
San Gil, der heilige Gilles oder Egidius lebte von ca. 640 bis ca. 720. Er ist einer der 14 Nothelfer. Er wird auch als Sankt-Gilles der Einsiedler (Eremit) bezeichnet. Er lebt in Núria als Einsiedler. Gil versteckt das Marienfigürchen, eine Glocke und einen Topf. Die Klause, die an seinen Aufenthalt hier erinnert, wurde beim Wallfahrtsort erbaut und stammt aus dem Jahr 1615.
Eine Legende erzählt …
Der Heilige Gil (Heiliger Gilles/Egidius) versteckte eine Marienstatue in einer Höhle und diese zusammen mit einem Kreuz, einer Glocke und einem Krug. Im 11. Jahrhundert wurden diese besonderen Attribute auf Anweisung eines Ochsen wiedergefunden. Danach wurde dieser Fundort zu einem Wallfahrtsort. Auch ein Krankenhaus wurde für die Reisenden gebaut, die bei ihrer Reise über die Pyrenäen vielen Gefahren trotzen.
Die Marienstatue in der Kirche wurde um das Jahr 1200 gefertigt. Sie ist aus polychromer Holzschnitzerei.
Im Jahre 1428 wurde der Wallfahrtsort, der an der Südflanke der Katalanischen Pyrenäen liegt, durch ein Erdbeben zerstört.
Das heutige Kloster stammt aus dem 20. Jahrhundert.
Im Jahr 1931 fand im Hotel des Wallfahrtsortes eine geschäftige Beratung zwischen führenden Katalanen statt. Verabschiedet wurde das “Estatut d’Autonomia de Catalunya” (das Statut der Autonomie Kataloniens). Dieses Dokument regelt die Autonomie Kataloniens innerhalb der Spanischen Republik.
Am 23. September 2014 verleiht Franziskus, geboren als Jorge Mario Bergoglio (1936), Papst seit 2013, der Kirche den Ehrentitel Basilika.
Am 8. September, dem Fest der “Geburt Mariens”, findet in Núria eine große Wallfahrt statt.
Eine Gebirgsbahn (Zahnradbahn) bringt Besucher zum hochgelegenen Wallfahrtsort und führt unterwegs dicht an hohen Felswänden und tiefen Abgründen vorbei. Seit 1931 befördert diese Eisenbahn Menschen nach oben, und davor war es eine ziemliche Reise, um dorthin zu gelangen. Der mariologische Ort ist “La Mare de Déu de Núria” gewidmet. Dies bedeutet auf Katalanisch “die Mutter Gottes von Núria”. Sie ist die Schutzpatronin der Diözese Urgell, der Katalanischen Pyrenäen und der Hirten.
Am Wallfahrtsort kommen einige Bäche zusammen, die den kleinen Fluss Riu de Núria bilden. Der mariologische Ort heißt Santuari de Núria.
Die Marienstatue, die hoch in der Kirche steht, wird jährlich von Tausenden mit einem Besuch verehrt. Die Darstellung ist eine sitzende Maria mit Kind. Von beiden sind die Hände und Ohren unbedeckt. Die linke Hand von Maria ruht auf der linken Schulter ihres Kindes. Mit der rechten Hand hält die Gottesmutter den kleinen Jesus. Das Kind hebt die rechte Hand und will segnen. Die Statue von Maria und Kind wurde im Jahr 2000 von Ramon Millet restauriert.
In der Kirche können Besucher an einer Tradition teilnehmen, nämlich zum “L’Olla de Núria” gehen. Dies Katalanisch bedeutet “Nuria’s Topf”. Dieses Ritual kann hinten in der Kirche stattfinden, in der Nähe eines Gebetsstuhls in einer Nische. Es handelt sich um drei Symbole, nämlich Kreuz, Glocke und Topf, die seit dem 15. Jahrhundert verehrt werden. Wunder werden dem Ritual zugeschrieben, wenn jemand den Kopf in den Topf steckt und die Glocke läutet. Dadurch verschwindet Kopfschmerz und es vertreibt Unwetter. Wenn eine Frau den Kopf in den Topf hält und die Glocke läutet, dann wird sie mit Fruchtbarkeit gesegnet.
In der Kirche sind viele Votivgaben zu sehen. Die meisten haben Worte des Dankes an Maria.
Núria liegt nahe der Grenze Spanien/Frankreich, gehört zur Gemeinde Queralbs und liegt in der Provinz Girona, die zur Region Katalonien gehört.
Adresse: Núria, 17534 Queralbs.
Auf www.valldenuria.cat sind aktuelle Informationen zu finden.
Der Wallfahrtsort Núria zieht schon lange mein Interesse auf sich und es ist nun das dritte Mal, dass ich hier Maria besuche.
Das Flüsschen Riu de Núria mündet in den größeren Fluss Freser. In Ribes de Freser, wo das wilde Flüsschen den Ort teilt, steht die Zahnradbahn bereit. Die Bahn fährt noch nicht ab, und das gibt mir die Gelegenheit, das Museum der Zahnradbahnen zu besuchen, das neben dem Bahnsteig liegt.
Mit der Gebirgsbahn werden täglich viele zum hochgelegenen Wallfahrtsort gebracht. Auf der Zahnradbahn steht der Zug, der auch mich in etwa einer halben Stunde auf 1964 Meter Höhe bringt. Es ist eine beeindruckende Reise mit Aussicht auf hohe Berge, große Felsen und tiefe Täler.
Bei Ankunft in Vall de Núria sind es vom Bahnhof kaum 200 Meter bis zur Kirche. Wenn ich vor dem Eingang der Kirche stehe und mich umdrehe, werde ich mit einer weiten Aussicht auf die hohen Berge und das Gebiet belohnt, wo viele Besucher wandern, reiten, Tretboot fahren, trinken, essen, beten und sich umsehen.

In der Kirche erregt die jahrhundertealte Marienstatue sofort meine Aufmerksamkeit. Sie steht hoch über dem Chor. Um sie zu erreichen, muss man eine Treppe mit breiten Stufen hinaufgehen. Sofort die Treppe hinauf und nach einigen Minuten stehe ich vor der wundersamen, farbenfrohen Statue. Maria blickt den Besucher an und wir stehen uns auf einer Höhe von etwa 2000 Metern gegenüber. Das ist eine einzigartige Erfahrung! Wenn diese Darstellung sprechen könnte ...
In der oberen Kapelle, wo die Abbildung von Maria steht, sind Bilder der Heiligen Gilles (Gil) und Amadeus (Amadeu) zu begrüßen, die in ferner Vergangenheit hier viele Jahre waren. Nachdem ich Maria so hoch getroffen habe, gehe ich die Treppe hinunter und mache eine Runde in der Kirche. Besonders schön finde ich ein Buntglasfenster mit Unserer Lieben Frau. Meine Augen wollen auch eine große Abbildung von Maria treffen.
In einem kleinen Andachtsraum brennen Kerzen und hängt an der Wand ein besonders liebenswürdiges Bildnis der Jungfrau Maria. Dies ist der auserwählte Ort, um mehr als ein Ave Maria zu beten.
Hinter der Kirche, in einer großen Nische, steht ein Gebetsstuhl, hängt eine Glocke mit Seil und gibt es einen großen Kessel. Nun ist es meine Chance, ein Ritual noch etwas mehr Glanz zu verleihen. Ich knie nieder, stecke den Kopf in den Topf, bete, ziehe am Seil und die Glocke läutet. Nun bin ich von Gefahren befreit. Es ist eine Tradition, dass Besucher diesen Ritus ausführen. Für den einen ist es Fruchtbarkeit zu erlangen, für den anderen das Vertreiben von Schmerzen und für mich Gefahren abzuwenden. Es ist eine Geste des Segens mit dem Klang einer Glocke.
Nachdem ich die Kirche verlassen habe, besuche ich den Raum, in dem Gilles (Gil) gelebt hat. Auch hier steht eine Abbildung von Maria und bei ihr werden Zettel mit Dank, Bitten und/oder Hoffnung niedergelegt. Ich schreibe etwas auf. Es geht um eine Frau, die viel leidet. Hoffentlich hat sie dann etwas weniger Last von ihrer Krankheit. Danach gehe ich nach draußen, sehe mich um und erkenne deutlich, dass dieser Aufenthalt, an der hohen Südseite der Pyrenäen mit Gipfeln bis fast 3000 Meter, ganz besonders ist. Wie dankbar bin ich Maria, wieder hierher kommen zu dürfen.
In der unmittelbaren Nähe von Núria gibt es viele Wander- und Skimöglichkeiten auf der Südseite der Pyrenäen. Auch Mountainbiking, Radfahren, Kanufahren und Reiten sind Optionen.
Barcelona ist 125 km entfernt, nach Girona sind es 120 km. Die geschichtsträchtige Stadt Vic ist 56 km entfernt. Für den Besuch des Wallfahrtsortes Montserrat sind es 115 km zu reisen.
Veröffentlicht: 6. November 2023
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