Maria-
Zimmer

Wallfahrtsorte in Deutschland – Ponlach

Geschichte

Der Wallfahrtsort besteht schon seit Jahrhunderten. Ein Einsiedler in Ponlach hat eine Marienstatue mitgebracht. Er stellt diese über eine Quelle. Das Wasser der Quelle hat eine heilende Wirkung. Der Ursprung der Wallfahrten ist daher eine Marienstatue, die eine Zeit lang über einer Quelle steht. Hier kommt der Name “Maria Brunn” her. Beim Entfernen eines Teils des Hügels und dem Druck des Wassers der Quelle löst sich ein großer Felsen. Ein Arbeiter fällt durch den herabstürzenden Felsen vom Gerüst und ist lebensgefährlich verletzt. Der Mann ist durch das heilende Wasser bald geheilt. Der große Felsen liegt nahe der Seitentür der Kirche. Eine “Prun-Kapelle” mit eigener Quelle hat westlich der heutigen Kirche gestanden. Die Kapelle bei dieser Quelle heißt “Fünf-Wunden-Kapelle”. Im Gebäude befand sich ein Kruzifix mit den fünf blutenden Wunden Christi. Hierbei geht es um ein Kreuz, bei dem aus dem Bild aus linker Arm, rechter Arm, Fuß, Kopf und Seite Quellwasser kommt. Diese Kapelle ist im Jahr 1978 zerstört worden und zwar durch einen umgestürzten Baum.

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Wallfahrtskirche in Ponlach

Im Jahr 1624 entspringt eine Quelle und das Wasser bringt Heilung für die Menschen. Eine Holzkapelle steht an der Quelle und wird im Laufe der Zeit durch die wachsende Zahl von Besuchern zu klein. Im Jahr 1624 wird eine neue Kapelle errichtet. Der Bau erfolgt auf Initiative von Paris Lodron (1586-1653), Fürsterzbischof von Salzburg (1619-1653). Der Name der Kapelle lautet “St. Maria Prunnen”. In dieser Kapelle stand einst eine nicht mehr bekannte Marienstatue.

Das heutige Gnadenbild wurde 1640 vom Salzburger Bildhauer Hans Pernegger (1603-1664), auch Hans Bernecker der Jüngere genannt, geschaffen. Es zeigt in einem reich geschnitzten Baldachin das Gnadenbild. Es ist eine stehende Maria mit Krone und Zepter und Jesus auf dem Arm. Auf beiden Seiten steht ein Engel. Der Hochaltar ist ein Werk von Simon Thaddäus Baldauf (1677-1753), dem Hof-Tischler aus Salzburg.

Anfang des 18. Jahrhunderts verfiel die Kapelle und es wurde der Plan für eine neue und größere Wallfahrtskirche gefasst. Die Kapelle wurde ständig von Erdrutschen und Überschwemmungen bedroht. Aus diesen Gründen wurde 1714 mit der Verlegung der Kapelle an ihren heutigen Standort begonnen. 1716 begann der Bau der neuen Wallfahrtskirche nach Plänen des Hofarchitekten Sebastian Stumpfegger (1671-1749) aus Salzburg. Als Grundriss der Kirche diente die Kleeblattform des Salzburger Doms.

Am 21. November 1717 fand die Einweihung einer neuen Kirche durch Franz Anton von Harrach zu Rorau (1665-1727), Erzbischof von Salzburg (1709-1727), statt.

Die Seitenaltäre werden erst 1731 aufgestellt. Die Skulpturen wurden vom Bildhauer Johann Georg Itzfeldner/Izlfellner (ca. 1704–1790) aus Tittmoning geschaffen. Der linke Altar ist dem Heiligen Josef geweiht und ein weiterer Altar ist dem Heiligen Johannes von Nepomuk gewidmet.

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bron achter de bedevaartkerk te Ponlach

In dieser Zeit gibt es zwei Quellen, die jeweils eine heilsame Wirkung haben. Die Entstehung der zweiten Quelle ist unbekannt.

Im Jahr 1927 wurde das Innere der Kirche bemalt. Neun Medaillons wurden sichtbar gemacht, die Szenen aus dem Leben Mariens zeigen.

Eine große Restaurierung findet in der Periode 1985-1990 statt.

Wallfahrtsort

Die Wallfahrtskirche steht im Dorf Ponlach, das zur Gemeinde Tittmoning gehört. Die Kirche heißt Maria Ponlach und wird wegen der Quellen auch “Maria Brunn” genannt. Die Wallfahrtskirche liegt zwischen Bäumen und Hügeln. Die Kirche wurde im Laufe der vielen Jahre mehrmals vergrößert. Ein zierliches, achteckiges Türmchen krönt die wuchtige Vorderfront.

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Hochaltar der Wallfahrtskirche zu Ponlach

Das Gnadenbild steht auf dem Hauptaltar und ist mit kostbaren Gewändern bekleidet. Sowohl Maria als auch Jesus sind gekrönt. Maria hält eine Zepter.

Die doppelte Galerie auf der Brüstung zeigt die berühmtesten Marienwallfahrtsorte, wie Altötting, Einsiedeln, Loreto, Monserrat und das Salzburger Maria Plain. Die Gemälde sind von 1723.

Die Quelle lässt das Wasser fließen und dies geschieht hinter der aktuellen Kirche aus zwei Quellen. Die linke Quelle ist zum Befeuchten der Augen und die rechte Quelle wird zum Trinken verwendet.

Die Wallfahrtskirche ist täglich geöffnet.

Nur knapp 200 Meter von der Wallfahrtskirche entfernt steht eine imposante Burg mit einer Schlosskapelle, die dem Heiligen Michael gewidmet ist.

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Sint-Michaels-Kapelle auf dem Burghof in Tittmoning
ERHÄLTLICHKEIT

Ponlach liegt im Bundesland Bayern, im äußersten Südosten Deutschlands, nahe der Grenze zu Österreich. Das Dorf liegt nordöstlich von Rosenheim.

Adresse: Papst-Benedikt-XVI-Weg 3, 84529 Tittmoning.

Aktuelle Informationen sind unter folgender Adresse zu finden: www.erzbistum-muenchen.de.

ERLEBNIS

Bei der Annäherung an Rosenheim weiß ich, dass Ponlach nicht mehr so weit weg ist. Etwas später sehe ich Schilder mit dem Ortsnamen Tittmoning und ich weiß, dass Ponlach westlich davon liegt.

Eine Straße ohne Autoverkehr gehe ich auf. Ungefähr 200 Meter bergauf und dann bin ich nahe der Wallfahrtskirche. Entlang des Weges zur Kirche fließt Wasser mit großer Geschwindigkeit. Woher kommt dieses Wasser? Nicht aus den Quellen, stellt sich nach meiner kurzen Recherche heraus. Vielleicht ist es Regenwasser oder Schmelzwasser.

Ich sehe ein kleines Gebäude und oben steht die Jahreszahl 1890 und darunter Worte, die ich ins Niederländische übersetze: “Gott steht für Dank und Ehre. Die Stadt zu nutzen und zu verteidigen”.

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Gnadenbild in der Wallfahrtskirche in Ponlach

Anschließend komme ich zur Wallfahrtskirche. Das Tor scheint geschlossen, aber mit mehr als einem Stoß öffnet sich die Tür. Dann hinein und ich sehe ein wunderschönes Interieur! Was für ein begnadeter Mensch bin ich! Unsere Liebe Frau mit Kind stehen hinter Glas auf dem Retabel. Darunter lese ich den Text “Mutter ewiger Hilfe! Hilf geschwind” und auf Niederländisch ist dies “Moeder eeuwige hulp! Help snel”. Maria trägt auf dem rechten Arm ihr Kindchen. In der anderen Hand hält sie ein langes Zepter. Sowohl Maria als auch der kleine Jesus sind gekrönt und tragen die gleiche, verzierte Kleidung. In der Kirche sind besonders schöne Gemälde zu sehen, darunter eines mit Maria, Josef und Jesus. Wunderschön finde ich vier runde Gemälde auf Leinwand im zentralen Gewölbe, die Szenen aus dem Leben Marias zeigen, darunter Marias Geburt, Marias Darstellung und die Geburt Jesu. In den halben Kuppeln glänzen neobarocke Medaillons mit Marien-Emblemen, darunter Lilie, Rosenstrauch, Quellen, Fass, Arche und Thron.

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Text auf dem Hochaltar in der Wallfahrtskirche zu Ponlach

Hinter der Kirche sehe ich zwei Brunnen und das Wasser fließt weiter. Woher kommt dieses Wasser doch?

Die Wallfahrtskirche liegt ruhig zwischen Bäumen und Hügeln. Welch ein Juwel ist dieses Wallfahrtsziel für einen Besuch!

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Altar in der St. Michaels-Schlosskapelle zu Tittmoning

Als krönender Abschluss meines Besuchs gehe ich zur Burg, die ungefähr 200 Meter von der Wallfahrtskirche entfernt liegt und ab 1243 erbaut wurde. Dort besuche ich die Schlosskapelle St. Michael, die Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Das Altarbild stammt vom kaiserlichen, barocken Hofmaler Johann Michael Rottmayr (1654-1730) aus Salzburg. Danach gehe ich in das Zentrum von Tittmoning und hierfür nehme ich 166 Stufen. Leider ist die Pfarrkirche St. Laurentius geschlossen.

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Marienbildnis in der St.-Michael-Schlosskapelle in Tittmoning

Am späten Nachmittag gehe ich noch einmal zur Wallfahrtskirche und danke Maria für den besonders schönen Besuch, den ich hier haben durfte.

UMGEBUNG

Nicht weit von der Wallfahrtskirche steht eine Burg mit dicken, hohen Mauern. Dort gibt es auch eine kleine Kapelle: St. Michael aus dem Jahr 1693. In der Kapelle steht eine Marienstatue und eine Darstellung des Heiligen Nikolaus. Der Ort Tittmoning ist kaum einen Kilometer entfernt.

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Brücke zur Burg von Tittmoning, nahe der Wallfahrtskirche zu Ponlach

Von Rosenheim nach Ponlach sind es 80 km nach Nordosten.

Die Abreise vom großen Wallfahrtsort Altötting, um sich zum Marienort Ponlach zu begeben, bedeutet 26 km nach Süden zurückzulegen.

Der Marienort Maria Eck zu verlassen, um zum Wallfahrtsort Ponlach zu fahren, bedeutet 40 km nach Norden zu fahren.

Von der großen Stadt München zur Wallfahrtskirche nach Ponlach sind es 120 km nach Osten.

Salzburg verlassen, um in Ponlach anzukommen, erfordert 42 km nordwestlich zu überbrücken.

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Datum erste Veröffentlichung: 12 Juli 2025
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