Geschichte
Die Entstehung des “Santuario Madonna dello Splendore” (Heiligtum Unserer Lieben Frau der Pracht) reicht bis ins Jahr 1557 zurück. Die Region wird schon seit einiger Zeit von Hungersnöten und Krankheiten heimgesucht. Krieg leidet die Stadt und die Bevölkerung, denn die Armeen aus Anjou und Aragon kämpfen um die Macht in Mittelitalien.
Es ist der 22. April 1557 … Der Holzfäller Bertolino arbeitet im Wald auf einem kleinen Hügel etwas außerhalb der Stadtmauern von Giulianova. Nach ein paar Stunden Holzhacken ruht er sich aus und sieht plötzlich ein blendendes Licht. Er erschrickt und sieht eine Dame näher kommen, die von Pracht strahlt. Es ist die Jungfrau Maria! Sie bittet ihn, in die Stadt zu gehen und dort zu verkünden, dass die Mutter Gottes diesen Ort zu ihrer Wohnstätte erwählt hat. Die Geistlichen sollen bald eine Prozession organisieren, um sie zu ehren, und hier soll ein Heiligtum für die Mutter Gottes errichtet werden. Bertolino ist völlig überrascht und geht zur Stadtverwaltung von Giulianova und erzählt, was ihm die Erscheinung aufgetragen hat. Dem Holzfäller wird nicht geglaubt und er muss sofort hinaus. Anschließend geht er betrübt nach Hause.
Am nächsten Tag, dem 23. April 1557, kehrt Bertolino zu dem Ort zurück, an dem er die wunderschöne Dame getroffen hat. Er sieht sie wieder und entschuldigt sich, dass der Auftrag nicht gut ausgeführt wurde. Die schöne Dame drängt ihn, die Botschaft noch einmal zu überbringen. Leider findet Bertolino im Rathaus wieder kein Gehör und wird wieder hinausgeworfen.
Am 24. April 1557 findet die dritte Erscheinung am selben Ort statt. Bertolino findet die Dame noch prächtiger als an den vergangenen beiden Tagen. Wieder trägt die Erscheinung ihm auf, in die Stadt zu gehen und den Auftrag zu einem guten Ende zu bringen. Wieder geht der Holzfäller in die Stadt und mit Mühe betritt er das Rathaus, denn Bertolino wird als lästig angesehen. Er kommt zum Gouverneur, aber dieser wird wütend, hebt die Hand und will Bertolino schlagen. Plötzlich kann der Mann die Hand nicht mehr bewegen, denn sie ist plötzlich gelähmt. Der Gouverneur erschrickt, lässt Geistliche kommen und Bertolino kann nochmals seine Geschichte erzählen. Der Gouverneur fleht Gott um Gnade an. Die Geistlichen tun, was die schöne Dame verlangt hat und gehen in Prozession in den Wald der Erscheinungen. Als die Prozession am Ort ankommt, den Bertolino ihnen zeigt, sehen die Anwesenden ein prächtiges Licht, das die Krone eines Baumes in Brand zu setzen scheint. Dann erscheint Maria zum vierten Mal, nun mit einem strahlenden Heiligenschein. Plötzlich entsteht beim Baum eine Quelle, aus der klares Wasser strömt. Mit Wasser aus der Quelle wird die Hand des Gouverneurs besprengt und sogleich kann er die Hand wieder bewegen.
Bald nachdem die Vorfälle am Baum erzählt werden, kommen viele Gläubige zum Ort der Erscheinungen. Eine Kirche und ein Kloster werden gebaut und so entsteht das Heiligtum.
Das Quellwasser hat für wundersame Heilungen gesorgt.
Um 1650 wurden Änderungen am Heiligtum vorgenommen. Diese wurden von Herzog Giosia Acquaviva d'Aragon (1625-1679) bezahlt.
Seit 1847 sind die Kapuzinerbrüder im Heiligtum tätig. Im Laufe der vielen Jahre haben sie es weiter verschönert. Anpassungen erfolgen unter anderem an der Zufahrtsstraße, der Fassade der Kirche, dem Rosenkranzportikus und dem Glockenturm.
Im Jahr 1927 wird neben der Kirche ein neues Kloster gebaut.
Im Jahr 2000 erhält das Tympanon der Kirchenfassade ein Mosaik, das die Heilige Dreifaltigkeit darstellt, die die Heilige Jungfrau verherrlicht.
Wallfahrtsort
Der Schrein ist mit dem Auto über die Straße und zu Fuß entlang des Kalvarienwegs erreichbar. Der Kalvarienweg (Via Crusis) ist 450 m lang und führt von der Via Montello zum Schrein. 1990 wurde der Kalvarienweg renoviert und ist nun ein wahres Kunstwerk. Die Renovierung des Kalvarienwegs ist das Werk des Bildhauers Ubaldo Ferretti (1954).
Für die Kirche wurde eine große Portikus geschaffen, die mit Mosaiken verschönert ist. Dies ist die Portikus des Rosenkranzes, da die Kunstwerke Geheimnisse des Rosenkranzes darstellen.
Der Hauptaltar in der Kirche ist mit Figuren zweier Schutzheiliger geschmückt, nämlich der Einsiedler und späteren Heiligen San Pietro Celestino und San Benedetto. Die Darstellung von Maria ist der zentrale Teil der Kirche.
Die Quelle ist mit Bildern aus dem Alten und Neuen Testament in Mosaiken geschmückt. Sie ist ein Treffpunkt für Gläubige. An der Quelle wird auch oft der Rosenkranz gebetet. Die Quelle wird Wassertempel genannt und befindet sich unter dem Hauptaltar der Kirche.
In dem Heiligtum befindet sich auch ein Museum, das 1997 verwirklicht wurde. Die Räumlichkeiten enthalten Gemälde und Skulpturen aus der Kirche und dem Kloster Santa Chiara dell’Aquila.
Vom Heiligtum aus gibt es einen wunderschönen Blick auf die Umgebung mit der Adria.
Jedes Jahr am 22. April wird der Erscheinungen der Jungfrau Maria gedacht.
ERHÄLTLICHKEIT
Giulianova liegt an der Adriaküste, an der SS16 und nahe der Autobahn A14/E55 in der Provinz Teramo (TE). Giulianova liegt 30 km östlich von Teramo, 25 km südlich von San Benedetto del Tronto und 54 km nördlich von Pescara.
Die Adresse des Heiligtums ist Via dello Splendore 112, 64021 Giulianova, TE.
Auf www.madonnadellosplendore.it sind aktuelle Informationen zu finden.
ERLEBNIS
Der Weg zum Heiligtum weist zu einem höher gelegenen Parkplatz, aber ich parke das Auto unten und bevorzuge den steilen Weg für Fußgänger. Es ist dem Kreuzweg von 450 m zu folgen und die großen Skulpturen der 14 Stationen beeindrucken mich sehr. Fußgänger mit genügend Luft in den Lungen können das gut bewältigen und heute gehöre ich auch zu ihnen. Nach etwa 10 Minuten bin ich oben und komme auf den Platz vor der Kirche. Eine Feier ist im Gange und ich möchte die Kirchgänger nicht stören. Hineingehen ist für etwas später. An der Kirche sind viele Mosaike zu sehen. Was für Kunstwerke das sind!
Es ist dann die Quelle besuchen und ich sehe das Wasser fließen unter dem Marienbild. Durch das Entstehen dieser Quelle ist hier viel passiert …
Nachdem ich weiter spaziert bin, komme ich zum Zaun des Plateaus des Heiligtums und genieße die Aussicht auf die nahe gelegene, blaue Adria. Was für ein Erlebnis! Anschließend komme ich zur Statue des Sehers Bertolino. Er verweist auf seine Begegnungen mit der Gottesmutter. Ich möchte das Museum besuchen, aber leider ist es geschlossen.
In der Kirche sehe ich viele Bilder von Maria und auch von den Erscheinungen im Jahr 1557. Eine beeindruckende und wunderschöne Marienstatue steht in der Mitte des Altars. Hier beten viele, auch wenn die Eucharistiefeier vorbei ist. Ich schließe mich ihnen an und Gedanken mit Anliegen gehen zur Jungfrau Maria für einige Freunde, die etwas Hilfe von Ihr gebrauchen können.
Vor der Kirche stehen einige Palmen und ich werde einen Besuch im Café machen, das an den großen Parkplatz grenzt. Es stehen etwa 80 Autos da und die Pilger, die mit dem Wagen gekommen sind, haben es vorgezogen, einen anderen Weg als den Kreuzweg zu nehmen. Als ich auf der Terrasse sitze, erkenne ich, dass es hier gut auszuhalten ist.
UMGEBUNG
Giulianova liegt an der Adriaküste und am Strand gibt es bei schönem Wetter viele Badegäste. Orte wie San Benedetto del Tronto und Teramo sind in der Nähe.
Gepostet: 24. Mai 2023
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