In Panningen steht eine Lourdesgrotte an einem ungewöhnlichen Ort, nämlich in einem Erholungspark. Dem ist eine ganze Geschichte vorausgegangen.
Im Jahr 1903 kommen Lazaristen nach Panningen und beginnen ein Missionshaus. Lazaristen sind Mitglieder der Kongregation der Mission, einer religiösen Gesellschaft, die viel Missionsarbeit verrichtet und Armen beisteht. Der Name der Organisation ist dem ersten Kloster in Paris entleert, dem ehemaligen Leprosenhaus Saint-Lazare. Die Pater Lazaristen erwerben ein Stück Land nicht so weit von dem Kloster und machen daraus einen Landsitz. Hier wird ein Mariengarten angelegt und dort entsteht eine Lourdesgrotte.
Die Grotte ist an studienfreien Mittwochvormmittagen von Seminaristen im Mariengarten des Landsitzes der Lazaristenpater erbaut worden. Dadurch ist die gesamte Bauzeit länger als gewöhnlich, nämlich von 1922 bis in das Jahr 1928. Für den Bau werden Fehlibskäufe und Schlacken aus lokalen Ziegeleien verwendet. Als die Grotte im Jahr 1928 fertig ist, findet die Einsegnung statt. In der obersten Nische steht die Marienstatue mit über der Darstellung einem blauen Himmel mit Sternen. Oberhalb hiervon ist ein Stein angebracht mit der Jahreszahl 2023, die auf die Wiederherstellung der Grotte verweist. An der Grotte ist ein Stein befestigt mit der Aufschrift “denk Moeder steeds aan ons, wij hebben hier gedacht aan U te saam. Seminarie MDCDXXII”. Dies verweist auf das Jahr 1922, in dem mit dem Bau der Grotte begonnen wurde.
Auf der Rückseite der Grotte ist eine runde Höhle mit einer Darstellung einer Pietá geschaffen worden. Die runde Form hat eine symbolische Bedeutung einer Gebärmutter, weil Maria als Mutter aller Mütter angesehen wird. Hinter der Grotte haben einst Darstellungen der sieben Schmerzen Mariens gestanden, aber diese sind verschwunden. Besucher können durch eine Öffnung in der Grotte zur Rückseite des Bauwerks gehen.
Im Jahr 1969 verlassen die Patres ihr Sommerhaus und der Komplex wird verkauft. Anschließend entsteht auf dem weitläufigen Gelände ein Campingplatz und dieser erhält den Namen Erholungspark Beringerzand. Die Lourdesgrotte bleibt stehen. Auf dem Grundstück des Mariengartens entsteht eine Minigolfanlage und die Lourdesgrotte steht mitten darin. Im Laufe der Jahre verschlechtert sich der Zustand der Lourdesgrotte und eine Restaurierung drängt sich auf. In den Jahren 2023-2024 wurde die Grotte von Freiwilligen der Arbeitsgruppe Kreuze und Kapellen des Heimatkundekreises Helden restauriert und auch die Statuen erfahren eine Verbesserung. Bemerkenswert ist die Statue der Seherin Bernadette Soubirous. Für die Herstellung dieses Abbildes wurde der 3D-Druck genutzt. Die Instandsetzungsarbeiten wurden durch finanzielle Unterstützung der Provinz Limburg, der Gemeinde Peel en Maas und mit Mitwirkung des Eigentümers des Erholungsparks ermöglicht. Die restaurierte Lourdesgrotte wurde im Jahr 2024 von Harrie Jaspers C.M. (Kongregation der Mission, *1940) eingeweiht.
Vor der Höhle gibt es Sitzgelegenheiten und auf dem Gelände sind Tafeln mit Informationen über die Geschichte des Komplexes aufgestellt.
Das Restaurant des Freizeitparks liegt in der Nähe der Lourdes-Grotte. Der Besuch des besonderen Ortes der Lourdes-Grotte ist sehr zu empfehlen.
Adresse: Recreatiepark Beringerzande, Heide 5, 5981NX Panningen.
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