Geschichte
Der Wallfahrtsort hat Wurzeln in einer Legende ... Im Jahr 1171 findet eine Wallfahrt statt, weil Ritter Wilhard von Vernede (Verne) mit dem Gefolge von Herzog Heinrich der Löwe (Heinrich der Löwe), (±1129-1195), ins Heilige Land gereist ist. Der Herzog heißt auch Heinrich III. von Sachsen (1142-1180) und Heinrich XII. von Bayern (1156-1180). Als der Ritter auf Wallfahrt geht, stattet er der Kapelle noch einen Besuch ab, um den Segen Gottes zu erbitten. Unterwegs schneidet er einen Zweig von einem Rosenstrauch und fertigt daraus eine Marienfigur an. Der Ritter behütet die Figur und verbirgt sie in seiner Ausrüstung. Täglich nimmt er die Figur in die Hände und betet zu Maria und bittet sie um ihre Hilfe und ihren Schutz während der Gefahren auf der Wallfahrt. Eines Tages ist die Figur verschwunden. Zwei Jahre später kommt er zurück und geht zur Kapelle in Verne. Als er zum Rosenstrauch kommt, sieht er ein wundersames Licht und darin steht die von ihm geschnitzte Figur. Anschließend gelangt die Figur in die Kapelle.
Die Kapelle wird durch die Vergrößerung des Gebäudes zu einer Kirche. Diese Kirche wurde in den letzten Jahrhunderten mehrfach umgebaut und vergrößert. Das Mittelschiff stammt aus ±1175. Der Muttergottesaltar stammt aus dem Jahr 1670.
Der Altar Unserer Lieben Frau ist aus dem Jahr 1670 und hier steht das geschnitzte Gnadenbild. Dies ist eine sitzende Madonna aus der Zeit von 1200–1225. Das 45 cm große Bild ist also etwa 50 Jahre jünger als die Legende von Ritter Wilhard aus dem Jahr 1171. Das Gnadenbild trägt den Namen: “Unsere Liebe Frau von Verne, Trösterin der Betrübten” und auf Latein heißt Trösterin der Betrübten “Consolatrix Afflictorum”. Vor Jahrhunderten wurde das Bild bemalt und viele Jahre später bekleidet. Hierzu wurden die Arme verlängert. Im Gnadenbild sind einige Reliquien in einem Kästchen aus ca. 1100 verborgen.
Im Jahr 1744 erhält das Gnadenbild einen Thron aus vergoldeter Bronze. Spender ist Gerhard Georg Wilhelm von Vogelius (1708-1755), Vizekanzler des Bistums Paderborn. Das Gnadenbild steht seit 1910 an seinem jetzigen Platz, nach einem Umbau des Chores. Architekt Franz Mündelein (1857-1926) aus Paderborn schafft 1899 ein neues, neugotisches Portal. Die Figur über dem Eingang ist Maria als Unbefleckte Empfängnis.
Am 17. August 1913 wurde das Gnadenbild von Karl Josef Schulte (1871-1941), Bischof von Paderborn (1910-1920), Erzbischof von Köln (1920-1941) und Kardinal (1921-1941), gekrönt. Dies geschah anlässlich des 150. Jubiläums der Wallfahrt aus Paderborn.
Im Jahr 1920 schafft der Bildhauer Ferdinand Mündelein (1861-1933) aus Paderborn die Pietà.
Der Standort der “Kapelle am Brünneken”, die am Ortsrand liegt, könnte einst eine Heilquelle zur Verehrung der Pferdegöttin Epona gehabt haben. Die Kapelle befindet sich in der Nähe der ehemaligen Burg des Ritters Willard aus dem 12. Jahrhundert. Bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts steht hier eine Kapelle. Nach 1851 kommt eine andere Kapelle zu Ehren der Jungfrau Maria und diese wird durch Spenden von Gläubigen finanziert. Das Innere wird in den Jahren 1970/1971 restauriert.
Wallfahrtsort
Verne ist die älteste Marienwallfahrt Deutschlands. Der Wallfahrtsort besteht seit 1171. Das Dorf hat etwa 2.400 Einwohner und gehört zur Gemeinde Salzkotten.
Die Wallfahrtskirche steht in der Mitte des Ortes. An der Außenseite des Chors befindet sich ein Relief des Gnadenbildes mit dem Text “Trösterin der Betrübten, anno 1769”.
Das Gnadenbild ist aus ca. 1220, und darin sind einige Reliquien angebracht. Die Darstellung ist eine sitzende Maria und ist im Gottesaltar aus dem Jahr 1670 platziert. Das Marienbild ist das älteste Bauteil in der Kirche. Die Darstellung hat eine goldene Krone und darum herum goldene Strahlen. Maria trägt mit der linken Hand ihr Kind. Seit 1910 steht die Darstellung am jetzigen Ort.
An der Decke des Mittelschiffs hängt eine “Doppelmadonna” von etwa 2 Metern Größe. Maria zertritt die Schlange und hat Jesus auf dem linken Arm.
Die Kirche besitzt Geschenke von Gläubigen; dazu gehören Votivgaben und Silbergegenstände, die in der Schatzkammer ausgestellt sind. Dort befinden sich auch die Mäntel des Gnadenbildes.
Außerhalb der Ortschaften des Dorfes befindet sich die “Kapelle am Brünneken”. Die Kapelle ist ungefähr 1 km von der Wallfahrtskirche entfernt. An der Straße zur Kapelle stehen 7 Bildstöcke aus dem Jahr 1679, die die 7 Freuden Mariens darstellen. In Verne sind diese Freuden: Menschwerdung des Sohnes Gottes, Geburt Jesu, Ankunft der Weisen, Auferstehung Jesu vom Tod, Himmelfahrt Jesu, Ankunft des Heiligen Geistes, Aufnahme der Gottesmutter in den Himmel. Auf dem Marienaltar steht das Bildnis unserer Lieben Frau von Verne, Trösterin der Betrübten. Jeden Montag findet am frühen Abend ein Gottesdienst statt. Neben der Kapelle steht ein Kreuz aus dem Jahr 1913. Hier schnitt Ritter Willard einen Ast eines Rosenstrauchs, um daraus eine Marienfigur zu fertigen. An der Kapelle befindet sich auch eine Quelle.
ERHÄLTLICHKEIT
Das Dorf Verne gehört zur Gemeinde Salzkotten und liegt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die Wallfahrtskirche befindet sich mitten im Ort am Marktplatz 3, 33154 Salzkotten (Verne). Das Pfarrhaus ist am Marienplatz 4. 33154 Salzkotten (Verne).
Aktuelle Informationen sind zu finden auf www.wallfahrt-verne.de.
ERLEBNIS
Am frühen Abend komme ich in Verne an und besuche die Wallfahrtskirche. Dies ist ein besonderer Ort, da hier die Wallfahrt in Deutschland begann.
Die Außenseite der Kirche lädt dazu ein, bald einmal vorbeizuschauen. Über der Eingangstür steht eine bekannte Darstellung von Maria. Nachdem ich Sie gegrüßt habe, betrete ich die Kirche. Sofort empfinde ich eine meditative Atmosphäre, die zum Gebet einlädt. Danach ist es zuerst Maria zu danken, dass ich hier bei Ihr zu Besuch sein darf.
Eine große Statue der Jungfrau Maria mit Kind hängt hoch in der Mitte der Kirche. Maria ist von Strahlen umgeben, steht auf einer großen Kugel und zertritt eine Schlange. Der kleine Jesus hält ein langes Kreuz.
Ich gehe weiter in die Kirche und komme zum linken Seitenaltar. In diesem Altar steht das Gnadenbild und daneben meine ich den Heiligen Nikolaus zu erkennen. Das alte, kleine Gnadenbild zeigt Maria mit Kind. Die Mutter hält ein Zepter, trägt einen Mantel und ist gekrönt. Goldene Strahlen und ein goldener Thron machen sie noch auffälliger. Ich setze meinen Rundgang in der Kirche fort und etwas später kommt eine Mitarbeiterin der Pfarrei in die Kirche. Mit ihr komme ich ins Gespräch und sie fragt, ob ich die Schatzkammer sehen möchte. Darüber muss ich nicht lange nachdenken und die Frau öffnet die Tür der Schatzkammer. Dort sehe ich die Garderobe von Maria. Die Frau erzählt voller Stolz von der Kirche und lädt mich ein, viele Fotos zu machen und schöne Texte zu schreiben. Mehr Bekanntheit der Wallfahrt nach Verne ist willkommen.
Nach dem Gespräch mit der Mitarbeiterin der Pfarrei setze ich die Besichtigung der Wallfahrtskirche fort. Hier hängt ein Gemälde mit der Jahreszahl 1171. Die Darstellung zeigt Maria mit einem knienden Mann mit Krücken. Die Heilige Marien Schutzbruderschaft Verne 1171 steht dabei. Was für eine lange Geschichte die Pilgerfahrt hat.
In der Kirche gibt es viele Buntglasfenster mit Bildern von Maria. Eine Darstellung der Mutter und ihres gestorbenen Sohnes ist auch in der monumentalen Kirche aufgestellt.
Hinter der Kirche liegt ein Sterbebildchen, auf dessen Vorderseite sich eine Abbildung des Gnadenbildes befindet und auf der Rückseite der Text eines Gebets für das Jahr 2024. Der Text ist auf Deutsch und wenn ich ihn ins Niederländische übersetze, steht da:
“Maria, du Mutter der Kirche, du hast in deinem Leben auf Gott vertraut. Stärke in mir das Vertrauen, wenn ich überrascht werde, so wie du durch die Botschaft des Engels überrascht wurdest.
Stärke mein Vertrauen, Maria, wenn ich mich frage, wie es weitergeht.
Stärke mein Vertrauen, Maria, wenn ich die Konflikte und Kriege in der Welt betrachte.
Stärke mein Vertrauen, Maria, in die Kraft des Geistes, der in der Kirche wachsen und wirken möge.
Stärke mein Vertrauen, Maria, in den Stunden des Glücks, der Freude, aber auch in den Momenten, die voller Sorgen sind.
Stärke mein Vertrauen, Maria, wenn ich für meinen Glauben wieder Kraft brauche.
Maria, lass mich durch das Vertrauen auf Dich weiterwachsen im Vertrauen auf Deinen Sohn.
Maria, Du, Mutter des Vertrauens, bete für mich.
Amen.”
Dann verlasse ich die Kirche und sehe eine geschlossene Tür mit der Jahreszahl 1747 darauf. Darüber steht der lateinische Text “Mariae Deigen Itricis Oblatione”, was bedeutet: ”Marias Haus mit einem Brennnesselopfer“. Dies bezieht sich auf die ”Trösterin der Betrübten“.
Für die Kirche wurde eine Grünanlage angelegt. Ein großer Felsbrocken liegt dort und daraus kommt Wasser. Dies ist wohl sehr besonders und Gedanken an lebendiges Wasser kommen mir.
Am nächsten Tag besuche ich eine schöne Kapelle namens “Brünneken Kapelle” aus dem Jahr 1851. Die Quellkapelle befindet sich auf einem idyllischen Gelände mit einer Quelle und Stationen aus dem Jahr 1701, die 1927 erneuert wurden. Unter der Quelle steht der lateinische Text: “Fons salientis aquae tibi praesto est presse viator si morbus vexet sit tibi cura Deus”. Das bedeutet: “Eine Quelle mit Quellwasser steht Ihnen bereit, Reisender, wenn Sie krank sind, möge Gott für Sie sorgen”. Mit diesen Worten im Sinn blicke ich auf einen sehr erlebnisreichen Besuch in Verne zurück.
UMGEBUNG
Vom großen Wallfahrtsort Werl nach Verne sind es 57 km nach Osten gehen.
Von der Altstadt Paderborn nach Verne zu fahren bedeutet, 17 km westwärts zu fahren.
Von der großen Stadt Dortmund sind es 90 km Fahrt nach Osten nach Verne.
Um von der monumentalen Stadt Kassel nach Verne zu gelangen, sind es 106 km nordwestwärts.
Von der Stadt Bielefeld nach Verne sind es 57 km sich nach Süden bewegen.
Veröffentlicht: 11. Juni 2024
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