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Wallfahrtsorte in Belgien – Hasselt

HASSELT

Geschichte
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Virga Jesse Basilika in Hasselt

Die Marienverehrung in Hasselt besteht schon viele Jahrhunderte. Im 13. Jahrhundert wurde eine Kapelle in einem Haselwald gebaut. Einwohner der Stadt Hasselt werden “Hasselaren” genannt und diese Bezeichnung leitet sich vom Wort “Hasel” ab.

Ein Dokument aus dem Jahr 1308 erwähnt die Existenz einer Bruderschaft, die der Gottesmutter gewidmet ist und deren Zweck es ist, den armen Menschen in der Stadt zu helfen. Im Jahr 1334 wurde von Mitgliedern der Bruderschaft eine “Kleriker-Kapelle” erbaut. Hierzu hat Adolf II. von der Mark (1288-1344), Fürstbischof von Lüttich (1313-1344), seine Erlaubnis erteilt. Diese Kapelle liegt an der Handelsroute Brügge-Köln. Entlang dieser Straße kommen viele Pilger, die auf dem Weg zu den großen Wallfahrtsorten in Aachen und Maastricht sind. Im Jahr 1357 wurde die Kapelle eingeweiht. Durch den Besuch der Kapelle geschahen bei Pilgern Wunder. Diese wundersamen Heilungen finden am Bild der Gottesmutter statt. Dieses wundertätige Bild wird jährlich in einer Prozession mitgetragen. Prozessionen werden erstmals im Jahr 1495 erwähnt.

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Buntglasfenster mit Bild Prozession in der Basilika zu Hasselt

Im 16. Jahrhundert beenden Religionskriege die Marienverehrung in Hasselt. Im Jahr 1645 kehrt die Prozession auf die Straße zurück. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erließ Alexander VII., Papst von 1655 bis 1667 (Fabio Chigi, 1599-1667), Ablässe an Pilger, und zahlreiche Wallfahrer kamen nach Hasselt. Die Statue Unserer Lieben Frau erhielt den Namen “Virga Jesse”. Das bedeutet Zweig oder Reis am Stammbaum Jesses. In der Prozession wird das Lied zu Ehren der Jungfrau von Jesse gesungen. Jesse ist der Vater von König David.

Ab 1682 zieht die Prozession nicht mehr jährlich, sondern alle 7 Jahre. Das wundersame Bild zieht in der Prozession mit. Die Wahl alle 7 Jahre wurde getroffen, weil in benachbarten Städten ebenfalls ein Umzug alle 7 Jahre stattfindet.

Die Kapelle aus dem 14. Jahrhundert gerät in baufälligen Zustand und wird Anfang 1727 abgerissen. An derselben Stelle wird die Kirche Unserer Lieben Frau Virga Jesse in der Zeit von 1727 bis 1731 gebaut. Der Grundstein wird von den beiden Bürgermeistern von Hasselt, Jan Loyens und David Kemps, gelegt. Am 8. September 1731 wird die neue Kirche von Jan Baptist (Johannes Baptista) Gillis, dem Lütticher Weihbischof (suffraganbischof) von 1729 bis 1736, eingeweiht.

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Gedenken aan de kroning van het Mariabeeld op 15 augustus 1867 en daaronder de verlening van de eretitel basiliek aan de kerk op 6 mei 1998

Die Französische Revolution (1789-1799) bringt ein Verbot der Prozession. Im Jahr 1798 wird die Marienstatue von einem Mitglied der Bruderschaft versteckt und so sicher aufbewahrt. Am 30. Juli 1803 ist die Marienstatue wieder in der Kirche. Die Möbel sind durch den französischen Besatzer verkauft worden. Die Minderbrüder sind verantwortlich für die kirchliche Organisation und die Sicherheit der Statue in der Zeit 1846-1899. Im Jahr 1867 wurde die Marienstatue im Namen von Pius IX., Papst von 1846 bis 1878 (Giovanni Maria Mastei-Ferretti, 1792-1878), gekrönt. Die Krönung wurde von Théodore Alexis Joseph de Montpellier (Mérode)(1807-1879), Bischof von Lüttich (1852-1879), am 15. August 1867 vorgenommen. Die Erinnerung an die Krönung ist an der Mauer der Basilika zu sehen. Die goldenen Kronen sind ein Geschenk der Bevölkerung von Hasselt.

Während des Zweiten Weltkriegs (1940-1945) wurde die Kirche stark beschädigt und später wieder aufgebaut.

Am 6. Mai 1998 wurde die Kirche zur Basilika erhoben. Johannes Paul II., Papst von 1978 bis 2005 (Karol Józef Wojtyla, 1920-2005), verlieh die Aufwertung der Kirche zur Basilika. An der Mauer der Basilika ist eine Gedenktafel angebracht.

Wallfahrtsort
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die Darstellung von Virga Jesse in der Basilika zu Hasselt

Das Bildnis Unserer Lieben Frau Virga Jesse steht am weiß- und schwarzmarmornen Hochaltar hinter einer transparenten Schutzvorrichtung. Das Bild ist 1 Meter hoch, aus einem einzigen Stück Eichenholz geschnitzt und stammt aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts. Maria hält Jesus auf dem Arm, und beide sind gekrönt. Der Kopf Marias ist leicht nach links gedreht. Sie trägt einen weißen Schleier über einem blauen Kleid und hat einen weiten Mantel an. Der Lütticher Bildhauer Jean Delcour (1627-1707) hat den Hochaltar geschaffen, der aus der Zisterzienserabtei von Herkenrode stammt. Am Marienbild wird viel gebetet, und bei Unserer Lieben Frau brennen viele Kerzen.

Lied ter ere van de maagd van Jesse:
“Von Isai sprosst ein Zweig hervor,
eine Jungfrau aus dem Geschlecht König Davids
hat den Sohn Gottes zur Welt gebracht,
der Friede hat gebracht
die Erde und den Himmel miteinander versöhnt hat.”

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Wandtapijt in het voorportaal van de Virga Jesse basiliek te Hasselt

Hasselaren geven elk zevende jaar, dat de stoet trekt, een geschenk aan hun Virga Jesse. Im Jahr 1989 erhielt die Künstlerin Simone (Maria Germaine) Reynders (1924-2016) den Auftrag, einen Wandteppich anzufertigen. Der Teppich, mit den Maßen 230 cm mal 180 cm, stellt Virga Jesse in der Krone des Jessebaumes dar und Maria ist von Wundern umgeben. Der Teppich hängt im Vorraum der Basilika.

Die siebenjährige Prozession findet am 2., 3. und 4. Sonntag im August statt. In dieser Zeit finden in Hasselt viele Aktivitäten statt.

Die Basilika ist jeden Tag offen.

ERHÄLTLICHKEIT

Adresse der Basilika Virga Jesse: Kapellstraße 14, 3500 Hasselt. Die Basilika liegt im Zentrum der Stadt.

Aktuelle Infos sind zu finden auf www.kerknet.be/organisation/pastorale-einheit-virga-jesse-hasselt und hier ist auch Neues zu lesen über Virga-Jessefest, die um die 7 Jahre werden gehalten.

ERLEBNIS
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Detail der Darstellung von Virga Jesse in der Basilika zu Hasselt

Wenn ich vor der Basilika stehe und nach oben blicke, fällt mir die hohe Fassade auf. Was für ein beeindruckendes Gebäude im Zentrum der Stadt. Beim Eintreten sehe ich einen großen, farbenfrohen Wandteppich mit der Darstellung von Virga Jesse. Schau, das ist doch mal ein Willkommen.

Virga Jesse ist die Schutzpatronin der Stadt Hasselt. Die Statue steht vorne in der Basilika beim Hochaltar. Ich sehe Maria und das kleine Jesuskind und beide haben rote Wangen. Hier ist es, etwas länger innezuhalten, die Darstellung genau zu betrachten und danach ist es Zeit für ein paar Ave Maria.

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Buntglasfenster in der Basilika in Hasselt zu Ehren von 750 Jahre Virga Jesse

Schön sind die bleiverglasten Fenster mit Darstellungen von unter anderem Virga Jesse und einer Prozession. Welch prächtige Farben! Das ist so schön anzusehen. Am Fenster mit der Darstellung von Virga Jesse sehe ich die Jahreszahlen 1232 und 1982. Das Kunstwerk symbolisiert das 750-jährige Jubiläum.

Neben der Virga Jesse Statue befindet sich eine Kerzenkapelle. Beim Betreten befindet sich eine Statue von Maria mit dem Kind auf einer Säule. Viele Kerzen brennen und einige weitere kommen nun hinzu. Dazu habe ich Anliegen für gute Freunde, die einige Schritte in die richtige Richtung in Bezug auf ihre Gesundheit machen wollen.

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Kerzen in der Kapelle der Basilika zu Hasselt

Zum Tot-Schluss mache ich noch eine Runde in der Basilika. Auf einem Tisch sehe ich ein Sterbebildchen liegen. Ich lese den Text und bin davon getroffen. Die Worte berühren mich, wie “Maria, mache uns dankbar und froh für das Leben jedes Tages.” Anschließend nehme ich Platz und lasse die Schönheit der Basilika auf mich wirken. Die Geschichte der Basilika kommt in mir auf und ich denke an die Jahrhunderte, dass das Marienbild einen prominenten Platz in dieser Stadt hat. Was ist das doch für ein prächtiges Gebäude!

In Hasselt besuche ich auch die Sint-Quintinuskathedrale, die im Zentrum liegt. An der Kirche wurde jahrelang gebaut, nämlich vom 11. bis zum 19. Jahrhundert, und deswegen sind verschiedene Baustile zu sehen.

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Marienbilder in der Sint-Quintinuskathedrale in Hasselt

Sint-Quintinus oder Sint-Kwinten (+287) ist der Schutzheilige der Kathedrale und er ist der Sohn eines römischen Senators. Quintinus bekehrt sich zum Christentum und zieht als Missionar unter anderem nach Gallien und führt viele zu seinem Glauben. Er wird gefangen genommen, gefoltert und enthauptet. Er stirbt auf dem Ort, wo später das französische Saint-Quentin entstanden ist. Was für eine Geschichte!

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Maria gibt den Rosenkranz an Dominikus und Simon Stock, Gemälde aus dem 17. Jahrhundert in der St.-Quintinus-Kathedrale in Hasselt

In der Kathedrale sind schöne Bilder der Heiligen Maria zu sehen, darunter ein Barockgemälde aus dem 17. Jahrhundert, auf dem Maria dem Dominikus und dem Simon Stock den Rosenkranz reicht.

In der St. Anna-Kapelle steht unter einem Buntglasfenster eine Figurengruppe der Heiligen Anna selbdritt aus ca. 1500. Anna sitzt auf einem Thron und trägt ein Kopftuch. Auf ihrem rechten Knie sitzt die gekrönte Maria, die auf ihrem Schoß das kleine Jesuskind hält.

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“Heilige Anna selbdritt”, Figurengruppe aus ca. 1500 in der St.-Quitinuskirche zu Hasselt.

In der Kathedrale sind auch wunderschöne Buntglasfenster zu bewundern. Was für Ausdrucksformen der Kunst in dieser Kathedrale!

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Lourdesbeeld van Maria in de kathedraal van Sint-Quintinus te Hasselt

In Hassalts Zentrum ist Maria auf vielen Gebäuden und Mauern dargestellt. Was lebt die Gottesmutter in dieser Stadt!

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Kapelle an einer Mauer in der Ritterstraße in Hasselt
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Bildnis von Maria mit Kind in der Mauerkapelle in der Ridderstraat zu Hasselt.
UMGEBUNG

In Hasselt gibt es mehr zu sehen als die Basilika und die Kathedrale, wie ein gemütliches Zentrum mit vielen monumentalen Gebäuden und Museen.

Hasselt liegt 78 km von Antwerpen, 75 km von Aachen, 48 km von Maaseik, 44 km von Maastricht und 17 km von Genk entfernt.

In der Region Hasselt gibt es viele Fahrradtouren und Spaziergänge.

Veröffentlicht: 5. Juli 2023
Zuletzt geändert: 12. November 2024

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