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Wallfahrtsorte in Deutschland – Marienweiher

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Geschichte
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Fassade Wallfahrtskirche zu Marienweiher

Eine Legende liegt der Wallfahrtsstätte Marienweiher zugrunde. Ein Fuhrmann aus Sachsen, das überwiegend ein katholisches Land ist, lässt in Franken eine Marienstatue anfertigen. Er nimmt die Statue mit, um sie zu Hause aufzustellen. Unterwegs nach Hause übernachtet der Mann in einer Herberge in der Nähe des heutigen Marienweiher. Zu jener Zeit sind Räuberbanden in den Gegenden mit dichten Wäldern entlang der Landstraßen aktiv. Eine solche Bande, die möglicherweise von der Anwesenheit des Fuhrmanns mit Pferd, Geld und Statue wusste, überfällt die Herberge, als der Mann dort übernachtet, aber er ruft Maria an und entkommt der Gefahr. Um seine Dankbarkeit gegenüber Maria zu zeigen, stellt er die Statue der Gottesmutter neben die Landstraße. Er baut eine kleine Kapelle für die Statue und geht nach Hause. Zu Hause in Sachsen verkauft er all seinen Besitz und kehrt zur Kapelle zurück, um dort in der Nähe zu bleiben.

Es ist bekannt, dass bereits 1189 eine Kirche in Marienweiher stand. In einer Urkunde steht, dass die Kirche ein Geschenk von Otto II. von Andechs (1132-1196), Bischof in der Zeit von 1177-1196, ist. Im Jahr 1217 wurde die Schenkung erneuert. Bei der Kirche befanden sich dann ein Kloster und ein Hospiz. Durch die Herrschaft der Hussiten (1419-1436) wurden die Gebäude 1430 geplündert und zerstört. Ende des 15. Jahrhunderts ging die Kirche durch einen Brand verloren und eine neue wurde gebaut.

1574 kommen die Protestanten in Marienweiher an die Macht und dies hat nachteilige Folgen für die Umsetzung des katholischen Glaubens. 1594 beginnt die Gegenreformation und dadurch ist es möglich, wieder Pilger zu empfangen. Die Zahl der Pilgernden nimmt mit dem Jahr zu und es entsteht die Notwendigkeit, eine große Kirche zu bauen. Ein größeres Gotteshaus wird in der Periode 1617-1620 gebaut. In diesem Gebäude erhält das Gnadenbild aus ± 1450 einen zentralen Platz. Rückschlag gibt es erneut für den Wallfahrtsort während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648), denn 1631 gibt es einen Einfall schwedischer Truppen. Die Militärs plündern und zerstören. Hiernach gibt es noch andere Rückschläge durch Hungersnot und Krankheiten.

Im Jahr 1646 trafen Franziskaner ein, um den Wallfahrtsort zu leiten, und der Wiederaufbau des geliebten Marienplatzes erfolgte in den Jahren 1650 bis 1661. Ende des 17. Jahrhunderts erlebte der Wallfahrtsort eine Blütezeit mit mehrmals etwa 800 Pilgern pro Tag.

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Deckenfresko in der Wallfahrtskirche in Marienweiher

Im Jahr 1720 wurden Fresken in der Kirche angebracht, ebenso wie Verzierungen von Johann Jakob Vogel (1661-1727). Die Weihe der neuen, barocken Kirche erfolgt im Jahr 1721 durch Johann Werner Schnatz (1660-1723), Weihbischof von Bamberg (1705-1723). Einige Teile der Kirche stammen aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Die geweihte Kirche ist das heutige Kirchengebäude. Der Entwurf von Turm und Aufgang zur Kirche sind von Johann Jakob Küchel (1703-1769).

Durch politische Umwälzungen wird im Jahr 1802 das Kloster aufgehoben und das Gebäude geht in Privatbesitz über. Die Franziskaner werden vertrieben. Ludwig Karl August von Bayern (1786-1868), Ludwig I., König von Bayern (1825-1848), erlaubt im Jahr 1828, dass das Kloster neu eingerichtet und die Franziskaner zurückkehren.

Der Hochaltar wurde 1811/1812 vom Bildhauer Paul Hetzei (1767-1849) geschaffen.

Um 1870 wird der Höhepunkt der Wallfahrten erreicht. Franziskaner übernehmen die Organisation der Wallfahrten im Jahr 1900. Im Jahr 1983 kommen neue Franziskaner aus Schlesien (Breslau), um sich um den Marienort zu kümmern.

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Innenraum der Wallfahrtskirche in Marienweiher

Die Kirche wird 1993 zur Basilika erhoben, nachdem Papst Johannes Paul II., Papst in der Zeit von 1978-2005 und geboren als Karol Józef Wojtyla (1920-2005), seine Zustimmung gegeben hat.

Seit 2006 gibt es den Verein “Freunde der Wallfahrtsbasilika Marienweiher”. Jeder kann sich hier anschließen. Diese Organisation erhält auch Spenden und regelmäßige Zuwendungen von den Freunden. Dadurch ist es möglich, den Wallfahrtsort mit notwendigen Arbeiten zu unterstützen.

Ein Klosterladen mit Devotionalien gibt es seit 2009.

Im Jahr 2012 wird ein Pilgerbaum gegenüber dem Wallfahrtsort auf einem Parkplatz aufgestellt. In diesem Jahr wird auch ein Pilgerbüro unter Mithilfe von Geldern der Europäischen Union eingerichtet.

Wallfahrtsort

Marienweiher ist ein kleines Dorf bei Marktleugast. Der Wallfahrtsort ist der älteste Bayerns und gehört zu den ersten Marienheiligtümern Deutschlands. Die Wallfahrtsstätte umfasst Basilika und Kloster. In der Kirche werden außer religiösen Aktivitäten, wie z.B. Eucharistiefeiern, unter anderem auch Konzerte, Thementagungen und Vorträge abgehalten.

Die hölzerne Gnadenstatue ist aus etwa 1450 und zeigt Maria und das kleine Jesuskind. Diesem Bild werden Wunder zugeschrieben, darunter das “Türkenwunder” im 16. Jahrhundert. Ein Hauptmann aus Marktleugast wird von Türken in Belgrad gefangen genommen. Wenn er seinen katholischen Glauben nicht abschwören will, folgt der Tod. Der Mann betet zu unserer Lieben Frau von Marienweiher und am nächsten Morgen erwacht er mit den Ketten vor dem Hochaltar in Marienweiher.

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Gnadenbild in der Wallfahrtskirche zu Marienweiher

Die Fresken in der Kirche stellen unter anderem glorreiche Geheimnisse des Rosenkranzes dar, nämlich Verkündigung, Heimsuchung, Geburt Jesu, Darstellung im Tempel und Verlust. Die bemalte Decke zeigt den Tod und die Himmelfahrt Marias.

Die Basilika hat eine Länge von 48 Metern, die Breite beträgt 14 Meter und die Höhe beläuft sich auf 19 Meter. Der Turm ragt bis 48 Meter empor.

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Teil des Innenraums der Wallfahrtskirche in Marienweiher mit einem Bildnis des verstorbenen Papstes Franziskus

Der Besuch der Wallfahrtskirche Marienweiher findet kurz nach dem Tod von Papst Franziskus am 21. April 2025 statt. Ein Foto des Papstes, eine Kerze, Blumen und Lichter bilden eine Szene zum Gedenken in der Kirche.

Im nördlichen Außenmauer der Basilika ist eine Kreuzigungsgruppe mit Maria, Jesus und Johannes dargestellt. Der Künstler ist unbekannt und das Werk wurde im 16. Jahrhundert gefertigt. Hier sind auch zwei Platten angebracht mit den Namen von Gefallenen und Vermissten der Pfarrei Marienweiher aus dem Ersten Weltkrieg (1914-1918) und dem Zweiten Weltkrieg (1939-1945).

Der Klosterladen mit Devotionalien hat begrenzte Öffnungszeiten und ist samstags und sonntags in der Zeit von März bis einschließlich Dezember geöffnet. Die Wallfahrtssaison dauert von Anfang Mai bis Ende Oktober.

Jährlich kommen zum Marienweiher über 10.000 Pilger und das zusätzlich zu den regelmäßigen Besuchern, die in der Nähe wohnen. Die geschäftigsten Wallfahrtstage sind der 1. Mai, Pfingsten und das Wochenende nach dem Fest der Geburt Mariens am 8. September.

Parkmöglichkeiten gibt es in der unmittelbaren Umgebung.

Marienweiher liegt am “Fränkischen Marienweg”, einer Wander- und Radroute von kleinen und großen Wallfahrtsorten in Franken.

Die Basilika ist täglich geöffnet.

ERHÄLTLICHKEIT

Marienweiher liegt im Osten Deutschlands und im Nordosten des Bundeslandes Bayern.

Die Adresse des Wallfahrtsortes lautet Marienweiher 3, D-95352 Marktleugast.

Aktuelle Informationen sind zu finden auf www.basilika-marienweiher.de.

ERLEBNIS
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Pilgerbaum am Marienweiher

Im Norden Bayerns besuche ich die älteste Marienwallfahrtsstätte des Freistaates. Nach einer Autofahrt über meist deutsche Autobahnen komme ich beim Marienweiher an und ein Parkplatz ist schnell gefunden. Beim Parkplatz steht ein sehr hoher Pilgerbaum. Von allen Pilgern ist dieser Baum der all Heiligen Jungfrau gewidmet. Ich zähle mehr als 45 Schilder. Wie beliebt ist Maria hier!

Es ist die Straße überqueren und zur Wallfahrtskirche gehen. Jetzt noch eine Treppe mit vielen Stufen hinaufsteigen. Ganz in der Nähe des Eingangs steht eine Darstellung von Maria mit Kind auf einem hohen Sockel. Dieses Bild zeigt Maria als Königin des Himmels (Regina Coelli). Unsere Liebe Frau trägt den fränkischen Herzogshut. Dies fühlt sich wie ein herzliches Willkommen an.

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Marienbildnis für die Kirche in Marienweiher

Hinter dieser Darstellung steht die Wallfahrtskirche. Unweit davon steht noch eine Marienstatue und sie hat goldfarbene Kleidung an. Über dem Portal der Basilika sehe ich das Wappen von Papst Johannes Paul II. mit der Jahreszahl 1993, die an die Verleihung des Titels Basilika erinnert.

In der Wallfahrtskirche sehe ich nur Pracht! Was für Bilder, Fresken und Gemälde! Das Gnadenbild steht zentral im Chorraum. Maria und ihr Söhnchen sind gekrönt und tragen rote Kleidung. Die Gottesmutter hat rosige Wangen, blickt in die Kirche und hält ein Zepter in der linken Hand.

Die Fresken in der Kirche sind mehr als beeindruckend. Die gesamte Decke ist bemalt. Es ist lange nach oben zu schauen. Würde es im Himmel auch so aussehen?

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Relief von Kunigunde von Luxemburg in der Wallfahrtskirche zu Marienweiher

Dan mache ich noch eine Runde in der Wallfahrtskirche. Eine schöne Statue lädt mich ein, näher zu kommen. Es ist das Bildnis einer großen, schlanken, schönen Frau mit einer Krone auf und einem Zepter in der Hand. Was für eine prächtige Erscheinung! Dies ist Kunigunde von Luxemburg (980-1033), Königin (1002-1014) und Kaiserin (1014-1033) des Heiligen Römischen Reiches. Sie wurde 1200 heiliggesprochen.

Zahlreich sind die Votivgaben in dieser Kirche. Hierzu ist eine separate Kapelle eingerichtet, wo auch lebensgroße Kinder als Puppen dargestellt sind. Auch große Kerzen stehen in diesem Raum. Nachdem diese Kapelle angesehen wurde, nehme ich auf einer Bank Platz und es ist Zeit, mit Gedanken bei Maria zu sein.

Neben dem Eingang der Kirche ist eine Lourdesgrotte gebaut worden. Dort ist es, einige Kerzlein anzuzünden und zu Maria zu beten. Im Jahr 1897 ist diese Grotte geschenkt worden von Pilgern aus Bamberg, so lese ich auf einem Schild.

Der Besuch in Marienweiher ist ein besonders großes Geschenk. Was habe ich hier viele Eindrücke gewonnen, Kunst bewundert, zu Maria gebetet und vor allem Spiritualität erleben dürfen.

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Votivgaben, als Figürchen, Gemälde, Fotos, Puppen und Kerzen in der Kapelle der Wallfahrtskirche zu Marienweiher
UMGEBUNG

In und um den Marienweiher gibt es viele Wandermöglichkeiten und Radfahrmöglichkeiten.

Van Bamberg naar Marienweiher gaan, bedeutet sich 81 km nach Nordosten begeben.

Ein Ausflug von Bayreuth nach Marienweiher bedeutet, 35 Kilometer nach Norden zurückzulegen.

Die Reise von der Wallfahrtsstätte in Heroldsbach zur Wallfahrtsstätte Marienweiher gelingt nach 109 km nach Nordosten.

Von Hof nach Marienweiher sind es 34 Kilometer in südwestlicher Richtung.

Die Entfernung von Nürnberg nach Marienweiher beträgt 116 km nach Norden.

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Datum erste Veröffentlichung: 9. Mai 2025
Datum der letzten Änderung: 12. Mai 2026
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