark. Anschließend verhandelt er mit dem bayerischen Staat und dem Erzbistum München. Dies hat zur Folge, dass Mitte August 1891 die ersten Brüder der Franziskaner-Minoriten das Kloster beziehen.
Am 15. August 1891 sind Franziskanermönche im Marienwallfahrtsort tätig, und für die Heiligtum beginnt eine neue Blütezeit.
Während der Nazi-Herrschaft im Jahr 1936 rückt die Kirche erneut ins öffentliche Interesse. Ein hochrangiger Führer der NSDAP fordert die Schlüssel der Kirche und ordnet daraufhin die Schließung der Kirche an. Dabei werden zwei Glocken aus dem Turm geholt, um sie für die Waffenindustrie umzuschmelzen.
Seit 1954 begrüßt Maria vom Klosterdach die Besucher. Die Gestalt ist 3 Meter hoch und aus Kupferblech gefertigt.
Am 31. Mai 1969 wurden die Kapellen mit den 15 Geheimnissen des Rosenkranzes von Monsignore Roman Friesinger (1905–1977), Pfarrer von Ruhpolding, geweiht.
Das Bildnis der Schutzmantelmadonna des Bildhauers Carsten Lewerenz (1959) wurde am 15. August 1988 aufgestellt, wobei unter dem Mantel Marias Märtyrer des Zweiten Weltkriegs (1939-1945) wie Maximilian Kolbe (1894-1941), Edith Stein (1891-1942) und Rupert Mayer (1876-1945) dargestellt sind. Die Abbildung befindet sich in der Wallfahrtskirche.
In der Umgebung wurden versteinerte Münzen gefunden, die als Maria Eck-Pfennige gelten. Die Geschichte besagt, dass die Gottesmutter die Beute eines Diebes, der den Opferstock der Kirche geplündert hat, auf seiner Flucht in Stein verwandelt und dies gilt auch für die Münzen.
Wallfahrtsort
Maria Eck ist die Wallfahrtsstätte mit der höchstgelegenen Klosterkirche Deutschlands. Die Marienwallfahrt liegt 882 Meter über dem Meeresspiegel. Der Marienort gehört zum Erzbistum München-Freising.
In Maria Eck gibt es einen Klostergasthof, mit Hotel, Café und Restaurant, aber zum Beispiel auch im nahe gelegenen Bergen gibt es Übernachtungsmöglichkeiten, sowie in Ruhpolding und Traunstein.
Vor der Kirche steht eine Kapelle mit Maria, ihrem Kind, einer Quelle und seitlich auf den Mauern zwei Texte, nämlich über Mariä Geburt und die Verkündigung.
Im Altar auf der linken Seite ist Anna, die Mutter von Maria, abgebildet, wie sie ihre kleine Tochter unterrichtet. Auf der einen Seite ist Vater Joachim zu sehen und auf der anderen Josef.
Neben dem Altar mit der Kreuzigung ist Maria als Rosenkranzkönigin zu sehen.
Im Laufe der Jahrhunderte finden Restaurierungsarbeiten statt, und unter anderem wird 2012 eine neue Orgel eingebaut.
Außer der Kirche Maria Eck ist auch die nahegelegene Antoniuskapelle zu besuchen.
Am Wallfahrtsort gibt es viele Votivgaben von Soldaten und Gedenktafeln von Kriegen, sowohl in der Kirche als auch auf dem umliegenden Gelände.
Der jährliche Feiertag ist der 8. September, der Tag der Geburt Mariens.
Die Wallfahrtskirche ist das ganze Jahr über geöffnet.
ERHÄLTLICHKEIT
Der Wallfahrtsort Maria Eck liegt bei der Ortschaft Siegsdorf, östlich der größeren Stadt Rosenheim, im Süden des Bundeslandes Bayern. Maria Eck liegt zwischen dem bayerischen Rosenheim und dem österreichischen Salzburg, nicht weit von der Autobahn A8 München-Salzburg.
Adresse: Maria-Eck-Straße 2, 83313 Siegsdorf.
Aktuelle Informationen finden Sie auf www.kloster-mariaeck.de.
ERLEBNIS
Auf dem Hügel liegt der Wallfahrtsort Maria Eck. Ich bin froh, dass ich hierher komme, um Maria zu grüßen an dem höchstgelegenen Marienort Deutschlands. Vor der Wallfahrtskirche steht eine Kapelle, und diese besuche ich als erste auf dem Rundgang durch das Heiligtum. Maria steht mit ihrem Söhnchen über einer Quelle und vor einer felsigen Mauer. An der linken Seite der Kapelle ist der Text eines Gedichtes über die Geburt Mariens zu lesen, und an der anderen Mauer ein Text über die Verkündigung.
Anschließend gehe ich in die Kirche und stehe voller Bewunderung vor dem Interieur. Was für eine Schönheit! Ich staune mit offenem Mund und als ich zum Hochaltar komme, sehe ich das Gnadenbild. Hier halte ich lange inne und betrachte die gesamte Szene.
Das Gnadenbild zeigt Maria auf Wolken und einer Mondsichel, mit auf dem linken Arm ihr Kind. Sie hat einen langen, blauen Mantel an und trägt einen sechseckigen Davidstern. Ganz unten sehe ich ein Bild der Kirche von Maria Eck aus dem Jahr 1642 und dieser untere Teil wurde später bearbeitet, so lasse ich mir sagen. Die liebe Frau ist nach dem wichtigsten westlichen Wallfahrtsbild Marias aus der Basilika Santa Maria Maggiore in Rom (Maria Schnee) modelliert. Große Engel umgeben sie mit einer himmlischen, freudigen Stimmung. Darunter sind Pilger und ein Mönch dargestellt, der Honrat Kolb (1603–1670, OSB, Orden des Heiligen Benedikt), Abt von Seeon, darstellt, der hier Beichtvater und verstorben ist. Ganz rechts ist Schwester Scholastica (ca. 480–ca. 547) dargestellt.
Besonders schön finde ich die byzantinische Ikone der Maria mit Kind. Ich erfahre, dass dieses Kunstwerk in Russland hergestellt und über eine Reise hierher gelangt ist. Ein Familienmitglied des adligen polnischen Geschlechts Radziwill/Radvila bringt es aus seinem Land mit und reist damit nach Rom, um es dort von der Darstellung der Maria in der Basilika Santa Maria Maggiore berühren zu lassen. Anschließend kommt das berührte, gemalte Bild in das Kloster Seeon und danach schenkt er es der Kirche von Maria Eck.
An der Westseite der Kirche sehe ich drei alte Bilder hängen mit lateinischen Inschriften, die verweisen auf die Legende des Entstehens dieses Wallfahrtsortes. Die Bilder sind die Lichtstrahlen über dem Berg, die anzeigen, dass hier für Maria ein besonderer Ort kommen soll, ein Blinder weist den Weg und Arbeiter sind beschäftigt mit der Spitze des Kirchturms.
Nach dem Besuch der Kirche mache ich einen Rundgang um das Gebäude und hinten komme ich zu einem Vordach, wo hunderte von Kreuzen für Prozessionen stehen. Was für eine Sammlung! Ich nehme ein Kreuz und gehe ein paar Meter damit, aber es ist jetzt keine Prozession.
Am Ende des Besuchs gehe ich in das Hotel/Restaurant, das in der Nähe der Wallfahrtskirche liegt. Ich nehme an einem Tisch Platz und sehe mir die Speisekarte an. Der Kellner kommt vorbei. Ich bestelle etwas zu trinken, spreche es aus und zeige es auf der Karte an. Wenig später wird von einem anderen Kellner ein Getränk gebracht, das ich nicht bestellt habe und auch nicht annehme. Etwas später kommt er mit dem richtigen Getränk. Als ich bezahlen möchte, kommt der erste Kellner zu mir. Er fragt, was ich zuerst bestellt habe und ich nenne es und zeige es wieder an. Daraufhin sieht er mich seltsam an. Ich bezahle die Getränke und schließe daraus, dass der Mann seinen Tag nicht gut hat. Dass ich als Kunde behandelt werde, fühle ich nicht.
Auf dem Rückweg zum Auto blicke ich zurück auf den Besuch bei Unserer Lieben Frau auf diesem hochgelegenen Heiligtum. Ich bin froh, Maria hier getroffen zu haben. Danke, Maria.
UMGEBUNG
In der Umgebung von bayerischen Maria Eck sind viele Wanderungen zu machen.
Von Ruhpolding nach Maria Eck sind es 6 km nach Norden.
Vom Wallfahrtsort Altötting zum Wallfahrtsort Maria Eck zu wollen, bedeutet 60 km nach Süden zu reisen.
Verreizen aus Berchtesgaden, um nach Maria Eck zu fahren, beinhaltet das Überwinden von 56 km nach Nordwesten.
Die Stadt Rosenheim verlassen nach Maria Eck anzukommen erfordert 50 km sich nach Osten begeben.
Aus der Großstadt München abfahren und nach Maria Eck fahren, sind 110 km in südöstlicher Richtung zurückzulegen.
Von Salzburg Österreich nach Maria Eck sind es 45 km nach Osten.
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