Maria-
Zimmer

Pilgerorte in den Niederlanden – Bergharen

Geschichte

Im Jahr 1312 legten Mönche des Zisterzienserordens der deutschen Abtei Camp am Kapellberg den Grundstein für die Verehrung der Gottesmutter in der Not.

Die Entstehung der Andacht auf dem Kapelberg geht einer besonderen Geschichte aus ca. 1500 voraus. Ein Mann vermisst einen Arm, hat zwei ungleiche Beine und wird dadurch als missgebildeter Mensch angesehen. Der Mann unternimmt 30 Jahre lang Versuche, im Kloster aufgenommen zu werden. Leider für ihn gibt es immer eine Ablehnung durch den Prior des Zisterzienserklosters. Schließlich darf er einem Bruder-Müller zeigen, dass er arbeiten kann. Der Müller nimmt den Mann mit hinein. Dort sieht der Mann einen großen Holzblock und in diesem Stück Holz erkennt er Maria in einem traurigen Zustand mit einem Schwert im Herzen und auf dem Schoß ihren toten Sohn. Sofort greift der Mann sein Messer und beginnt in das Holz zu schneiden. Er macht das Bild, das er gerade, in einer Vision, gesehen hat. Wenige Stunden später hat der Mann Maria mit ihrem Sohn geschnitzt. Der Bruder-Müller fällt vor Entsetzen auf die Knie und sagt, dass er den Prior des Klosters fragt, ob der Holzschnitzer willkommen ist. Der Holzschnitzer wird ins Kloster aufgenommen und hat noch viele Bilder aus Holz geschnitzt. Das von dem Mann gemachte Bild mit Maria und ihrem Sohn kommt in die Kapelle der Brüder. Daraufhin entsteht Andacht bei der Pieta.

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Piëta in de kapel op de Kapelberg te Bergharen

Im Jahr 1586 kommen die Geusen und schlagen die Kapelle und die Skulpturen auf dem Berg mit der Mühle kaputt. Die Kapelle wird im Jahr 1621 abgerissen. Dies geschieht während der Reformation mit einer Regierung, die eine antikatholische Haltung einnimmt. Das Gnadenbild wird schnell hinter einem Baum aufgestellt und somit gerettet. Anschließend wird die Darstellung in Sicherheit gebracht in das 2 Kilometer entfernte Schloss Hernen. Etwas später kommt das Bild in die Pfarrkirche. An der Stelle der zerstörten Kapelle wird um das Jahr 1660 eine Linde gepflanzt und eine kleine Kapelle erbaut. Der Baum wird als “Fieberbaum” betrachtet, denn wenn jemand ein Stück Kleidung in den Baum hängt, besteht eine Chance auf Heilung. Der Baum nimmt das Fieber weg. Bei einem Frühlingssturm im Jahr 1964 fällt der Baum um. All die Jahre kommen Gläubige zum Kapelberg; sie sehen dies als einen heiligen Ort, an dem himmlische Gnaden erlangt werden.

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Glockenturm auf dem Kapellenberg in Bergharen

Im Jahr 1795 gibt es die Religionsfreiheit erneut. Die Holzstatue steht dann immer noch im benachbarten Hernen. Mehrere Versuche, das Gnadenbild zurück auf den Kapelberg zu bringen, scheitern. Im Jahr 1927 beschäftigt sich die höhere Geistlichkeit mit der Angelegenheit. Arnoldus Franciscus (Arnold) Diepen (1860-1943), Bischof von ‘s-Hertogenbosch (1919-1943), stellt ein dringendes Ersuchen, die Statue nach Bergharen zurückzugeben. Dies hat Erfolg, denn am 3. August 1927 kommt die Abbildung auf einem Eselskarren nach dem Kapelberg und wird enthusiastisch empfangen.

Die Kreuzwegstationen wurden vom Bildhauer und Wandmaler Walter Jacques (Jac.) Maris (1900-1996) und der bei ihm und seiner Frau lebenden Bildhauerin Els Tervoort (1927-2002) geschaffen.

Im Jahr 1935 wird eine einfache Kapelle gebaut, aber diese ist bald zu klein für die vielen Besucher. Am 23. Mai 1948 wurde die heutige, große Kapelle mit zwei Kapellen für Kerzen eingeweiht. Der Entwurf stammt vom Architekturbüro Hugo Antonius van Oerle (1905-1994) und Jacobus Johannes Schrama (1913-1999).

Im Jahr 2003 wurde die Katholische Stiftung Verwaltung Kapelberg Bergharen gegründet, die das Gelände verwaltet. Diese Organisation entstand auf Anraten von Antonius Lambertus Maria (Antoon) Hurkmans (1944), Bischof von ‘s-Hertogenbosch (1998-2016).

Wallfahrtsort

Die Kapelle auf dem Kapelberg trägt den Namen “Unsere Liebe Frau von Gottes Not” und liegt auf dem höchsten Punkt des Landes von Maas und Waal. Dies ist auf über 20 Meter über dem Meeresspiegel.

Die Darstellung der Schmerzensmutter und ihres toten Sohnes ist 87 cm hoch. Sie ist aus Eichenholz gefertigt und polychromiert. Dadurch hat die Statue eine farbenfrohe Ausstrahlung. Bei einer späteren Restaurierung wurde das Schwert aus der Brust Marias entfernt. In der Nische der Kapelle steht eine Nachbildung, das Original befindet sich in der örtlichen Kirche.

Kreuzwegstationen stehen in einem großen Kreis bei und herum die höher gelegene Kapelle.

Jeden Tag kommen Pilger in Gruppen oder einzeln zum Kapelberg in Bergharen. Im Wonnemonat gibt es großes Interesse. Jährlich finden Wallfahrten statt, darunter eine gut besuchte Maas- und Waal-Marienwallfahrt um den 15. August, dem Tag der Aufnahme Marias in den Himmel. Die Eucharistiefeier wird von Gesang und Musik umrahmt. Die vor der Kapelle aufgestellten Bänke kommen dann besonders gut zur Geltung.

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Kapelle auf dem Kapelberg in Bergharen mit Gläubigen vor der Feier

Die Kapelberg wird nicht nur für Eucharistiefeiern und das Beten des Rosenkranzes genutzt, sondern auch für Taufen, Hochzeiten, Jubiläumsfeiern und Beerdigungen.

Geschenke sind willkommen bei der Katholischen Stiftung Verwaltung Kapelberg Bergharen.

ERHÄLTLICHKEIT

Bergharen gehört zur Gemeinde Wijchen in der Provinz Gelderland.

Mehr Informationen sind zu finden auf www.mariakapelbergharen.nl.
Auch ist die E-Mail-Adresse zu verwenden: info@mariakapelbergharen.nl.

Der Kapelberg befindet sich hinter der Mühle “De Verrekijker” an der Ecke von Molenweg und Elzendweg.

Die Adresse des Kapelberg ist: Molenweg 55, Bergharen.

ERLEBNIS
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Molen bij het terrein van de Kapelberg te Bergharen

Die Mühle auf dem Kapellenberg ist von weitem zu sehen und dorthin gehe ich, um an einer Feier teilzunehmen. Beim Anblick der Mühle kommt mir die Geschichte von etwa 1500 in den Sinn. Ich denke an den Mann, der sich so viel Mühe gegeben hat, ins Kloster zu kommen, und über kreative Gaben verfügt.

Wenn ich auf dem Gelände der Kapelberg ankomme, sitzen bereits viele Gläubige vor der Kapelle und ich wähle ein Plätzchen unter einem großen Baum mit Blick auf die Kapelle und die Interessierten. Neben der Kapelle sehe ich einen hohen Glockenturm stehen und um mehr zu sehen, warte ich bis nach der Eucharistiefeier.

Nach über einer Stunde gibt es die Gelegenheit, Kaffee oder Tee zu trinken, und davon mache ich Gebrauch. Ich komme ins Gespräch über diesen Marienort und erfahre von Aktivitäten auf diesem Berg. Danach mache ich einen Rundgang und komme zur Kapelle. Ich sehe die Pieta mit Maria und ihrem gestorbenen Sohn. Hier ist dann die Neigung für ein zusätzliches Gebet.

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Erinnerung an 700 Jahre Kapelberg in Bergharen

Daraufhin gehe ich in eine Kerzenkapelle und zünde noch ein paar Lichter an. Dazu gehören gute Absichten für gute Menschen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreis.

Auf dem Kapelberg sehe ich ein Denkmal, das an 700 Jahre Kapelberg (1312-2012) erinnert. Sage und schreibe 700 Jahre lang gab es hier allerlei Glaubensäußerungen. Welch eine Geschichte hat dieser Ort aufgebaut.

Zum Schluss mache ich einen Rundgang entlang der Stationen des Kreuzwegs und lasse die bekannten Szenen auf mich wirken. Danach komme ich wieder zur Kapelle und danke Maria. Was ist dies ein schöner Ort und dann verstehe ich, dass hier so viele Menschen herkommen.

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Kerzenkapelle auf dem Kapellenberg in Bergharen
UMGEBUNG

In Bergharen kann auch die St.-Anna-Kirche besichtigt werden. Dies ist die Pfarrkirche und der Heiligen Anna, der Mutter Marias, geweiht. Die Kirche hat einen dreischiffigen, neugotischen Bau und wurde 1895 fertiggestellt. Im Portal der Kirche steht eine Terrastotte-Statue aus dem 19. Jahrhundert, die Mutter Anna zeigt, wie sie Maria unterrichtet. Es gibt auch eine Darstellung der Heiligen Anna selbdritt, nämlich Mutter Anna, Tochter Maria und Enkelkind Jesus, aus dem 14. Jahrhundert. Das Gebäude zählt 7 Türme und der Architekt ist Caspar Johannes Hubertus Franssen (1860-1932). Adresse: Dorpsstraat 48, 6617AE Bergharen.

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Mutter Anna lehrt ihre Tochter Maria in der Sankt-Anna-Kirche in Bergharen

Die Kirche des hl. Jodocus liegt in der Nähe von Bergharen, nämlich im 2 km entfernten Hernen. Diese Kirche zeigt eine dreischiffige Kreuzkirche im neoromanischen Stil und wurde 1893 geweiht. Der Architekt-Bauunternehmer ist Pier Stornebrink (1853-1910). Im Portal befindet sich eine Marienstatue mit dem kleinen Jesus. Das Gebäude ist ein nationales Denkmal. Adresse: Dorpsstraat 35, 6616AE Hernen.

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Marienbildnis in der St. Judocus-Kirche in Hernen

In Wijchen steht die H. Antonius-Abbot-Kirche, die im Jahr 1854 gesegnet wurde. Der Entwurf des Gotteshauses stammt von Gradus Gradussen (1798-1880). In der Kirche steht unter anderem eine Darstellung von Maria mit Kind auf dem rechten Arm. Adresse: Oosterweg 2, 6602HD Wijchen. In Wijchen gibt es auch eine Lourdesgrotte. Von Wijchen nach Bergharen sind es 10 km in nordwestlicher Richtung.

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Marienbildnis in der Heilig-Antonius-Abbas-Kirche zu Wychen

Von der alten Stadt Nimwegen nach Bergharen bedeutet 16 km nach Westen zurücklegen.

Reisen von Grave und ankommen in Bergharen erfordert 14 km nach Norden überbrücken.

Die brabantische Hauptstadt ‘s-Hertogenbosch verlassen und in Bergharen ankommen, bedeutet 46 km nach Nordosten zu reisen.

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Datum der ersten Veröffentlichung: 3. September 2025
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