Nach einer Legende hörte ein Hirte in einer hügeligen Gegend einen wunderschönen Gesang. Er geht der Sache nach und findet eine Marienfigur mit Kind an einem hohlen Baum, direkt neben einer Quelle. Diese Figur stellt er in den Baum. Daraufhin geschehen bei der Figur wunderbare Gebetserhörungen. Diese Ereignisse führen zu einem großen Andrang von Pilgern und Neugierigen. Der Bau einer einfachen Holzkapelle, in der die Figur aufgestellt wird, ist die Folge. Dadurch nimmt die Zahl der Besucher weiter zu. Im Laufe der Jahrhunderte entsteht das Dorf Lautenbach, als sich der Wallfahrtsort weiterentwickelt und bekannter wird.
Im Jahr 1233 gibt es die erste Erwähnung einer Kapelle, zu der Pilger kommen. Die Information steht in einer Urkunde von König Heinrich VII. (1211-1242), der zu dieser Zeit die Region Lautenbach besitzt. Im Jahr 1350 wird die Gegend von einer Pest heimgesucht. Der Wallfahrtsort wird dann intensiv besucht, um Maria um Hilfe zu bitten. Im 14. Jahrhundert kommt das Gebiet in den Besitz des Bistums Straßburg. Dieser Besitz dauert bis 1803 an.
Im Jahre 1294 gibt es eine päpstliche Bulle, die erlaubt, dass die letzte Ruhestätte von Wohltätern in Kapellen und Kirchen gestattet ist. Später geschieht dies auch in Lautenbach.
Im Jahr 1303 haben Mönche aus dem nahegelegenen Kloster Allerheiligen die Wallfahrtsstätte übernommen. Dies geschah unter dem Druck des Bischofs von Straßburg. Damals gab es eine kleine Kapelle, in der das Marienbild stand.
Im Jahre 1471 wird mit dem Bau der Kirche begonnen. Bis 1482 gibt es eine ununterbrochene Periode, in der der Bau der Kirche stattfindet. Dann stagniert der Fortschritt, da es Meinungsverschiedenheiten über die Bezahlung zwischen der Leitung des Klosters und dem Baumeister Hans Hertwig aus Bergzabern gibt. Die Verzögerung des weiteren Baus dauert von 1482 bis 1485. Das Kloster Allerheiligen wird sich um die Fertigstellung der Kirche kümmern. Die Weihe der teilweise fertiggestellten Kirche mit dem realisierten Hochaltar findet 1483 statt. Der Hochaltar gehört zu den besten Meisterwerken sowohl der Holzschnitzerei als auch der Malerei. Die Künstler des Hochaltars und der Seitenaltäre sind unbekannt. Der Hochaltar mit Kreuz zeigt Maria und ihr Kind. Engel krönen die Gottesmutter. Die Kirche trägt daher auch den Namen “Mariä Krönung”. Maria und der kleine Jesus werden flankiert von Johannes dem Täufer und Johannes dem Evangelisten. Anschließend wird 1485 die alte, kleine Kapelle abgerissen. In der Periode 1485-1488 erfolgt die Realisierung der neuen Gnadenkapelle und des Doksals. Die Gnadenkapelle wird auf den Fundamenten der ersten Wallfahrtskapelle gebaut und erhält das Aussehen eines Baldachins. Im Jahre 1488 wird die Kirche von Albrecht von Bayern (1440-1506), Bischof von Straßburg von 1478 bis 1506, geweiht. Die Kirche wird als Juwel spätgotischer Baukunst angesehen. Die Kirche zählt 59 kostbare und farbenprächtige Bleiglasfenster, die zwischen 1482 und 1488 in den Werkstätten des renommierten Künstlers Peter Hemmel (1420-1506) aus Andlau gefertigt wurden.
Der Bischof von Straßburg, Albrecht von Bayern, möchte, dass das Fortbestehen von Lautenbach gesichert wird. Hierüber steht er in Kontakt mit dem Papst. Im Jahr 1491 ergeht eine Bulle von Papst Innozenz VIII. (1484-1492), der als Giovanni Battista Cybo (1432-1492) geboren wurde. Das Kloster Allerheiligen hat für die Finanzen der Kirche zu Lautenbach zu sorgen und auch für die tägliche Heilige Messe, die zum Seelenheil der Wohltäter der Kirche gelesen wird. Treue Gläubige aus dem Renchtal, in dem Lautenbach gelegen ist, und einige Adlige haben die Verwirklichung der Kirche finanziert. Einige große Wohltäter sind in der Kirche bestattet.
Besonders auffällig in der Kirche ist der Lettner, der einst 4 Altäre kannte. Jetzt sind es noch 2. Auf der linken Seite befindet sich der Pietà-Altar mit Mutter Maria und ihrem gestorbenen Sohn. Im Jahr 1523 wurde dieser Altar aus einem Totenaltar geschaffen. Der rechte Altar stammt aus dem Jahr 1521. Die Figuren stellen den Heiligen Bischof Wolfgang von Regensburg und Martin von Tours (Sankt-Martin) dar. Der Lettner ist eines der seltenen Überbleibsel aus der spätgotischen Zeit und trennt den Priesterchor mit dem Hochaltar vom Kirchenschiff. Hier wird aus den Schriften vorgelesen, gepredigt und gesungen.
Im Jahr 1525 kommt ein Kreuz zur Kreuzaltar. Im 16. Jahrhundert wird neben der Kirche ein Gästehaus gebaut, um Pilger übernachten zu lassen. Später wird dies das Pfarrhaus.
Im Jahr 1796 wird die Kirche von aufständischen Soldaten geplündert. Altäre, Statuen, Gemälde und Dokumente werden zerstört. Das Kloster Allerheiligen stellt im Jahr 1803 seine Tätigkeit ein, nachdem es 6 Jahrhunderte lang segensreich gewirkt hatte. Die Geistlichen werden von Soldaten der politischen Machthaber vertrieben, die nichts vom katholischen Glauben halten. Für die Kirche in Lautenbach können die Geistlichen des Klosters daher nicht mehr sorgen. Einige Jahre später kehrt etwas mehr politische Ruhe ein und nur durch einflussreiche Personen kann dann etwas für eine Kirche geregelt werden. Dies geschieht auch für die Kirche in Lautenbach.
Seit 1815 ist die Wallfahrtskirche auch Pfarrkirche von Lautenbach. Die Pfarrer werden dann Wallfahrtsrektoren. Diese Entscheidungen stammen von dem einflussreichen Bischof von Mainz, Karl Theodor Anton Maria von Dalberg (1744-1817), der außer Bischof auch Reichsfreiherr, Erzkanzler und Kurfürst im Jahr 1802 und 1803 ist.
In der Zeit von 1895-1898 erfolgen eine Erweiterung der Kirche und der Bau des Turms neben der Kirche. Bauleiter Maximilian Emanuel Franz (Max) Meckel (1847-1910) aus Freiburg hat die Aufsicht. Nach der Erweiterung besteht der Komplex aus 4 Teilen, nämlich der Gnadenkapelle, der Grabeskirche, dem Priesterchor und dem Lettner. Die Kirche besteht dann aus 6 Jochen, das sind große Gewölbefelder.
Bis 1973 ist die Gnadenkapelle der würdige Platz für das Gnadenbild, denn in jenem Jahr wird das Bild geraubt. Anschließend wird eine Kopie des Gnadenbildes angefertigt. Der Altar in der Gnadenkapelle wird restauriert und 1997 thront das Bild in der wiederhergestellten Kapelle.
Im Jahr 1979 wird der Altar renoviert. Der Lettner wird restauriert, zusammen mit dem Taufbecken, dem Ambo und der Sakramentsnische. Dies ist das Werk des Bildhauers Helmut Lutz (geb. 1941) aus Breisach am Rhein.
Bemerkenswert ist, dass die Wallfahrtskirche unruhige Zeiten mit Ausschreitungen und Kriegen in den vergangenen Jahrhunderten überdauert hat. Die Kirche wurde nie zerstört und steht unter besonderem Schutz …
Lautenbach liegt im Renchtal und gehört zum Bundesland Baden-Württemberg. Der Ort mit etwa 2000 Einwohnern liegt im Ortenaukreis und gehört zur Gemeinde Gernsbach.
Der Blickfang in Lautenbach ist die Wallfahrtskirche “Mariä Krönung”. Diese Kirche ist eines der wichtigsten Kulturdenkmäler Süddeutschlands.
In den vergangenen Jahrhunderten haben sich Wunder in der Kirche ereignet, wie die Heilung von unheilbaren Kranken und aufgegebenen Menschen. Auch sind bei Pilgern Augenkrankheiten verschwunden, Wunden geheilt, Schmerzen verschwunden und konnten Lahme wieder gehen.
In der Kirche gibt es viel zu sehen, darunter die Gemälde des geschlossenen Hochaltars. Diese zeigen Bilder aus dem Leben Marias, nämlich Geburt, Verkündigung, Besuch bei Elisabeth und Tod. Die Innenseite des Hochaltars zeigt 4 Gemälde aus dem Leben Jesu: Geburt, Beschneidung, Anbetung durch die drei Könige und Darstellung im Tempel. Der linke Seitenaltar zeigt im geschlossenen und geöffneten Zustand wahre Kunst, darunter die Verkündigung des Engels Gabriel an Maria.
Ein besonderer Besuch ist der Gnadenkapelle abzustatten. Hier ist die Krönung Mariä dargestellt. Dankesgaben von Pilgern sind dort angebracht. Hier brennen stets Kerzen und Maria steht im Licht.
Neben der Kirche wurde ein Gästehaus für Pilger und ein Rektoratshaus erbaut. Später wurde die Bestimmung in das Pfarrhaus geändert. Im dahinterliegenden Garten sind Wallfahrtsquellen zu besuchen. Das Wasser der Quelle hat unzählige Wohltaten bei Hilfe suchenden Pilgern bewirkt.
In Lautenbach gibt es Feiertage mit Feiern, nämlich speziell am 15. August, dem Tag der Aufnahme Mariens in den Himmel. Außerdem alle Samstage, Marienfeiertage und auch die portugiesischen Fatimatage der Erscheinungen dort im Jahr 1917.
Lautenbach liegt im Renchtal und gehört zum Bundesland Baden-Württemberg. Das Dorf liegt nahe Offenburg, nicht weit von der deutsch-französischen Grenze.
Die katholische Wallfahrtskirche “Mariä Krönung” liegt an der Hauptstraße in Lautenbach.
Adresse des Pfarrsekretariats:
Katholische Pfarrei Mariä Krönung, Hauptstraße 75, 77794 Lautenbach.
Auf www.lautenbach@kath-oberkirch.de sind aktuelle Informationen zu finden.
Die Wallfahrtskirche sehe ich als ein wunderschönes, spätgotisches Gotteshaus und Maria ist dort die Schutzpatronin.
Am Hauptportal sehe ich eine fast lebensgroße, spätgotische Steinfigur mit Maria und Kind. Zwei krönende Engel schweben über Maria; hier wird sie gekrönt. Dies ist das Werk des Bildhauers und Holzschnitzers Nikolaus Gerhaert von Leyden (±1420-1473). Dann gehe ich in die Wallfahrtskirche. Beim Betreten fällt mir sofort die Gnadenkapelle auf und danach der Lettner.
In der Kirche sehe ich unter anderem Statuen von Heiligen und Bilder von Maria, darunter die thronende Gottesmutter. Auch die Pietà beeindruckt mich, ebenso wie der Engel Gabriel, der Maria eine wichtige Botschaft bringt.
In der Kirche steht ein Bild von Maria, die die Knoten löst. Ein Ständer hat schon viele Schnüre mit einem Knoten. Ich füge einen Knoten hinzu.
Beeindruckend sind die Bleiglasfenster. Was für eine Farbenpracht. Nach einem langen Aufenthalt mit Gebet und Ausdrücken der Bewunderung, gehe ich in den Garten hinter der Kirche. Dort steht eine besonders schöne Marienstatue.
Lautenbach hat eine Perle zum Einrahmen ...
Die französische Stadt Rosheim ist mehr als einen Besuch wert und liegt 61 km westlich von Lautenbach. Um die internationale Stadt Straßburg zu besuchen, sind es 34 km nach Westen.
Veröffentlicht: 16. November 2021
Zuletzt geändert: 20. Februar 2024
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