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Das Fürstenhaus der Piasten ist eng mit dem Wallfahrtsort verbunden. Diese Familie schenkte die Abtei im Jahr 1242 und legte den Friedhof des Geschlechts an. Die Schenkung stammt von Anna von Böhmen (ca. 1201–1265) nach der Schlacht bei Liegnitz (Legnica) im Jahr 1241, bei der christliche Truppen gegen Mongolen kämpften. Bei dieser Gewalt kommt ihr Mann ums Leben; Heinrich II. von Polen (der Fromme, ca. 1196–1241), Herzog von Schlesien, Krakau und Großherzog von Polen (1238–1241).
Eine ehemalige Kirche hat hier gestanden und diese ist im Jahre 1292 gebaut worden. Der Wohltäter ist Bolko I. von Schweidnitz/Jauer (der Strenge, 1253-1301), Herzog von Jauer (1278-1301), Herzog von Löwenberg (1286-1301) und er gehört dem Geschlecht Piasten an.
Das ehemalige Kirchengebäude wird von Hussiten, Protestanten, inspiriert von Johannes Hus (ca. 1369-1415) im Jahr 1426, geplündert und zerstört. Dabei kommen viele Geistliche um. Das Gnadenbild kommt rechtzeitig unter den Boden der Sakristei. Im Jahr 1463 wird die Abtei erneut geplündert, diesmal von den Männern von Georg von Podiebrad (1420-1471), König von Böhmen (1458-1471) und Anhänger von Johannes Hus. Rückschläge gibt es auch in der Zeit von 1474-1526, als Krieg mit den Türken ist, und im Jahr 1633, als schwedische Truppen während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) kommen, um zu plündern und zu zerstören. Im Jahr 1677 wird das Kloster erneut durch Feuer zerstört.
Als in 1622 die alte Kirche renoviert wird, fällt ein Lichtstrahl aus dem Fenster der Sakristei auf den Boden und macht einen Spalt sichtbar. Nach Untersuchung unter dem Boden wird das Gnadenbild wiedergefunden. Dieses Gnadenbild wurde 1996 genau untersucht und daraus geht hervor, dass es die älteste in Polen mit Tempera (haltbare Farbe) auf Holz gemalte Darstellung mit einem Marien-Thema ist. Die Darstellung zeigt byzantinische Eigenschaften. Das Kunstwerk ist aus der Zeit um 1250 und stellt die auf Pilger zeigende Maria dar, nämlich “Hodegetria”, was für “Sie, die den Weg weist” steht.
Während der Gegenreformation, des Kampfes gegen die Protestanten, stellen sich Wohlstand und eine Zunahme der Pilger ein. Die Macht der katholischen Kirche in Schlesien wächst wieder.
In den Jahren 1690-1696 wird die St. Josephskirche erbaut. Im Jahr 1696 wird hier die Bruderschaft des heiligen Josef gegründet. In dieser Kirche sind viele Kunstwerke zu sehen, darunter Werke von Michael Leopold Lukas Willmann (1630-1706), deutscher Barockmaler, der auch “der Schlesische Rembrandt” genannt wird.
Im Jahr 1727 wird die alte Klosterkirche abgerissen und der Neubau beginnt. Die heutige Kirche, die Maria Himmelfahrt gewidmet ist, wurde im Auftrag der Zisterzienser in den Jahren 1728-1735 erbaut und weist eine barocke Stilrichtung auf. Baumeister und Architekt ist Joseph Anton Jentsch (1698-1758). Bildhauer sind unter anderem Ferdinand Maximilian Brokoff (1688-1731) und Anton Dorazil (1695-1759) und Maler unter anderem Georg Wilhelm Neunhertz (1689-1749). Der Hochaltar wurde von Ferdinand Maximilian Brokoff gefertigt und zeigt das Gemälde der Himmelfahrt Mariens. Dieses Kunstwerk wurde vom Barockmaler Peter Johann Brandl (1668-1735) geschaffen. Die Ikone des Gnadenbildes befindet sich auf dem Tabernakel. Am 3. Juli 1735 wurde die Kirche geweiht.
Im Jahr 1738 wird an der Piasten-Mausoleum die Maria-Magdalena-Kirche gebaut.
Die Türme der Basilika sind über 70 Meter hoch.
Die Basilika beherbergt auch eine Pietà aus ±1500.
Der Kalvarienberg wurde im 17. Jahrhundert realisiert.
Die Loretokapelle stammt aus dem Jahr 1728 und die Marienstatue aus dem Jahr 1676, angefertigt von Georg Schrötter (1650-1717).
Im Jahr 1810 nehmen die Preußen Besitz von dem Komplex und vieles wird zerstört, darunter die wertvolle Bibliothek.
In 1919-1945 wohnen Benediktiner in den Klostergebäuden und begleiten diese Geistlichen die Pilgerfahrten.
Im Jahr 1940 besetzen die Nazis das Klostergebiet und Juden aus verschiedenen Regionen werden hierher gebracht. Dies dauert bis Anfang 1945. Da die deutschen Benediktiner vertrieben wurden, kommen polnische Benediktiner, um den Wallfahrtsort zu leiten.
Am 2. Juni 1997 ist die Krönung des Gnadenbildes. Dies geschieht mit päpstlichen Kronen durch Johannes Paul II., Papst von 1978 bis 2005, geboren im polnischen Wadowice als Karol Józef Wojtyla (1920-2005).
Seit 1998 ist die Kirche eine Basilika.
Im Jahr 2004 wurde der Klosterkomplex zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt; United Nations Educational Scientific and Cultural Organization (Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur).
Der Wallfahrtsort Krzeszów/Grüssau gehört zu den meistbesuchten Marienwallfahrtsorten in Niederschlesien und liegt auf etwa 450 Metern über dem Meeresspiegel.
Die Basilika ist der Aufnahme Mariens in den Himmel geweiht. Auf Polnisch heißt die Kirche “Bazylika Najświętszej Marii Panny”. Die Basilika mit dem Anbau für das Piasten-Mausoleum und der Maria-Magdalena-Kirche ist ± 120 Meter lang und ± 30 Meter breit. Die Basilika wurde von vielen Künstlern verschönert.
Der Hauptaltar der Basilika zeigt die farbenprächtige Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel, die auf ihrer Himmelfahrt von Engeln begleitet wird. Über diesem Altar ist eine echte, große Krone angebracht.
Das Gnadenbild trägt den Titel “Mutter der Gnaden”. Es ist das älteste in Polen gemalte Bild. In der rechten Hand hält Maria ihr Kind, das sie anschaut. Die Augen der Muttergottes sind barmherzig auf den Besucher gerichtet. Die Ikone ist für die meisten Besucher das Wichtigste dieses Wallfahrtsortes.
Die Kanzel ist in Teilen gefertigt und fertiggestellt im Jahre 1761. Die Spätbarock-Orgel ist von 1732-1737 und später wurde sie umgebaut und renoviert. Eine besondere Marienfigur steht bei der Orgel; sie trägt kurz geschnitten ihre Haare.

Die Lorettokapelle ist auch in der Basilika zu sehen, sie wurde 1728 angefertigt und nach dem Haus von Nazareth gebaut. Das Bildnis, eine Nachbildung der Gottesmutter von Loreto in Italien, stammt aus dem Jahr 1677.
In der Basilika gibt es auch eine Kapelle, die dem Heiligen Nikolaus gewidmet ist.

Im großen Klosterkomplex sind auch die St.-Josephskirche, die Fürstenkapelle der Piasten, der Kalvarienberg und das Klostergebäude zu sehen. Die St.-Josephskirche zeigt viel Kunst, darunter Malereien und Fresken, wozu die sieben Schmerzen und sieben Freuden des Heiligen Josef gehören. In der Fürstenkapelle befinden sich die Sarkophage von Familienmitgliedern der Piasten, darunter auch die von Bolko I. und II. In dieser großen Kapelle sind viele Fresken angebracht und auch stehen dort etliche Statuen. Die Figuren auf den Sarkophagen stammen aus dem 14. Jahrhundert. Der Kalvarienberg ist weitläufig und zählt viele Stationen und Kapellen. Das Klostergebäude wurde im 17. und 18. Jahrhundert etappenweise realisiert.
Auf dem Gelände der Basilika, neben der St. Josephs-Kirche, befindet sich eine monumentale Gästeunterkunft. Auf fast 600 Metern Höhe liegt die St. Anna-Kapelle aus den Jahren 1721-1722, die verfallen war und 2011 wieder aufgebaut wurde.
Amper 2 Kilometer vom Zentrum des Ortes ist “Bethlehem” gebaut mit Kapellen und einem Pavillon auf dem Wasser.
Die Basilika des großen Wallfahrtsortes ist täglich geöffnet.
Der Wallfahrtsort Krzeszów/Grüssau liegt am Rande der Ortschaft im Südwesten von Polen im Gebiet Niederschlesien. Die Entfernung zur Grenze mit Tschechien ist nicht so weit und die Stadt Prag ist recht schnell zu erreichen.
Adresse: Plac Jana Pawła II 1, 58-405 Krzeszów.
Mehr Informationen sind zu lesen auf der Webpräsenz www.opactwo.eu.
Die hohen Türme der Basilika schauen einladend, ob Besucher näherkommen. Diese Geste nehme ich gerne an. Beim Annähern der Basilika macht eine lange, hohe Mauer mir sofort klar, dass es sich hier um einen großen Gebäudekomplex handelt. Was für eine große Fläche an religiösen, eindrucksvollen Abtei-Ausstellungen!
In der Basilika wird eine Eucharistiefeier abgehalten und daher ist ein Besuch, um sich umzusehen, nicht angebracht. Neben dem großen Kirchengebäude sind ein Restaurant und ein Laden mit Devotionalien untergebracht, wo auch Karten für den Eintritt in die St.-Josef-Kirche und das Klostergelände erhältlich sind.

Mit einer Karte komme ich in die Kirche, die nach dem Mann von Maria benannt ist und ich sehe verschiedene gemalte Szenen aus dem Leben von Josef. Auffallend finde ich Kunstwerke, auf denen auch Maria dargestellt ist. Auch eine Malerei eines Panoramas mit den Heiligen Drei Königen im Chorraum zieht meine Aufmerksamkeit auf sich, ebenso wie die Malerei der Trauung zwischen Maria und Josef. An den Decken sind viele Fresken angebracht und bilden eine beeindruckende Farbenpracht! Was für eine Ehre Josef hier zuteilwird. Er erhält in dieser Kirche eine verdiente Aufwertung.
Nach dem Besuch der St. Josefskirche gehe ich zum geschlossenen Gelände neben der Basilika. Mit der gekauften Karte werde ich in ein weitläufiges Gebiet eingelassen, da sich ein hohes, eisernes Tor öffnet. Sofort betrete ich einen Teil des Klostergartens mit Friedhof und Statuen der Kreuzigung Jesu. Danach folgen ein Mausoleum, eine Kapelle der Maria Magdalena, Gedenksteine hoher Adliger und der Keller des Klosters.
Der Klosterkeller ist ein großer, unterirdischer, etwas dunkler, hoher Raum. Es fühlt sich wie ein besonderes Erlebnis an, hierherzukommen. Ich sehe Bilder von Maria, alte Steine und Fassaden von Jahrhunderten zurück. Dieser Keller hat die Merkmale einer aussagekräftigen Geschichte des religiösen Lebens. Es ist Vorsicht geboten, wo man hintritt, denn der Boden ist uneben. Ein Fehltritt hier ist unerwünscht. Über viele Jahrzehnte wurden in diesem Raum viele Schritte gemacht und nun kommen noch einige hinzu. Nach meinem unterirdischen Aufenthalt besuche ich die Fürstenkapelle mit Sarkophagen und das ist ein großes und prächtiges Mausoleum.
Der folgende Teil meines Besuchs ist die Basilika. Die Messe ist vorbei und dann kann ich hineingehen, um eine Tour zu machen. Mit mir machen viele eine Runde Basilika. Die Kirche ist der Aufnahme Mariens in den Himmel gewidmet und ich fühle mich in himmlischen Sphären. Die Basilika zeigt die Schönheit dessen, was Künstler mit ihren Talenten zaubern. Die Malerei der Himmelfahrt Mariens schmückt den Hochaltar. Das Gnadenbild Mariens wurde vom polnischen Papst Johannes Paul II. gekrönt. Wenn ich das Gnadenbild etwas länger betrachte, habe ich den Eindruck, dass Maria zu mir spricht. Unsere Blicke treffen sich. Sie ist meine Mutter! Auch hier habe ich eine mystische Erfahrung. Das Gnadenbild zeigt Maria, die Jesus hält. Das Kind schaut zu ihr, sie nicht zu ihm, denn die Augen Mariens sind barmherzig auf die Besucher gerichtet. Die Fresken in der Basilika lassen mich lange innehalten und nach oben schauen. Welch eine Pracht!
Seit Jahren habe ich besondere Aufmerksamkeit für Loreto und hier treffe ich es, denn in der Basilika ist eine Loretokapelle. Vor dem Eingang der Kapelle sehe ich die Malerei der von Engeln verlagerten Haus von Nazareth nach Loreto. In der Kapelle steht eine schöne Abbildung von Maria. Ein dickes Gitter schützt unsere liebe Frau.
Der letzte Halt meines Besuchs betrifft die Klostergebäude. Ich betrachte sie aus der Nähe. Welch eine Fülle an Schönheit in Krzeszów/Grüssau! Eine Perle zum Besuchen!
Vom Wallfahrtsort Wambierzyce/Albendorf nach Krzeszów/Grüssau sind es 43 km nach Nordwesten.
Abreisen aus Liegnitz, um in Grüssau anzukommen, bedeutet 43 km in südwestlicher Richtung reisen.
Von Breslau sind es 102 km in südwestlicher Richtung, um nach Krzeszów/Grüssau zu gelangen.
Von der tschechischen Hauptstadt Prag ist die Entfernung 181 km nach Nordosten, um Krzeszów/Grüssau zu erreichen.
Veröffentlicht: 10. Februar 2025
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