Maria-
Zimmer

Wallfahrtsorte in Deutschland – Söder

Geschichte

Im Jahr 1841 erwirbt die Gemeinde Engerode, heute ein Stadtteil von Salzgitter, das Gnadenbild, und in jenem Jahr gelangt es in das Schloss Söder.

Die Marienkapelle wurde 1862 auf Initiative von Andreas Otto Heinrich zu Stolberg-Stolberg (1786-1863) gegründet. Dieser Graf bewohnte das große Schloss Söder bis 1862. Die Kapelle ist ein Ersatz für die katholische Kapelle des Schlosses Söder, nachdem der Graf das Schloss an den protestantischen Adligen Jobst Ernst Otto Boguslaw von Schwichelt (1806-1876) verkauft hatte. Die neue Kapelle wurde am 4. November 1862 von Dechant Even aus Detfurth geweiht.

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Vorderseite der Marienkapelle zu Söder

In den letzten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts setzt Franz Josef Wothe (1910-1994) sich voller Hingabe für den Wallfahrtsort ein. Der Marienwallfahrtsort liegt ihm sehr am Herzen. Er ist Priester im Bistum Danzig, Professor am Priesterseminar zu Hildesheim und ein Vielschreiber. Franz Josef Wothe sorgt für einen Aufschwung der lokalen Wallfahrten. Im Jahr 1983 ist die Kapelle erweitert worden.

In den Jahren 2025 bis 2026 wird die Kapelle restauriert.

Wallfahrtsort
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Schloss Söder

Im Weiler Söder steht ein imposantes Schloss und ein paar hundert Meter weiter die Wallfahrtskapelle an einem Friedhof. Die Kapelle, auf einer Höhe von etwa 160 Metern über dem Meeresspiegel, ist der Unbefleckten Empfängnis geweiht. Es handelt sich um die “Marienkapelle Unbefleckte Empfängnis Mariä”. Die Kapelle wird in den Jahren 2025–2026 einer gründlichen Renovierung unterzogen, die möglicherweise im Jahr 2027 abgeschlossen sein wird.

Das Innere der Kapelle hat einen barocken Stil. In der Kapelle befindet sich eine Gedenktafel zur Erinnerung an 11 Geistliche aus dem Bistum Danzig, die zwischen 1939 und 1944, der Zeit des Zweiten Weltkriegs, durch die Herrschaft und die antiklerikale Haltung der Nationalsozialisten getötet wurden.

Das Gnadenbild hat einen Kranz aus Sternen. Das Bildnis stammt ursprünglich aus der Marienkirche von Engerode.

In Söder gibt es auch ein kleines Pilgerhaus, einen Außenaltar und einen Kreuzweg.

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Außenaltar neben der Marienkapelle zu Söder
ERHÄLTLICHKEIT

Söder gehört zur Gemeinde Holle und zum Bistum Hildesheim. Es liegt im Bundesland Niedersachsen.

Adresse: Schlosshof/Riesskamp, Söder

ERLEBNIS

Im Weiler Söder komme ich zuerst am großen Schloss mit vielen Nebengebäuden vorbei. Es ist verboten, so lese ich auf einem Schild. Schade, ist meine Reaktion und ich bin gewiss nicht der Einzige, der das denkt. Welcher Reichtum ist hier an materiellem Erbe vertreten!

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Bild von Maria mit Kind am Außenaltar, neben der Kapelle, in Söder

Nachdem ich das Schloss aus der Ferne bewundern durfte, gehe ich weiter und erreiche nach ein paar hundert Metern die Wallfahrtskapelle. Diese macht einen verlassenen Eindruck; Unkraut wuchert üppig und die Tür der Kapelle ist verschlossen. Ich habe keinen Schlüssel, und das ist schade! Über der Tür sehe ich die Worte “Ave Maria”. In der Mitte der verschlossenen Tür befindet sich eine Darstellung der thronenden Maria mit dem Kind. An der Wand ist eine Kachel befestigt, auf der ein Dankestext eingearbeitet ist. Dieses Ex-Voto dankt für Hilfe in großer Not. Neben der Kapelle steht unter einem Vordach ein Altarbild mit der Darstellung Marias und ihres Sohnes. Darunter steht auf Lateinisch “sub tuum praesidium”, was auf Niederländisch “unter deinem Schutz” bedeutet. Wenn ich mich recht erinnere, handelt es sich hierbei um die älteste Marienantiphon; es ist der erste Text, in dem Maria als Mutter Gottes (Theotokos) bezeichnet wird. Diese Hymne ist ein Lobgesang auf Maria als diejenige, die Gott geboren hat.

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Rückseite der Marienkapelle in Söder

An der Wand der Rückseite der Kapelle sehe ich ein Abbild Unserer Lieben Frau in etwa vier Metern Höhe. Hier hat Maria viel Ähnlichkeit mit einer Fatima-Statue. Fatima ist der portugiesische Ort, an dem Maria im Jahr 1917 sechsmal drei Kindern erscheint. Für mich ist dies die wichtigste Erscheinung Marias. Neben und weiter hinter der Kapelle sind Stationen des Kreuzwegs angebracht. Dieser Wallfahrtsort hat viel Potenzial, schießt mir durch den Kopf.

Als ich das Gelände der Wallfahrtskapelle verlasse, sehe ich noch ein Auto stehen. Hier bin ich nicht allein, schießt es mir durch den Kopf. Danach gehe ich zu dem Gebäude, das neben dem Wallfahrtsort steht. Man muss klingeln und etwas später öffnet jemand. Ich stelle mich vor, übergebe eine Visitenkarte der Marienkammer und komme mit dem Mann ins Gespräch. Er ist Bruder und erzählt, dass die Kapelle geschlossen ist. Dieser Geistliche erzählt, hart an der Restaurierung zu arbeiten. Diesen Eindruck vermittelt er mir auch, denn die Kleidung des Bruders ist mit weißen Farbflecken versehen. Er ist also Geistlicher und Bauarbeiter. Ich frage ihn, wann die Wallfahrtskapelle wieder geöffnet ist. Der heimwerkende Bruder weiß es noch nicht, denn es gibt viel zu tun. Nächstes Jahr im Marienmonat Mai, schlage ich vor. Die Reaktion ist, dass er das hofft und alle Wiederherstellungsarbeiten dann verrichtet sind. Ich wünsche dem Arbeiter viel Erfolg und sage noch, dass es mit der Hilfe Marias sicher klappt mit den Arbeiten.

Wenn ich wieder im Auto sitze, frage ich mich: Wie sieht in einem Jahr das Innere der Kirche aus? Auf diese Frage habe ich jetzt keine Antwort. Mit der Hilfe von Maria wird es zweifellos eine gelungene Restaurierung. Hier kann ich also durchaus noch einmal zurückkommen.

Anschließend gehe ich nach Hildesheim, um eine Kirche und den Dom zu besuchen. Was hat Deutschland viel von Maria zu zeigen!

UMGEBUNG

Das Verlassen von Salzgitter und die Ankunft in Söder erfordern eine Reise von 26 km nach Südwesten.

Vom Dorf Engerode nach Söder zu gehen bedeutet, 28 km nach Südwesten zu gehen.

Von der Stadt Hildesheim nach Söder bedeutet, 20 km nach Südosten zurückzulegen.
In Hildesheim können unter anderem der Mariendom und die Andreaskirche besucht werden.

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verwitterte Marienstatue an der Fassade der Andreaskirche zu Hildesheim

An der Fassade der Andreaskirche ist eine besonders schöne Marienstatue zu sehen.

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Gnadenbild in der Krypta des Mariendoms zu Hildesheim

Im Dom zu Hildesheim ist Maria vielfach abgebildet. In der Krypta steht das Gnadenbild der Mutter mit Kind.

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Marienstatue im Mariendom zu Hildesheim. Es ist eine “Tintenfass-Madonna”, also Maria mit dem Tintenfass.

Im Dom befindet sich ein farbenfrohes Abbild von Maria mit Kind und heißt ‘Tintenfass-Madonna” (Maria mit dem Tintenfass). Es ist eine spätgotische, hölzerne Statue aus ca. 1430 und von einem unbekannten Holzschnitzer hergestellt. Das Abbild ist etwa 180 Zentimeter groß. Beim Dom steht ein 1000-jähriger Rosenstock. An dem Ort, wo jetzt der Dom steht, ist im Jahr 815 die erste Kirche gebaut worden. Auf alten Fundamenten ist in 1055-1061 der heutige Mariendom realisiert worden.

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Fassadenbild von Maria mit Kind des Mariendoms zu Hildesheim

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Datum der Erstveröffentlichung: 26. August 2026
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