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Wallfahrtsorte in Österreich – Maria Alm

Geschichte

Der Ursprung der Wallfahrten nach Maria Alm liegt in einer Legende... Ein Bär greift einen Bauern an und zerfleischt ihn oberhalb des Schattbergs, wo der Weg zum Fluss Jetztbach südlich von Maria Alm führt. An der dort angebrachten Marienfigur aus der Zeit um 1480 wurden in größter Not zahlreiche Gebetserhörungen erfahren. Daraufhin bauten Gläubige eine Kapelle. Anschließend blühte die Wallfahrt auf. Anfangs kamen die Pilger, um zu Maria zu beten, dass sie sie vor der Bärenplage beschützen möge.

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Wallfahrtskirche in Maria Alm

Eine Kirche in Alm wird 1374 erwähnt. Der Ursprung der Kirche liegt in der Zeit der einflussreichen Familie Von der Almb (Alben oder Alm), die über 400 Jahre lang eine herausragende Stellung im Salzburger Adel innehatte und die Region dominierte. Diese Familie besaß viele Güter. Ihre Burg stand auf dem 2097 Meter hohen Schattberg, wo sich heute das “Burgstallgut” befindet. Diese Adelsfamilie besaß Ländereien in der Region Pinzgau, die oberhalb des Flusses Salzach liegt.

Die gegenwärtige Kirche von Maria Alm ist die dritte am selben Ort. Die erste Kirche steht dort Mitte des 12. Jahrhunderts. Die zweite Kirche wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Der Turm ist alt, denn er wurde um 1300 gebaut und Anfang des 16. Jahrhunderts erhöht. Im Jahr 1429 bewilligte Martin V., Papst in den Jahren 1417-1431, geboren als Oddone Colonna (1368-1431), einen Ablass (Sündenvergebung gegen Geld) für diejenigen, die zur Verwirklichung der Kirche beitragen. Die gegenwärtige Kirche wurde 1508 geweiht und später erweitert.

Im Jahr 1511 hat Leonhard von Keutschach (1442-1519), Erzbischof von Salzburg (1495-1519) bestimmt, dass in Alm jeden Tag eine Messe wird aufgetragen.

Der wachsende Zustrom von Pilgern führt dazu, dass das Marienbild um 1600 in die Kirche gebracht wird. Dadurch beginnt die Wallfahrt zur Kirche. Die Kirche ist der Geburt Mariens, der Mutter der Gnade, geweiht. Der Turm misst 84 Meter und gehört zu den höchsten Türmen Tirols.

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Gnadenbild in der Wallfahrtskirche Maria Alm

Im Jahr 1636 wird eine neue, hölzerne, spätgotische Marienstatue nach dem Vorbild der alten Darstellung aus dem ± 1480 geschnitzt. Die jetzige Statue steht in der Kirche von Maria Alm und zeigt eine thronende Unsere Liebe Frau. Sie hält ihr nacktes Kind mit der linken Hand auf dem Schoß. Der kleine Jesus hat Trauben in der linken Hand. Die Traube ist das Sinnbild des Leidens. In der rechten Hand halten Maria und ihr Kind ein Kreuz.

Im Jahr 1737 wurden die offenbarten Gebetserhörungen zum ersten Mal in ein Wallfahrtsbüchlein aufgenommen. Seit 1757 wurden viele Fresken an die Decke der Kirche angebracht. Die Gemälde wurden von Christoph Anton Mayr (1720-1771) aus Schwaz geschaffen. Im Jahr 1875 wurden die Fresken neu gestrichen und 1932 restauriert.

Im Jahr 1858 wird Maria Alm eine eigenständige Pfarrei.

Im Zeitraum 1985-1989 wurde das Äußere renoviert und im Jahr 2019 wurde das Innere der Kirche restauriert.

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Interieur van de bedevaartkerk te Maria Alm
Wallfahrtsort
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Ausblick auf die Wallfahrtskirche in Maria Alm

Maria Alm ist ein Ort mit über zweitausend Einwohnern und liegt 800 Meter über dem Meeresspiegel im Hinterthal mit Blick auf das Hochkönig-Gebirge, dessen Höhe bis zu 2941 Meter reicht. Der Ort wird auch Maria Alm am Steinernen Meer genannt, und dies ist ein hohes Plateau wie ein Steinernes Meer in den nördlichen Alpen. Das Wort “Alm” steht für Bergweide. Das Wort wurde hier erstmals im Jahr 1228 erwähnt.

In der Wallfahrtskirche steht das Gnadenbild aus dem Jahr 1636 im Hochaltar. Maria sitzt auf einem Thron und goldene Strahlen umgeben Sie. Auch sind viele Engel um Mutter und Kind abgebildet. Über dem Thron ist eine Taube angebracht.

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Maria mit Kind, mit auffälliger Frisur, in der Wallfahrtskirche in Maria Alm

Ein Gemälde aus dem 17. Jahrhundert mit dem Bildnis des Gnadenbildes hängt auch in der Kirche und der Rahmen ist aus dem Jahr 1710. An der Nordseite der Kirche befindet sich ein Weihnachtsaltar aus dem Jahr 1744, der von Franz Ebner (1698-1756) geschaffen wurde.

In der Kirche zeugen kostbare Opfergaben von überregionaler Bedeutung dieses Wallfahrtsortes. Viele davon sind im Heimatmuseum des Schlosses “Schloss Ritzen” zu besichtigen. Die ältesten Votivgaben stammen aus dem 17. Jahrhundert.

Die Wallfahrtskirche ist täglich geöffnet.

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Fresko der Darstellung Mariens im Tempel in der Wallfahrtskirche Maria Alm
ERHÄLTLICHKEIT

Die Adresse der Wallfahrtskirche ist
Pfarrhofweg 1, A-5761 Maria Alm.

Maria Alm liegt südwestlich von Salzburg und östlich von Kitzbühel im Bundesland Salzburger Land. Maria Alm gehört zum Bezirk Zell am See.

Auf www.pfarre-mariaalm.at sind aktuelle Informationen zu finden.

ERLEBNIS

Von Weitem ist der Turm der Wallfahrtskirche sichtbar. Welch eine Einladung! Wenn ich im Dorf ankomme, ist es ein großer Trubel. Es ist der Festtag für den Empfang des Herbstes. Bauern fahren mit Traktoren durch den Ort und an vielen Ständen sind regionale Produkte erhältlich. Bier wird viel getrunken und das aus Gläsern mit einem halben Liter Gerstensaft. Die Stimmung in Maria Alm ist bestens.

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gepflegter Friedhof um die Wallfahrtskirche Maria Alm

Bevor ich die Wallfahrtskirche betrete, ist es, voller Bewunderung auf die sehr gut gepflegten Gräber auf dem Friedhof rund um die Kirche zu blicken. Welch eine Ehrerbietung vor den Verstorbenen!

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Deckengemälde in der Wallfahrtskirche in Maria Alm

Beim Betreten der Kirche fallen mir die vielen Fresken auf. Was für ein Pracht! An die Decke sehe ich ein großes Fresko, das die Krönung Mariens zeigt. Auch die Himmelfahrt Mariens ist zu bewundern. Auch sehe ich ein Deckenfresko der Anbetung des neugeborenen Jesus durch die drei Weisen. Weiter ist die Geburt Mariens gemalt.

In der Wallfahrtskirche ist der Blickfang das Gnadenbild auf dem Hochaltar. Welche Schönheit! Welche Kunstwerke in diesem Gebäude!

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Pieta in der Wallfahrtskirche zu Maria Alm

Es ist eine beeindruckende Erfahrung, viele Fresken an den Mauern zu sehen. Lange verweile ich bei einer Darstellung, dass Maria dem späteren Heiligen Simon Stock (1165-1265) ein Skapulier umhängt. Die Bilder und Fresken zeigen große Pracht. Was für Kunstwerke!

In der Kirche ist eine große Pieta aufgestellt worden. Es ist eine Darstellung großer Trauer.

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Weihnachtsszene des Besuchs von Hirten bei dem neugeborenen Jesus

Der rechte Seitenaltar aus dem Jahr 1685 zeigt die Darstellung mit Marias Mutter Anna, Maria und Marias Sohn Jesus. An beiden Seiten sind Darstellungen von Joachim, dem Vater Marias, und Josef, dem Verlobten Marias, platziert. Diese Darstellungen wurden von Benedikt Faistenberger (1621-1693) aus Kitzbühel angefertigt. Auf der rechten Seite der Kirche stoße ich auf Kunstwerke, die Phasen aus den jungen Jahren Marias zeigen, wie Verkündigung, Geburt und Tempelgang. Auch eine Malerei des Besuchs der Hirten beim neugeborenen Jesus, Maria und Josef ist zu sehen.

Besonders durch die reichlich vorhandenen Fresken ist diese Wallfahrtskirche für mich eines der schönsten, geweihten Gebäude Österreichs.

UMGEBUNG

Maria Alm liegt 85 km südwestlich von Salzburg, die Entfernung zum Wallfahrtsort Maria Plain beträgt 75 km und St. Martin bei Lofer liegt 27 km nordwestlicher, um den Wallfahrtsort Maria Kirchental zu besuchen, sind es etwa 30 km. Die Ortschaft Zell am See liegt 20 km südlich von Maria Alm und die Entfernung zur Nachbargemeinde Saalfelden beträgt nur 5 km.

Die Umgebung von Maria Alm ist äußerst geeignet, um Wanderungen und Radtouren zu unternehmen.

Veröffentlicht: 22. September 2023
Zuletzt geändert: 1. März 2024

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