Maria-
Zimmer

Wallfahrtsorte in Österreich – Mariatrost

Geschichte
IMG 6948 skaliert e1668612808544
Über dem Eingang der Basilika Mariatrost steht “Geht in das Haus eurer Mutter”.”

Die Wallfahrtskirche Mariatrost steht auf dem Purberg, nahe der Stadt Graz, wo einst eine Burg gestanden hat. Im Jahre 1636 ließ der damalige Burgherr eine kleine Hauskapelle in der Burg errichten. Dies tat er zu Ehren der Eltern Marias, Anna und Joachim. Im Jahre 1676 kam ein Marienbild in die Kapelle. Die Abbildung ist ein Geschenk von Abt Candidus (Johann Friedrich) Schillinger vom Stift Rein. Er war dort von 1673 bis 1684 Oberhaupt. Die Tochter des Burgherrn litt lange Zeit an einer schweren Krankheit. Mehrmals betete sie inbrünstig vor dem Marienbild und wurde geheilt. Dadurch wurde die Abbildung von der Familie als “Trostmutter der Betrübten” bezeichnet und war für die Familie von großem Wert. Hierher stammt der Name “Mariatrost”.

IMG 6946
Vorderseite der Basilika Mariatrost

Der Zustrom der Pilger nimmt stetig zu und im Jahr 1693 wird die Kapelle vergrößert und verschönert. Der Burgherr bemerkt die zunehmende Einmischung kirchlicher Behörden, und dies schränkt ihn in der Entscheidungsfreiheit bezüglich der Kapelle ein. Er beschließt, seinen Besitz an einen Orden zu übertragen. Im Jahr 1695 erhält das Gnadenbild eine barocke Ausstrahlung.

1708 übernehmen Mitglieder des Ordens des Paulus einen Großteil dieses Besitzes. 1710 stellt sich heraus, dass die vergrößerte Kapelle immer noch zu wenig Platz für die vielen Besucher bietet. Eine Kirche und ein Kloster sind erforderlich. Die Finanzierung hierfür stammt von Karl VI. (1685-1740), Kaiser und Erzherzog von Österreich (1711-1740) und Vater von Maria Theresia (1717-1780).

Um 1700 herrscht die Pest in Graz und der weiteren Umgebung. In der Kapelle halten sich 60 Tagelöhner auf. Vor dem Bildnis Mariens geloben sie, die von der Pest getöteten Menschen zu begraben und dadurch die Einwohner von Graz vor weiterem Unheil zu retten. Sie beten auch für einen guten Tod für sich selbst bei dieser sehr ansteckenden Arbeit. Sie versprechen Maria, dass, wenn sie bei ihrem Vorhaben Erfolg haben, jedes Jahr eine Wallfahrt aus Dank nach Mariatrost halten werden. Die Tagelöhner haben Erfolg bei ihrem Vorhaben und halten die Wallfahrt über 200 Jahre lang. Der Ursprung dieser Wallfahrt geht zurück auf das Jahr 1711. Auch hieraus geht hervor, dass das Bild für wundersame Gebetserhörung bekannt ist.

IMG 6956 skaliert e1668614091842
Himmelfahrt Mariens in der Basilika Mariatrost

Im Jahr 1714 begannen die Bauarbeiten an der Kirche und die Leitung lag in den Händen des Architekten Johann Georg Stengg (1689-1753). In diesem Jahr, am 18. September, legte Graf Karl Weikhard von Breunner, auch Karl Wichard Anton Graf von Stübing-Fladnitz (ca. 1656-1729) genannt, den Grundstein für den Bau der Kirche. Er war Landeshauptmann der Steiermark in den Jahren 1715-1729. Im Jahr 1718 schuf Johann Veit Haukh (1663-1746) das Ölgemälde “Mariä Himmelfahrt”.

Bereits 1719 kommt das Gnadenbild in die noch nicht fertiggestellte Kirche. Dies geschieht durch Joseph Dominikus von Lamberg (1680-1761), Fürstbischof. Der Hochaltar steht an der Stelle, wo die alte Kapelle einst gestanden hat. Zwischen 1733 und 1741 wird kräftig am Innenraum der Kirche gearbeitet, darunter viel Malerarbeit. Lukas von Schram (1702-1765), Maler am kaiserlichen Hof, schafft Verzierungen durch Fresken für Kuppel, Chor, Seitenkapellen und Sakristei in der Periode 1733-1741. Die Bildhauer Veit Königer (1729-1792) und Joseph Schokotnigg (1700-1755) sind lange in der Kirche tätig. 1746 ist der Bau des Hochaltars fertig und erst 1779 wird die Kirche ganz fertiggestellt.

IMG 6947 skaliert e1668612684894
Detail der Vorderseite der Basilika Mariatrost

Im Jahr 1786 werden der Paulinische Orden und die Wallfahrten vom Kaiser Joseph II. (1741-1790) verboten, und er ernennt die Wallfahrtskirche zur Pfarrkirche. Dadurch wird die Entwicklung des Heiligtums stark gebremst. Diese Situation ändert sich, als 1846 die Franziskaner die Verantwortung für die Kirche und die Ermöglichung der Wallfahrten übernehmen. Dadurch beginnt für Mariatrost eine neue Blütezeit. Die Franziskaner kümmern sich auch um die Restaurierung der Kirche. Dieser Orden bleibt bis 1966 in Mariatrost. Anschließend geht die seelsorgerische Arbeit am Wallfahrtsort auf Mitarbeiter der Pfarrkirche über.

Im Jahr 1890 fertigt der österreichische Bildhauer Peter Neuböck (1855-1928) eine Lourdesgrotte in der Turmkapelle an.

Während und kurz nach beiden Weltkriegen ist es im Heiligtum still. Um 1950 gibt es wieder viel Besuch von Pilgern in Mariatrost.

In der Zeit von 1975-1977 erfolgte die Restaurierung des Äußeren der Kirche und des Klosters. Das Innere der Kirche wurde in den Jahren 1981-1984 in alter Pracht wiederhergestellt. Mitglieder des Franziskanerordens verließen Mariatrost Ende Oktober 1996. Am 1. November 1996 übernahmen Priester das Heiligtum und die Pfarrei von den Franziskanern.

Am 28. Oktober 1999 wird die Kirche zur Basilika erhoben und Maria Geburt geweiht.

Wallfahrtsort

Mariatrost liegt auf einem Berg und befindet sich 469 m über dem Meeresspiegel. Die Barocke Basilika ist von weitem zu sehen.

IMG 6955 skaliert e1668612938513
Gnadenbild in der Basilika Mariatrost

In Mariatrost ist das spätgotische, fast lebensgroße Gnadenbild das Wichtigste für die vielen Pilger. Die Darstellung der lieben Frau stammt aus ca. 1465. Bis 1665 stand sie auf dem Altar der Klosterkirche Rein. Die Darstellung zeigt Maria, die mit inniger Geste ihr Kindchen auf beiden Armen trägt. Das Kind hält sich mit der rechten Hand an einer Falte des Kopftuchs von Maria fest. Mit der linken Hand hält Jesus einen Apfel. Mutter und Kind sind gekrönt.

In der Basilika sind viele Votivgaben als Dank an die Gottesmutter und auch über die Wallfahrtsgeschichte zu sehen. Die Volkskunstwerke sind unter anderem auf Leinwand, Holz, Pappe, Papier und Blech gemalt. Die älteste Votivgabe ist aus dem Jahr 1693.

Die meisten Pilger kommen aus Österreich, Deutschland und Slowenien. Mariatrost ist nach Mariazell der beliebteste Wallfahrtsort in Österreich. Es ist nicht nur ein spirituelles, sondern auch ein kulturelles Zentrum, wo Konzerte stattfinden.

IMG 6965 skaliert e1668613633362
Fresko in der Basilika Mariatrost

Die Basilika ist täglich zu besuchen.

Zusammen mit Mariazell gehört Mariatrost zu den beliebtesten Wallfahrtsorten Österreichs.

ERHÄLTLICHKEIT

Mariatrost liegt einige Kilometer nördlich der Stadt Graz im Bundesland Steiermark.

Die Basilika befindet sich nahe der Angelusstiege, am Kirchplatz 9, 8044 Graz.

Auf www.pfarre-mariatrost.at und www.graz-mariatrost@graz-seckau.at sind aktuelle Informationen zu lesen.

ERLEBNIS
IMG 6967 skaliert e1668613818125
die Treppe zur Basilika Mariatrost

Etwas außerhalb des Stadtgebiets von Graz sehe ich die Basilika auf einer Höhe von etwa 500 Metern liegen. Den Purberg hinaufzufahren bedeutet, zu erfahren, dass der Weg zur Basilika steil ist. Die Steigung beträgt nicht weniger als 141                                                                                                                                         .

Wenn ich vor der Basilika stehe, fühle ich mich sehr klein. Ich schaue zu den Türmen hinauf. Welch eine Höhe! Die barocke Basilika ist in Gelbtönen gestrichen. Welch eine Arbeit wurde hier Anfang des 18. Jahrhunderts geleistet! Dann gehe ich hinein und sehe, dass der gesamte Platz an den Decken bemalt ist. Auch die Wände sind mit vielen Malereien und Bildern verziert. Ich bin beeindruckt von den vielen Holzschnitzereien und viele Kunstwerke sind mit Blattgold bedeckt.

BILD 1351
hoofdaltaar in de basiliek Mariatrost met het genadebeeld

Dann komme ich zum Hauptaltar und sehe das Gnadenbildnis von 1465. Wie viele Besucher hat diese Darstellung wohl gehabt. Wie viele Gedanken wurden hier mit Maria geteilt?

IMG 6951 skaliert e1668613531292
Maria traf Bernadette in der Basilika Mariatrost

In der Basilika bleibe ich lange bei den Darstellungen von Unserer Lieben Frau und Bernadette stehen. Dieses Sehen erinnert mich wieder an einen Aufenthalt am Wallfahrtsort in Südfrankreich.

Viel Eindruck auf mich machen die vielen Fresken. Das ständige Nach-oben-Schauen, ist so viel Schönes sehen. Es ist so hoch, aber fühlt sich so nah an.

Daraufhin unternehme ich erneut einen Rundgang in der Basilika und bewundere die Gemälde und die Kanzel. Was für große Fachleute hier am Werk waren. Was sie es verstehen, Schönheit zu erschaffen. Hier zu verweilen, fühlt sich an, als wäre man privilegiert.

BILD 1352 skaliert e1668613701418
Fresko in der Basilika Mariatrost

~~~

Datum eerste publicatie: 17 November 2022
Datum der letzten Änderung: 15. Dezember 2025
©2026 Jan van Wijk - Mariakamer.nl - Alle Rechte vorbehalten
Komm2zurweb