Das Bildnis Unserer Lieben Frau von La Vang “Duc Me La Vang” entstand durch eine Erscheinung Mariens im Jahr 1798 in der Nähe des kleinen Dorfes Quang Tri in Zentralvietnam. Maria steht mit ihrem Kind im Arm und zu jeder Seite befindet sich ein Engel. Sie erscheint leidenden Christen, die in den Dschungel von La Vang geflohen sind, um Verfolgung zu entkommen. Maria ermutigt die Seher, Vertrauen zu haben und stärkt sie, das Leiden zu ertragen. Die Erscheinung sagt den Menschen, sie sollen weiter beten. Während der Erscheinung lehrt Maria sie, vorhandene Pflanzen zu verwenden und diese zu kochen, um als Medizin zu dienen. Maria schließt mit den Worten ab, für sie da zu sein. Nach dieser Erscheinung kam Maria noch öfter zu den Flüchtlingen im Dschungel. Die Menschen bauten dort ein kleines Kirchlein für Unsere Liebe Frau.
Die Erscheinung von Muttergottes im Jahr 1798 ist so aussagekräftig, dass die Menschen Maria verstehen. Dies sorgt für einen starken Glauben bei den vietnamesischen Katholiken, bei denen die Verehrung von Muttergottes kraftvoll zum Ausdruck kommt. Die geflohenen Menschen ertragen und widerstehen der Verfolgung wegen ihres Glaubens. Maria zeigt sich während der Erscheinungen als “Mater Ecclesiae” und dieses Latein steht für “Mutter der Kirche”.
Durch die Anwesenheit Marias in La Vang ist die Andacht zu ihr ein wesentlicher Bestandteil des Glaubens vietnamesischer Katholiken in und außerhalb Vietnams geworden.
La Vang leitet sich von einem Wort ab, das im Niederländischen “herausschrien” bedeutet. Eine andere Quelle besagt, dass das vietnamesische Wort “La” im Niederländischen für “Blatt” steht und “Vang” die Übersetzung von “Kräutersamen” hat. Die Quellen beziehen sich auf das Herausschrien von Schmerz und die Verwendung von Heilpflanzen im Dschungel.
Trotz der ant katholischen vietnamesischen Regierung kommen jährlich etwa 250.000 Pilger nach Unsere Liebe Frau von La Vang in Zentralvietnam. Nicht nur Vietnamesen kommen auf Pilgerreise, sondern auch Ausländer. Die Besucher sind nicht nur Katholiken, sondern auch Gläubige anderer Religionen wie Protestanten und Buddhisten.
Die Darstellung von Maria mit Kind zeigt in ihrem Heiligenschein 12 Sterne. Diese Sterne können für Märtyrer oder Apostel stehen. Durch die Anbringung dieser Sterne ist es ein angepasstes Bild, das der Künstler Van Nhan entworfen hat. Die Darstellung der Lieben Frau zeigt die Gottesmutter in traditioneller vietnamesischer Kleidung, nämlich einem langen Kleid und einer halbmondförmigen Kopfbedeckung, die einem Heiligenschein ähnelt. Maria hat dunkles Haar, ebenso wie die Augen und eine glänzende Haut. Die Darstellung zeigt Maria für Ruhe und Frieden. So ist sie ein Vorbild für Schönheit für Vietnamesen. Am 1. Juli 1998 hat Johannes Paul II., Papst von 1978 bis 2005, geboren als Karol Józef Wojtyła (1920-2005) in Rom, das Bild von “Duc Me La Vang” gesegnet. Der Papst sagt dann, dass die Darstellung Maria symbolisiert als Patronin der katholischen Kirche in Vietnam.

Das Bildnis Unserer Lieben Frau von La Vang ist innerhalb und außerhalb Vietnams zu sehen. Vietnamesen gingen wegen des kommunistischen Regimes in viele Länder, wie Australien, Kanada, Frankreich, Japan, die Niederlande und vor allem die Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Erscheinungen in La Vang sind, wie an vielen Orten, wo Maria war, nicht vom Vatikan anerkannt.
Unsere Liebe Frau von La Vang ist weltweit zu einem spirituellen Symbol geworden, insbesondere für Vietnamesen im In- und Ausland.


